Die Wiener Börse fügt erstmals Krypto-Derivate in ihre offizielle Handelsliste ein. Dies geschieht in Partnerschaft mit dem Schweizer Produktanbieter 21Shares.

Anleger der Börse können damit seit dem 1. September 2020 Finanzprodukte erwerben, die mit Bitcoin und Ethereum gestützt werden.

Krypto-Derivate von 21Shares

Im Gegensatz zu den meisten Krypto-Börsen können Nutzer über die Wiener Börse Kryptowährungen nicht direkt erwerben (Spot-Handel). Stattdessen bietet 21Shares Finanzprodukte an, die den Preis von Bitcoin und Ethereum eins zu eins abbilden. Es handelt sich damit um Derivate, welche diese beiden Kryptowährungen als zugrunde liegendes Asset haben.

Anleger halten ihre Positionen damit über ihr reguläres Wertpapierdepot, statt einer Krypto-Wallet. Dies dürfte vor Allem Anleger ansprechen, welche bislang noch keine Erfahrung im Umgang mit Kryptowährungen haben. Damit können neue Anleger einen leichteren Zugang zu dieser aufkommenden Asset-Klasse finden.

Thomas Rainer, Leiter der Abteilung Business Development an der Wiener Börse, schreibt dazu:

Kryptowährungen bieten erfahrenen Anlegern eine neue Möglichkeit zur Portfolio-Diversifikation. Mit dem Listing vergrößern wir die Auswahl an Anlageklassen an der Wiener Börse. Anleger können dadurch auch im Kryptohandel von den Börsenvorteilen profitieren: Überwachter und transparenter Handel mit Echtzeitinformation und die sichere Abwicklung über ihr Wertpapierdepot.

Deutschland machte den Anfang – Wiener Börse zieht nach

Viele zentralisierte Krypto-Verwahrer machen bereits von den neuen Regulierungen Gebrauch, welche bereits seit dem Anfang des Jahres 2020 in Deutschland umgesetzt wurden und eine rechtliche Klarheit für den Handel und die Verwahrung von Kryptowährungen schaffen.

Die erste Wertpapierbörse in Deutschland, welche in den Krypto-Handel einstieg war im Februar die Börse Stuttgart. Im Juni legte die Deutsche Börse in Frankfurt am Main erstmals Bitcoin-Zertifikate auf. Technisch gesehen gestalten sich diese Finanzprodukte sehr ähnlich wie an der Wiener Börse.

Während versierte Krypto-Nutzer meist den Umgang mit einer eigenen Wallet gemeistert haben, verlangen traditionelle und vor Allem institutionelle Anleger nach Verwahrungslösungen, welche in den Handel mit den ihnen bereits bekannten Finanzprodukten integriert sind.

Dabei geht es letztendlich auch um die Frage, wer für einen möglichen Verlust der Assets durch Hacker oder technische Probleme haftet. Da Zentralisierte Verwahrer sehr hart reguliert werden, können sie leicht für derlei Verluste haftbar gemacht werden. Aus diesem Grund sind sie meist gegen diese Vorfälle versichert. Im Fall von 21Shares geschieht diese Versicherung über eine Partnerschaft mit Coinbase.

Nationale Börsen, welche diese Finanzprodukte anbieten, können einen Einstieg in die Krypto-Welt für viele neue Investoren bieten und sind damit ein wichtiges Werkzeug auf dem Weg zu einer Mainstream-Adoption von Kryptowährungen.