World Liberty Financial hat seinen größten privaten Investor verklagt, nachdem dieser das Projekt öffentlich beschuldigt hatte, eine versteckte Einfrierfunktion in den Smart Contract des Tokens eingebaut zu haben.
Der Streit bedeutet eine deutliche Veränderung in einer Beziehung, die mit einer Investition von 30 Millionen USD im November 2024 begann.
World Liberty Financial gegen seinen wichtigsten Geldgeber: Wir sehen uns vor Gericht
Der Investor, Tron-Gründer Justin Sun, investierte mehr als 75 Millionen USD in die Plattform und bezeichnet sich selbst als erstes und größtes Opfer der Blacklist-Praxis des Projekts.
Im Dezember 2024 hat World Liberty Financial sein cbBTC-Portfolio um 102,9 Token im Wert von 10,4 Millionen USD verkauft, um dafür 103,15 WBTC zu erwerben.
Am folgenden Tag wurde Sun als Berater von WLFI vorgestellt, was sein wachsendes Interesse an dem DeFi-Projekt sowie die stärkere Zusammenarbeit zwischen WLFI und WBTC zeigte.
Suns Vorwürfe konzentrieren sich auf eine Smart Contract-Funktion, von der er sagt, sie sei den Investoren nie offengelegt worden. Er behauptet, der Mechanismus erlaube WLFI einseitig, die Vermögenswerte eines jeden Token-Halters ohne Vorankündigung oder Einspruch einzufrieren oder zu beschränken.
„Glaubt wirklich noch jemand Justin Sun? Justins Lieblingsmasche ist es, die Opferrolle einzunehmen und unbegründete Anschuldigungen zu erheben, um sein eigenes Fehlverhalten zu verbergen. Immer das gleiche Muster, nur mit anderem Ziel. WLFI ist nicht das erste. Wir haben die Verträge. Wir haben die Beweise. Wir haben die Wahrheit. Wir sehen uns vor Gericht, Freund”, schrieb WLFI.
Seine Wallet wurde im September 2025 auf die Blacklist gesetzt, nachdem On-Chain-Daten ausgehende Token-Transfers zeigten, darunter einen im Wert von 9 Millionen USD.
Suns eingefrorene Bestände haben seitdem etwa 60 Millionen USD an Wert verloren, da der WLFI-Token-Kurs stark gefallen ist und er seine Position nicht verkaufen, absichern oder neu ausrichten konnte. WLFI betont, das Einfrieren sei eine Sicherheitsmaßnahme und keine gezielte Aktion gewesen.
Der Streit hat auch eine weitere Sorge ins Licht gerückt. Ein DeFi-Analyst weist darauf hin, dass Dolomite, ein Lending-Protokoll, ermöglicht, Kredite in Höhe von 292 Millionen USD gegen Sicherheiten von 400 Millionen USD in WLFI aufzunehmen. Davon wurden bereits 158 Millionen USD in USD1 gezogen.
Der Analyst merkt an, dass Dolomites Gründer gleichzeitig CTO von WLFI ist, was direkte Interessenkonflikte aufwirft.
WLFI-Token erreichten mit 0,077 USD am 11. April ein Rekordtief und wurden zur Veröffentlichungszeit bei 0,079 USD gehandelt, rund 76% unter dem Allzeithoch von 0,30 USD im vergangenen September.





