Die Finanzaufsicht Südkoreas hat alle Krypto-Börsen verpflichtet, die Nutzer-Vermögensstände alle fünf Minuten zu überprüfen. Dies folgt auf ein massives Überzahlungsereignis, das Anfang des Jahres das Vertrauen in den Markt erschütterte.
Eine missglückte Prämienauszahlung zeigte grundlegende Schwächen in der gesamten Branche auf.
Was zu den neuen Regeln führte
Im Februar hat Bithumb versehentlich pro Person 2.000 Bitcoin statt 2.000 Koreanische Won (1,40 USD) während einer Werbeaktion ausgezahlt. Dieser Fehler führte zu ungefähr 42 Milliarden USD falsch zugeordneten Kryptowährungen. Die Financial Services Commission (FSC) startete daraufhin sofort Notfallüberprüfungen bei allen fünf großen Börsen in Korea. Dabei fand die Behörde heraus, dass die Probleme über einen einzelnen menschlichen Fehler hinausgingen.
Die meisten Börsen glichen ihre Bücher nur einmal in 24 Stunden ab. Drei Unternehmen hatten keinen automatischen Stoppmechanismus, um den Handel bei Unstimmigkeiten anzuhalten. Vier Börsen verfügten nicht über mehrstufige Freigabesysteme für manuelle Hochrisikotransaktionen. Zwei Börsen hatten die allgemeinen Konten nicht getrennt von Konten für risikoreiche Transaktionen geführt – ein grundlegender Schutz.
Was Börsen nun umsetzen müssen
Die FSC kündigte am 6. April ein Reformpaket mit drei Schwerpunkten an. Börsen müssen nun automatische Prüfungen der Guthaben alle fünf Minuten durchführen. Bei größeren Abweichungen sollen Warnungen ausgelöst und der Handel automatisch gestoppt werden. Externe Prüfungen finden ab sofort monatlich und nicht mehr einmal pro Quartal statt. Zudem müssen die öffentlichen Angaben nun die auf der Blockchain vorhandenen Vermögenswerte einzeln ausweisen, statt nur eine Deckungsquote zu nennen.
Für manuelle Hochrisikotransaktionen wie Prämienausschüttungen müssen die Börsen separate Konten nutzen, Prüfsysteme einsetzen, die automatisch falsche Angaben ablehnen, und eine gegenseitige Überprüfung durch eine dritte Partei vorschreiben, bevor eine Transaktion ausgeführt wird.
Die FSC verlangt außerdem, dass die Börsen Beauftragte für Risikomanagement benennen und Risikoausschüsse gründen – Anforderungen, die bei klassischen Finanzunternehmen bereits gelten. Prüfungen zur Einhaltung der Vorschriften erfolgen künftig zweimal statt einmal jährlich. Die Ergebnisse werden den Aufsichtsbehörden gemeldet.
DAXA, der Branchenverband, wird die Selbstregulierungsmaßnahmen noch in diesem Monat anpassen. Die Systeme werden bis Mai aufgebaut. Die wichtigsten Regelungen werden auch Bestandteil des kommenden zweiten Abschnitts des koreanischen Digital Asset Act sein.


