Eine neue KI-Umfrage von Barclays zeigt, dass institutionelle Investoren mittlerweile KI in der täglichen Recherche und bei Risikoprozessen nutzen. Die Ergebnisse geben den Warnungen von Marc Andreessen Gewicht, dass Energie und Kühlung darüber entscheiden, wie weit KI wachsen kann.
Die Umfrage befragte 410 Rentenmarktexperten in Nordamerika, Europa, dem Nahen Osten und Asien. Sie ergab, dass der Einsatz von KI nicht mehr nur getestet wird, sondern fester Bestandteil des Arbeitsalltags ist. Dennoch treffen Menschen weiterhin die endgültigen Entscheidungen.
Barclays KI-Umfrage zeigt: Forschung steht im Mittelpunkt der Anwendung
Der wichtigste Einsatzbereich ist die Forschung. Rund 52% der Manager mit Long-only-Strategien und Vermögenseigentümer nutzen KI vor allem für die Recherche, wie Barclays herausfand. Weitere 44% der Hedgefonds verwenden KI, um Marktdaten zu analysieren.
Hedgefonds nutzen KI am intensivsten. Etwa 72% berichten, KI täglich einzusetzen, im Vergleich zu 49% der Long-only-Manager und 38% der Vermögenseigentümer. Dieser Unterschied spiegelt andere Anzeichen starker institutioneller KI-Nachfrage wider.
Im Handel und in der Ausführung von Transaktionen spielt KI dagegen kaum eine Rolle. Die meisten Befragten sehen dort nur geringe Auswirkungen. Zudem gaben sie Datensicherheit als das größte Hindernis für eine breitere KI-Nutzung an.
Nur wenige rechnen mit Arbeitsplatzverlusten durch den KI-Einsatz. Nur 7% erwarten deutliche Personaleinsparungen, während die meisten Teilnehmer höhere Produktivität und eine stabile Mitarbeiterzahl voraussagen.
Andreessen verbindet KI-Wachstum mit Energie und Kühlung
Marc Andreessen, Mitgründer der Venture-Gesellschaft Andreessen Horowitz, verbindet die Zukunft der KI mit physischen Grenzen, wie er kürzlich darlegte. Damit führt er seine langjährige Argumentation für mehr Energieverfügbarkeit weiter.
„Die KI:AC-Hypothese. In Zukunft wird in jedem Land die Menge an KI proportional zur Menge an Klimaanlagen sein, und umgekehrt”, sagte Marc Andreessen in einem Beitrag.
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Sein Argument: KI-Server verbrauchen viel Strom, und deren Kühlung benötigt zusätzlich Energie. Dadurch steigt der Stromverbrauch durch KI deutlich an.
Die IEA erwartet, dass der Strombedarf von Rechenzentren bis 2030 auf rund 945 Terawattstunden mehr als doppelt so hoch sein wird wie heute. Das entspricht ungefähr dem gesamten Stromverbrauch Japans.
Die größte Belastung entsteht für die USA. Dort könnten Rechenzentren bald mehr Strom verbrauchen als die gesamte US-Produktion von Aluminium, Stahl und Zement zusammen, so die IEA. Regionen mit günstiger und verlässlicher Energieversorgung werden daher besonders attraktiv für KI-Anwendungen.
Was diese Verbindung für Investoren bedeutet
Zusammen ergeben beide Entwicklungen ein deutliches Bild: Barclays zeigt, dass die Nachfrage nach KI bereits vorhanden ist. Andreessen hebt hervor, dass Energie- und Kühlungslimits künftig über Gewinner und Verlierer entscheiden werden.
Institutionelle Mittel finanzieren beide Seiten. Die größten Anbieter, die diese Infrastruktur aufbauen, sind unter anderem Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta.
Diese vier Unternehmen haben für 2026 gemeinsame Kapitalausgaben von 725 Milliarden USD geplant, das sind 77% mehr als in diesem Jahr.
Ob das Stromnetz mithalten kann, könnte die nächste Phase der Debatten um den KI-Energieverbrauch prägen und auch für die Renditen entscheidend sein.









