Die Bitcoin 2026 Conference startete am Montag in Las Vegas und wird von vielen frühen Bitcoin-Nutzern kritisiert. Sie sagen, dass die Veranstaltung sich stark von den ursprünglichen, regierungskritischen Wurzeln von Bitcoin entfernt hat.
Zu den Rednern gehören der Vorsitzende der Securities and Exchange Commission, der amtierende US-Justizminister sowie die Familie von US-Präsident Trump. Befürworter der Ursprünge von Bitcoin sagen, die Veranstaltung feiere nun gerade die Institutionen, die Bitcoin eigentlich umgehen wollte.
Bitcoin 2026 Conference: Wall Street und Washington im Fokus
Der Bitcoin-Kurs lag zum Zeitpunkt des Schreibens bei 76.714 USD. Im Chart auf dem Vier-Stunden-Zeitrahmen gab es niedrigere Hochs, was am ersten Tag der Bitcoin 2026 Conference auf ein negatives Sentiment hindeutet. Damit wurden alle Gewinne vom Sonntag wieder ausgeglichen.
Die dreitägige Veranstaltung findet bis Mittwoch im The Venetian statt. Der Veranstalter BTC Inc. rechnet mit mehr als 40.000 Teilnehmern und 500 geplanten Rednern.
Das Programm beinhaltet Beiträge von Aufsichtsbehörden, Politikern und Führungskräften aus Unternehmen. Mit auf der Hauptbühne stehen Michael Saylor, Gründer von Strategy, Paolo Ardoino von Tether und Senatorin Cynthia Lummis.
Auch US-Beamte nehmen eine wichtige Rolle ein. SEC-Vorsitzender Paul Atkins, CFTC-Vorsitzender Mike Selig und der amtierende Justizminister Todd Blanche sind angekündigt. Eric Trump tritt als Mitgründer bei American Bitcoin auf.
Tickets kosten zwischen 699 USD für das Standard-Ticket und 12.999 USD für den Whale Pass mit Luxus-Vorteilen. Das offizielle Motto dieses Jahr lautet „All In On the Future of Money“.
Die cypherpunk-Wurzeln von Bitcoin treffen auf die Realität von 2026
Bitcoin hat seinen Ursprung in der Cypherpunk-Bewegung der 1990er Jahre. Satoshi Nakamotos Whitepaper beschrieb das Netzwerk als eine Möglichkeit, Banken und Regierungen zu umgehen.
Genau das macht die Rednerliste für viele frühe Halter schwer nachvollziehbar. Viele der Sprecher vertreten Behörden und Unternehmen, die Bitcoin ursprünglich umgehen wollte.
Simon Dixon, früher Bitcoin-Investor und Redner der ersten Konferenz, äußerte seinen Unmut am Vorabend der Veranstaltung.
„Seien wir ehrlich, diese Bitcoin-Konferenz ist kompromittiert. Bitcoin ist Open Source-Code… Es ist ein großer Fehler, den Unterschied nicht zu verstehen“, schrieb er.
Änderungen beim Bestand besorgen die Bitcoin-Gemeinschaft
Nicht nur die Liste der Redner sorgt für Kritik, sondern auch eine tiefere Veränderung. Bitcoin-Bestände verschieben sich von persönlichen Wallets hin zu Spot-ETFs, Unternehmens-Treasuries und Verwahrplattformen.
Durch diesen Trend entfernt sich ein Netzwerk, das individuelle Souveränität ermöglichen sollte, weiter vom ursprünglichen Ziel. Befürworter der Selbstverwahrung kritisieren, dass die Konferenz inzwischen Produkte bewirbt, die das grundlegende Versprechen von Bitcoin umkehren.
Spot Bitcoin-ETFs halten gemeinsam bereits mehr als eine Million Coins. Diese Konzentration wäre für die ersten Nutzer der Blockchain undenkbar gewesen.
„Das sind die Redner der Bitcoin-Konferenz 2026. Oder wie Bitcoin langsam zu dem System wurde, das es eigentlich überwinden wollte“, spottete ein Nutzer.
Weitere Stimmen verstärken die Kritik. Sie sehen in der Rednerliste vor allem einen Beleg für institutionelle Kontrolle, aber nicht für breite Akzeptanz.
Eine Konferenz, die den Mainstream gewann und die Treuen verlor
BTC Inc. hat bisher nicht öffentlich auf die Kritik reagiert. Die Konferenz könnte diese Woche im Mainstream anerkannt werden. Allerdings besteht die Gefahr, dass sie die Halter verliert, die Bitcoin aus solchen Gründen einst geschaffen hatten.
Die Sessions bis Mittwoch werden zeigen, ob sich diese Spaltung vertieft oder ob institutionelle Akzeptanz und die Cypherpunk-Community gemeinsam bestehen können.





