Bitcoin auf 10 Millionen USD? Gedanken über das härteste Asset der Welt

Artikel teilen
IN KÜRZE
  • Bitcoin ist das härteste Geld der Menschheitsgeschichte.

  • Eine Verdrängung von Gold scheint die logische Konsequenz zu sein.

  • Welchen Wert BTC langfristig annehmen annehmen kann.

Das Trust Project ist ein internationales Konsortium von Nachrichtenorganisationen, die Standards für Transparenz entwickeln.

Der Bitcoin-Kurs steigt und steigt und steigt. Mit dem Durchbrechen der 18.000 USD-Marke ist der Preis für eine Einheit des digitalen Goldes nur noch einen Wimpernschlag vom einstweiligen Allzeithoch bei 19.600 USD entfernt. Zeit für bullische Spekulationen.


Hal Finney hat seinerzeit die Messlatte ziemlich hoch gesetzt. Bereits im Januar 2009, also gerade einmal eine Woche nach der Emission des Genesis Blocks, fabulierte der Cypherpunk von einem Maximalwert von 10 Millionen US-Dollar (USD) pro Bitcoin (BTC).

Als ein amüsantes Gedankenexperiment, stellt euch vor, dass Bitcoin erfolgreich ist und zum dominierenden Zahlungsnetzwerk auf dem Planten wird. Die Währung sollte dann ungefähr dem Gesamtwert allen Wohlstands auf der Welt entsprechen. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass der Wohlstand aller Haushalte zwischen 100 Billionen und 300 Billionen USD liegt. Bei 20 Millionen Coins läge BTC dann bei etwa 10 Millionen USD.


Übersetzung der Finney-Mail.

Ist der verrückt?

Realistische Einschätzung oder Traumvorstellung? Bitcoin ist im Kern ein Speichermedium für monetäre Werte über Raum und Zeit und nach Ansicht von Bitcoin-Bullen gibt es aktuell kein Gut, dass diese Aufgabe besser bewältigen kann, als BTC. Schließlich ist Bitcoin das knappste Asset der Menschheitsgeschichte. Miner werden niemals mehr als 21.000.000 Coins in Umflauf bringen können. So wollen es die Gesetze der Thermodynamik sowie der Quellcode, dem Miner unterworfen sind.

Mit seiner Umwandlung von Elektrizität in Hashes zementiert der Proof-of-Work-Algorithmus Energie direkt in monetären Wert – und schafft so das härteste Geld überhaupt.

Im Kern haben Bitcoin und Gold also das gleiche Wertversprechen. Beide eigenen sich als Wertspeicher hinreichend gut. Doch Bitcoin weist gegenüber seinem physischen Pendant einige Vorteile auf. So ist Bitcoin durch seine Begrenzung die Erfindung absoluter Knappheit und ist um einiges Härter als Gold. Schließlich erhöht sich der Gesamtsupply des gelben Edelmetalls jährlich um etwa 3.500 Tonnen während die BTC-Inflation alle vier Jahre sogar abnimmt.

Zwar die Stock-to-Flow-Rate, also das Verhältnis der bestehenden Gesamtumlaufmenge zur jährlichen Emission, bei Gold höher. Doch bereits zum nächsten Halving überholt das digitale Gold sein Pendant und wird damit zum knappsten Asset überhaupt.

Der Argumentationslinie, dass sich BTC eines Tages den Wert von Gold einverleiben wird, scheint unter diesen Gesichtspunkten plausibel. Doch wie hoch wäre der Bitcoin-Kurs, wenn die Kryptowährung so viel wert wäre, wie Gold?

Don’t trust, verify

Schätzungen der Gold-Marktkapitalisierung sind etwas komplizierter als die von Kryptowährungen. Rechnet man die gesamte, jemals geförderte Menge an Gold zusammen, kommt man auf eine Menge von etwa 190.000 Tonnen weltweit. Allerdings ist unklar, wie viel Gold dem Markt überhaupt zur Verfügung steht. Anders als bei Bitcoin gibt es keine 10.000 Knotenpunkte die die Gesamtmenge unabhängig und dezentral verifizieren. Man muss den Quellen also Vertrauen schenken. Bei einem Goldpreis von derzeit 60.700 USD kommt man auf eine Marktkapitalisierung von 11,5 Billionen USD. Damit liegt die Marktkapitalisierung von Gold etwa 430 mal höher, als die von Bitcoin.

Erreicht die Kryptowährung Nr. 1 den Wert von Gold, dürfte sie (mit der heutigen Anzahl von verfügbaren Coins) bei einem Wert von 614.000 USD notieren. In diese Richtung gehen auch die Argumente der Gebrüder Winklevoss, die BTC in den kommenden Jahren bei mindestens 500.000 US-Dollar sehen.

 

Gold ist nicht genug

Doch damit nicht genug. Aus Sicht maximalbullischer Bitcoiner ist eine Verdrängung des prominenten gelben Wertspeicher noch konservativ prognostiziert. Sogar Finney sah BTC auf dem 15-fachen dieser Schätzung. Selbst wenn BTC „nur“ Gold ersetzt, verbleibt eine ganze Menge an Kapital in anderen Wertspeichern wie Kunst, Immobilien oder sogar Aktien. Langfristig, so das bullische Argument, wird Bitcoin ähnlich eines schwarzen Lochs alles Kapital aufsaugen, dass sich in alternativen Wertaufbewahrungsmitteln befindet.

Charttechnisch dürfte das ganze dann ungefähr so aussehen:

Bitcoins Wachstum als logarithmischer Chart. Quelle: https://bitcoin.craighammell.com/plc.html

In welch kosmischen Höhen dies BTC treiben wird, lässt sich nicht seriös abschätzen. Finneys Vorhersage von 10-15 Millionen USD je Coin dürfe dann aber nicht mehr ganz abwegig sein.

Share Article

Kryptowährungen sind Davids Leidenschaft. Nach seinem BA in Philosophy & Economics studiert er jetzt Digital Currency an der University of Nicosia.

MEHR ÜBER DEN AUTOR