Chainalysis kann jetzt auch Dash und Zcash tracken

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IN KÜRZE
  • Chainalysis, ein Unternehmen für Blockchain-Forensik analysiert jetzt auch Privacy-Coins.

  • Vorläufig sollen nur Compliance-Dienste für Dash und Zcash angeboten werden.

  • Die Anonymität bei Monero ist dafür noch zu stark.

Das Trust Project ist ein internationales Konsortium von Nachrichtenorganisationen, die Standards für Transparenz entwickeln.

Die Blockchain-Forensiker von Chainalysis haben bekannt gegeben, dass sie zwei Privacy-Coins zu ihren Compliance-Dienstleistungen hinzufügen werden. Dash und Zcash, welche zusammen ein tägliches Transaktionsvolumen von über 1,5 Mrd. USD haben, werden von den Diensten Chainalysis Ractor und KYT (“Know Your Transaction”) überwacht.


Dies gab Chainalysis am Montag in einem Blogbeitrag bekannt. Obwohl beide Kryptowährungen Features zur Wahrung der Privatsphäre haben, erlaubt es die Natur dieser Features und wie sie genutzt werden, ein gewisses Maß an Rückvollziehbarkeit im Rahmen von Compliance-Analysen.

Dash: Nicht privater als Bitcoin?

Im Fall von Dash widerspricht Chainalysis der Auffassung, dass das Netzwerk privater als Bitcoin sei. Dies liegt daran, dass Dash eine Form des Coin-Mixings für private Transaktionen verwendet. Die Firma schreibt, dass die CoinJoin-Technologie, welche auch in einigen modernen Bitcoin-Wallets wie Wasabi zum Einsatz kommt, die selbe Aufgabe erfüllt. Allerdings ist sie dort weitaus ausgereifter, als die privaten Transaktionen bei Dash.


Dazu kommt, dass private Transaktionen bei Dash optional sind. Nur etwa 9 % aller Dash-Transaktionen nutzen Private Send. Von den wenigen Transaktionen, welche diese Technologie nutzen, gibt Chainalysis an, dass sie die Inputs und Outputs dennoch zurückverfolgen können. Sie berufen sich auf eine Studie der Princeton-Universität, welche herausgefunden hat, dass es durchaus möglich ist, den ursprünglichen Sender einer privaten Transaktion zu identifizieren.

Transaktionen mit Coin-Mixing können auf einer öffentlichen Blockchain leicht identifiziert werden. Chainalysis schreibt dazu:

Da sie immernoch öffentlich und transparent sind, können wir bei Dash die selben Techniken einsetzen, wie wir sie verwenden, um CoinJoin-Transaktionen mit Bitcoin zurückzuverfolgen.

Zcash: Die meisten User anonymisieren sich nicht

Zcash verwendet abgeschirmte Adressen und eine Variante von Zero-Knowledge Proofs, welche zk-SNARKs genannt werden. Dadurch können Nutzer nachweisen, dass sie eine Transaktion auf dem Netzwerk erhalten haben. Weitere Informationen über die Transaktion müssen sie dazu nicht veröffentlichen.

Chainalysis gibt an, dass die Technologie zur Anonymität bei Zcash stärker ist, als bei Dash. Allerdings verwendet das Netzwerk die abgeschirmten Transaktionen nicht standardmäßig. Dadurch kann Chainalysis diese Kryptowährungen zu ihren Compliance-Diensten hinzufügen. Laut der Firma sind nur 0,9% aller Zcash-Transaktionen vollständig abgeschirmt.

Die Firma kann darüber hinaus weitere Rückschlüsse aus dem Verhalten der Nutzer ziehen. Dabei nennen sie eine weitere Studie des University College London:

Die Forscher konnten zeigen, dass diejenigen User, die mit abgeschirmten Adressen interagieren, dies in einer einfach nachvollziehbaren Weise tun. Zum Beispiel heben sie sehr schnell den selben Betrag ab, den sie vorher eingezahlt haben.

Unternehmen können damit eine bessere Compliance für den Umgang mit den beiden Kryptowährungen erzielen. Chainalysis räumt jedoch ein, dass nur wenige Transaktionen für rechtswidrige Zwecke zum Einsatz kommen. Laut einer Studie der RAND Corporation werden beide Kryptowährungen zusammen für etwas weniger als 0,2 % aller Transaktionen im Darknet genutzt.

Monero immer noch nicht von Chainalysis durchschaut

Chainalysis hat bislang noch keine Pläne bekannt gegeben, um die dominanteste Privacy-Coin Monero (XMR) zu unterstützen. Mit knapp 1,2 Mrd. USD hat Monero beinahe eine Marktkapitalisierung, welche der von Dash und Zcash zusammen entspricht.

Monero verwendet Ringsignaturen und Stealthadressen, um anonyme Transaktionen standardmäßig anzubieten. Dadurch verschleiert Monero auch die Transaktionssummen durch Confidential Transactions. Auf die Frage, ob die CoinJoin-Analysen von Dash auch gegen Monero effektiv sein könnten, antwortete der Entwickler Paul Shapiro (@tweetingpauls):

 

Diese [Kryptowährungen] sind sich nicht wirklich ähnlich. Es gibt so viele Stellen, an denen Metadaten geleakt werden, was bei Monero einfach nicht auftritt.

Die Zukunft von Privacy-Coins

Ohne solche Compliance-Dienste scheint Monero sehr wahrscheinlich zu einer größeren Zielscheibe für Regulierungen zu werden, als Zcash oder Dash. Wie BeInCrpyto im letzten Jahr berichtete, hat die Handelsplattform OKEx bereits fünf Privacy-Coins dekotiert. Auch Coinbase UK und BitBay mussten einige Privacy-Coins von ihrer Handelsliste streichen.

Es bleibt abzuwarten, ob die Dienste von Chainalysis dazu führen, dass diese Handelsplattformen Zcash und/oder Dash wieder kotieren können. Während die neue Technologie von Chainalysis ein Segen für Compliance-Reporte ist, bleibt es unwahrscheinlich, dass Regulierungsbehörden genügend Feingefühl haben, um nicht alle Privacy-Coins mit der selben Härte zu behandeln.

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A former professional gambler, Rick first found Bitcoin in 2013 whilst researching alternative payment methods to use at online casinos. Having concluded that the root of most of the world’s evils stem from a toxic financial system during his time reading International Politics at university, the disruptive potential of a decentralised, borderless asset was immediately clear. After transitioning to writing full-time in 2016, Rick was able to put his passion for Bitcoin to work for him professionally. He has since written for a number of digital asset publications in a variety of capacities.

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