Der Russell 2000 hat gerade ein neues Allzeithoch erreicht, was Zuversicht für eine Altcoin-Saison weckt. Allerdings ist die historische Korrelation mit Altcoins zum ersten Mal seit Juli 2016 negativ geworden.
Diese Veränderung unterbricht ein Muster, das Trader während früherer Altcoin-Saisons genutzt haben. Sie erfolgt, während das makroökonomische Umfeld bullisch erscheint, aber die Charts der Altcoins bleiben bislang ohne Bestätigung.
Russell 2000-Ausbruch stärkt Altseason-Narrativ bei steigender Liquidität
Der Russell 2000-Index umfasst rund 2.000 US-Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung, ein Segment, das üblicherweise mit höherem Risiko in den traditionellen Finanzmärkten verbunden wird.
Eine Überperformance in diesem Index zeigt meist eine Veränderung im Marktsentiment hin zu riskanteren Investments, da Investoren Kapital in Vermögenswerte mit höherem Beta investieren, um höhere Renditen zu erzielen. Im April stieg der Small-Cap-Index um 11,8 % und erreichte am Montag ein neues Allzeithoch.
„Wenn Small Caps an einem roten Tag für Big Tech besser abschneiden, hat der Markt keine Angst. Er positioniert sich neu. Investoren wechseln in die Unternehmen, die am meisten von einer Erholung im Inland profitieren. Niedriger Ölpreis. Niedrigere Zinsen. Friedensabkommen”, schrieb Analyst Bull Theory in einem Post.
Der Analyst erklärte, dass frühere Ausbrüche des Russell 2000 regelmäßig Kurs-Rallyes am Altcoin-Markt vorausgingen. Auch Ash Crypto sieht die Lage bullisch.
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Gleichzeitig bestätigt die Aktivität auf der Bilanz der Federal Reserve das bullische Umfeld.
„Einer der wichtigsten Faktoren für frühere Alt-Seasons ist die Fed-Bilanz, und sie wächst erstmals seit Jahren deutlich. Drei Liquiditätsspritzen kommen diese Woche: • 5,058 Mrd. USD Fed-Bill-Kauf (und wiederholte 5- bis 7,5-Mrd. USD-Operationen geplant) • 90 Mrd. USD werden über das TGA freigesetzt • 15 Mrd. USD Rückkauf von Staatsschulden (der größte bisher) • Insgesamt mehr als 40 Mrd. USD Fed-Käufe diese Woche. Die quantitative Straffung ist beendet. Die Bilanz steigt wieder. Das Risiko wird wieder aktiviert”, ergänzte Analyst Mark in einem Beitrag.
Er betonte zudem, dass sich die Altseason eher verzögere als entfalle, und begründete das mit der Expansion der Fed-Bilanz.
Die Korrelation, auf die Trader setzen, ist gebrochen
Gleichwohl hat sich das Verhältnis, das die Altcoin-Rallye bisher unterstützte, deutlich verändert. Analyst Tony Severino wies darauf hin, dass der Korrelationskoeffizient zwischen dem Russell 2000 und Altcoins negativ geworden ist und weiter in Richtung Süden tendiert.
„Derzeit ist die Korrelation zwischen diesen beiden Vermögenswerten zum ersten Mal seit Juli 2016 negativ. Der Indikator kann sich wieder nach oben drehen, aber momentan zeigt er klar nach unten”, erklärte er.
Severino betonte, dass historische Korrelationen im aktuellen makroökonomischen Umfeld nur begrenzt dabei helfen, Entwicklungen vorherzusagen. Daher könnten frühere Ausbruchsmuster heute weniger nützlich sein, wenn sich eine bis dahin positive Beziehung ins Negative dreht.
Gleichzeitig erkennt Analyst Zach Humphries ähnliche Schwäche in Charts der Altcoin-Marktkapitalisierung. Er bezeichnet die momentane Kursentwicklung als bärischen Retest.
Ob sich die negative Korrelation wieder umkehrt oder doch einen strukturellen Wandel bei der Kapitalbildung für Altcoins anzeigt, wird darüber entscheiden, ob das Narrativ einer verzögerten Altseason bis Mitte 2026 Bestand hat.
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