Jim Cramer sagte bei CNBC, dass die Wall Street sich von den bisher heißesten KI-Aktien dieses Jahres abwendet. Er meint, Investoren investieren nun in Unternehmen wie Coca-Cola und Walmart, was er mit der Entflechtung der Dotcom-Blase im Jahr 2000 vergleicht.
Der Moderator von Mad Money verweist auf die starken Kursbewegungen bei Speicherchip-Aktien. Außerdem nennt er das Abrutschen von Alphabet, nachdem das Unternehmen die KI-Ausgabenprognose angehoben hat.
KI-Infrastruktur-Aktien stehen vor einer Abrechnung
Die Alphabet-Aktie sank um fast 7 %, nachdem das Unternehmen die Prognose für die Investitionen bis 2026 erhöht hat. Der neue Rahmen liegt bei 195 Milliarden bis 205 Milliarden USD, zuvor waren es 180 Milliarden bis 190 Milliarden USD. Der Anstieg führte dazu, dass der freie Cashflow im Quartal negativ war, was bei Alphabet ungewöhnlich ist.
Speicherchip-Hersteller haben noch stärkere Schwankungen erlebt. SK Hynix und seine US-Konkurrenten Micron, Western Digital und SanDisk verzeichneten bis ins Jahr 2026 massive Kursgewinne. Die Nachfrage nach KI-Rechenzentren hat schwere Engpässe verursacht und diesen Unternehmen Marktmacht gegeben.
Diese Gewinne haben sich jedoch deutlich umgekehrt, da die Rallye nachlässt. Cramer hat bereits mehrere Boom-und-Bust-Zyklen in diesem Sektor erlebt. Er erwartet, dass die Kurse nachgeben, noch bevor sich das eigentliche Geschäft verlangsamt.
Am stärksten ist der Rückgang an asiatischen Märkten zu spüren. Südkoreas KOSPI ist in dieser Woche um mehr als 10 % gesunken. SK Hynix und Samsung Electronics fielen gemeinsam mit ihren US-Konkurrenten. Probleme in der KI-Lieferkette sorgen für einen umfassenderen Bärenmarkt.
Cramer nennt es eine Ausweitung, keine Krise
Cramer beschreibt die Veränderung jedoch eher als Gewinnmitnahmen. Institutionelle Investoren verkaufen die erfolgreichen KI-Infrastruktur-Aktien und kaufen vermehrt Unternehmen mit Wachstumspotenzial außerhalb des Rechenzentrums.
„Sie können es eine Ausweitung nennen. Oder Sie nennen es Flucht.”
Jim Cramer
Das Muster zeigt sich deutlich an der Börse. Coca-Cola, PepsiCo und Walmart konnten Kursgewinne verbuchen. Der Dow Jones Industrial Average stieg, während der Nasdaq Composite zurückblieb. Hedgefonds-Manager Steve Eisman hat diesen Unterschied ebenfalls hervorgehoben. Er warnt, dass der Markt aktuell wie eine einzige KI-Investition gehandelt wird.
Cramer vermeidet eine Crash-Prognose. Er bleibt bullisch für Nvidia und Intel und sieht eine nachhaltige Nachfrage, nicht nur kurzfristige Chipengpässe, als Stütze für beide Aktien. Die Dotcom-Vergleich zieht Cramer, um auf Ähnlichkeiten hinzuweisen, aber nicht, um einen Zusammenbruch vorherzusagen.
Das Timing ist sensibel. Seagate hat nach Börsenschluss am Dienstag bessere Quartalszahlen als erwartet veröffentlicht. Die US-Notenbank gibt heute ihre Zinsentscheidung bekannt. Beide Ereignisse werden die Entwicklung im KI-Sektor auf die Probe stellen. Investoren werden bald erfahren, ob sich die Lage am Markt stabilisiert oder ob das Geld weiter in die von Cramer absichtlich als langweilig bezeichneten Aktien fließt.









