EIP 1559 ist ein heiß diskutiertes Ethereum Improvement Proposal. Falls es implementiert wird, könnte es die Gaskosten deutlich senken und gleichzeitig ETH verbrennen.

Ein Bericht von Dune Analytics untersucht, was passiert wäre, wenn EIP 1559 bereits vor einem Jahr umgesetzt worden wäre. Sie kommen zu den Schluss dass in diesem Zeitraum knapp eine Million ETH verbrannt hätte. Dies entspricht zur Stunde rund 360 Mio. USD, oder 0,86 % der Umlaufversorgung.

Wie funktioniert EIP 1559?

Derzeit entspricht die Preisfindung bei Ethereum einer einfachen Auktion, wobei jeder genau die Summe bezahlt, die er geboten hat. Wer Smart Contracts benutzen, oder Transaktionen versenden will, kann die Gaskosten für die Transaktion frei bestimmen. Da die Ethereum Miner primär das Ziel haben, ihre Erträge zu maximieren, wählen sie automatisch diejenigen Transaktionen aus, welche ihnen die höchsten Gebühren versprechen.

EIP 1559 soll diesen Preisfindungsmechanismus ändern. Nach der Umsetzung zahlen Nutzer eine feste Gebühr, welche sich dynamisch der Auslastung der Ethereum Blockchain anpasst. Weiterhin ist auch geplant, die Blockgröße bei hoher Auslastung zeitweise erhöhen zu können. Nutzer können die Priorität, mit der ihre Transaktion bearbeitet wird, erhöhen, indem sie zusätzlich zu diesem Festpreis ein Trinkgeld zahlen, welches dem jeweiligen Miner zugute kommt, der den Block erzeugt. Die Grundgebühr wird in jedem Fall verbrannt.

Durch diesen neuen Mechanismus soll erreicht werden, dass die Gaskosten besser vorhersagbar sind. Dadurch können Wallets und DApp-Entwickler den Gaspreis besser einstellen.

EIP 1559 nach wie vor in weiter Ferne

Im August gab Anthony Sassano eine Schätzung ab, wann das Improvement Protocol für die Impementierung bereit sein könnte:

Wenn ich ein Startdatum für EIP 1559 schätzen müsste, würde ich vielleicht (ein sehr großes Vielleicht) sagen, in 6 bis 12 Monaten, falls wir die Community davon überzeugen können, dieses Ethereum Upgrade umzusetzen.

Bis dahin ist noch sehr viel Forschung nötig. Eine große Frage dreht sich darum, ob der neue Preisfindungsmechanismus die Gefahr von Denial of Service Attacken vergrößern könnte. Der derzeitige Auktionsmechanismus verhindert DoS-Attacken wirksam, da Angreifer immense Summen zahlen müssten, um die Ethereum-Blockchain zu blockieren.

Natürlich kann es auch, angesichts der langen Umsetzungszeit, gut möglich sein, dass EIP 1559 bis dahin durch den Start von Ethereum 2.0 obsolet wird. Dann könnte der neue Preisfindungsmechanismus bestenfalls auf der Legacy-Chain implementiert werden, welche eine Shard von Ethereum 2.0 werden soll.

Da Ethereum 1.0 nach wie vor auf Basis von Proof of Work funktioniert, liegt es schließlich an den Minern, das Upgrade umzusetzen. Da sie durch EIP 1559 weniger von den Gasgebühren erhalten würden, ist es sehr fraglich, ob sie das Upgrade unterstützen.

Coinbase Pro listet Wrapped Bitcoin

Die Krypto-Börse Coinbase Pro hat mit WBTC/BTC und WBTC/USD zwei neue Handelspaare notiert.

Bei Wrapped Bitcoin handelt es sich um eine als ERC-20 Token verpackte Version von BTC. Damit kann man Bitcoin auch über die Ethereum Blockchain verschicken und auch auf DeFi-Plattformen anlegen.

Neben WBTC gibt es auch andere Dienste, die tokenisierte Versionen von Bitcoin ermöglichen. Die Gesamtsumme an Bitcoin, welche verpackt wurden, hat kürzlich mit 1,64 Mio. USD einen neuen Rekordwert erreicht. Das entspricht 0,8 % der Umlaufversorgung von Bitcoin. Davon entfallen derzeit knapp 1,2 Mio. USD auf WBTC.

YFI, SUSHI und UNI könnten sich ihrem Tiefpunkt nähern

Unser Analyst Valdrin Tahiri hat drei DeFi-Tokens identifiziert, welche sich ihrem Tiefpunkt nähern können.

Yearn Finance (YFI) folgt einer absteigenden Resistenzlinie und hat kürzlich eine Resistenz bei 16,000 USD bestätigt. Derzeit scheint ein Abstieg bis auf 11,000 USD wahrscheinlich.

Kursverlauf von Yearn Finance (YFI). Quelle: Tradingview.

SushiSwap (SUSHI) folgt nach einer Korrektur zwischen dem 7. und dem 10. Oktober wieder einer absteigenden Resistenzlinie. Der Moving Average hat eine bullische Divergenz erzeugt, allerdings steht der RSI weiterhin absteigend unter 50. Ein Ausbruch von der Resistenz könnte SUSHI auf eine neue Resistenz bei 0,87 USD schicken.

Kursverlauf von SushiSwap (SUSHI). Quelle: Tradingview.

Ähnlich wie SUSHI hatte auch UNI eine Korrektur zwischen dem 7. und dem 10. Oktober. Er hat eine kleinere Unterstützung bei 3,20 USD bestätigt und zeigt bullische Divergenzen. Ein Ausbruch von der fallenden Resistenzlinie könnte UNI Richtung 3,66 USD schicken.

Kursverlauf von Uniswap (UNI). Quelle: Tradingview.

Marktbericht

DeFiPulse berichtet derzeit ein Total Value Locked (TVL) von 11,03 Mrd. USD (-2,0 %). Der DeFiPulse Index steht bei 80,58 (-5,5 %). Die größten DeFi-Plattformen sind derzeit Uniswap (2,67 Mrd., -2,9 %), Maker DAO (1,94 Mrd., -1,1 %), Aave (1,07 Mrd., -2,4 %), Curve Finance (927 Mio., -2,6 %) und Compound (864 Mio., -2,3 %).

Laut Messari haben DeFi Tokens im gewichteten Schnitt -3,9 % verloren. Der größte Verlierer war Meta (-31,0 %). Der größte Gewinner war yAxis (+8,1 %).

Stand: 17. Oktober 2020, 5:28 Uhr.