DeFi Daily: Kein zweiter Airdrop bei Uniswap

Artikel teilen
IN KÜRZE
  • Auch der zweite von Dharma eingeleitete Governance-Vote bei Uniswap schlug fehl.

  • Es kommen Bedenken auf, da beide Abstimmungen vorzeitig beendet wurden.

  • Laut den Vorhersagemärkten könnte ein Wahlsieg Donald Trumps den ETH-Kurs um 19 % einbrechen lassen.

  • promo

    Weitere Nachrichten und Updates teilen wir in unserer Telegram Gruppe. Trete uns bei und erhalte täglich Handelsideen und Analysen zu Kryptowährungen!

Das Trust Project ist ein internationales Konsortium von Nachrichtenorganisationen, die Standards für Transparenz entwickeln.

Der Krimi um die Uniswap-Governance geht weiter. Nun wurde eine Abstimmung niedergeschmettert, welche einen Airdrop an 12.000 Proxy-Adressen eingeleitet hätte.



Proxy-Adressen sind in diesem Fall Ethereum-Adressen welche Uniswap in der Vergangenheit nicht selbst nutzten, sondern durch ein anderes DeFi-Protokoll. Diese hatten bei dem Airdrop im September keinen Anspruch auf die 400 UNI, welche aktive Nutzer der dezentralen Handelsplattform erhielten.

Heikle Governance geht in die zweite Runde

Wie BeInCrypto berichtete, versuchte sich die DeFi-Kreditplattform Dharma kürzlich an einer Governance-Abstimmung, um das benötigte Quorum für Vorschläge zu senken. Zusammen mit zwei anderen Walen, Gauntlet Network und Andre Cronje, hätte Dharma bereits diese Abstimmung fast im Alleingang entschieden. Dadurch hätten sie ihre Macht über Uniswap weiter ausbauen können. Der Vorschlag erhielt jedoch nur 39,6 Mio. statt der benötigten 40 Mio. Stimmen.



Auch die zweite Governance-Abstimmung wurde von Dharma eingeleitet. Das Protokoll forderte, dass ihre Nutzer, sowie die Nutzer anderer DeFi-Protokolle und DEX-Aggregatoren, welche auf Uniswap aufbauen, ebenfalls eine Auszahlung über 400 UNI erhalten sollten. Der Vorschlag erhielt überwältigende Zustimmung. Das lässt sich natürlich teilweise auf die hohe Stimmgewalt von Dharma zurückführen.

Aber auch seitens der Community gab es Fürsprecher. Sie geben an, dass es unfair wäre, Entwickler von DeFi-Protokollen, welche Uniswap ihr Vertrauen schenken, von dem Airdrop auszuschließen. Gegner des Vorschlags argumentierten, dass der Airdrop ausschließlich Nutzern vorbehalten sein sollte, die Uniswap selbst treu sind.

Knappe Entscheidung oder faules Spiel?

Auch diese zweite Governance-Abstimmung von Dharma fiel erneut extrem knapp aus. Diesmal erreichte der Vorschlag 37,6 Mio. Fürstimmen.

https://twitter.com/JackieLTweets/status/1322326180087898112

Es gab jedoch heftige Kritik an der Abstimmungsweise. Wie bereits bei der ersten Abstimmung auch endete die Abstimmungsphase früher, als in dem Vorschlag angegeben. Hätte Uniswap die Abstimmungsfrist vollständig eingehalten, wäre es durchaus möglich gewesen, dass spätentschlossene UNI-Eigner das Ergebnis bei beiden Vorschlägen noch gedreht hätten. Da manche Eigner sehr lange warten, um die Stimmung der Community und das Für und Wider für einen Vorschlag abzuwägen, ist dies durchaus nicht unrealistisch.

US-Wahlkampf befeuert Vorhersagemärkte

Kommen wir zu einer anderen Art von Abstimmung. Am 2. November finden die US-Präsidentschaftswahlen statt. Dezentrale Vorhersagemärkte verzeichnen derzeit Rekordwerte. Wie BeInCrypto berichtete, startete Catnip vor Kurzem einen automatischen Kursmakler für den entsprechenden Vorhersagemarkt auf Augur. Dieser verzeichnete am vergangenen Tag ein Handelsvolumen von stolzen 300.000 USD, was dem Ersteller des Marktes 3000 USD einbrachte. Derzeit schätzt Catnip die Chancen auf einen Wahlsieg Donald Trumps auf rund 40 % ein.

Auch die Plattform Omen konnte einen Rekordwert für ihren Vorhersagemarkt verzeichnen. Dort gibt es zwei Märkte, von denen einer in DAI und ein anderer in ETH abgerechnet wird. Das gibt uns Aufschluss darüber, wie die US-Wahl die Krypto-Märkte beeinflussen werden.

Martin Köppelmann, Gründer der Vorhersagemarkt-Plattform Gnosis, erklärt wie diese Einschätzung zustande kommt.

Angenommen wir haben zwei Märkte für die selbe Frage, aber sie sind in verschiedenen Assets notiert. Eine einfache Annahme wäre, zu sagen dass beide Märkte zum selben Preis gehandelt werden. […] Aber es gibt gute Gründe, warum dies nicht der Fall sein sollte.

Ein extremes Beispiel wäre: “Wird ETH auf nahezu $0 abstürzen?”. Um dieses Konzept zu demonstrieren, nehmen wir an, dass die Wahrscheinlichkeit dafür 5 % beträgt. Der DAI-Markt dafür würde demnach zu einem Kurs von 0,05 DAI handeln, aber es würde keinen Sinn ergeben, Anteile dafür zum Preis von 0,05 ETH zu kaufen.

Er schätzt, dass die Kurse für ETH bei einem Wahlsieg Trumps um bis zu 19 % einbrechen könnten.

Marktbericht

DeFiPulse berichtet derzeit ein Total Value Locked (TVL) von 11,02 Mrd. USD (+1,3 %). Der DeFiPulse Index steht bei 66,82 (-0,7 %).

Die größten DeFi-Plattformen sind derzeit Uniswap (2,75 Mrd., +2,7 %), Maker DAO (1,98 Mrd., +0,5 %), Compound (1,06 Mrd., +0,3 %) und Aave (973 Mio., +0,1 %).

Laut Messari haben DeFi Tokens im gewichteten Schnitt -0,9 % verloren. Die größten Gewinner waren Loopring (+16,0 %) und Meta (+14,6 %). Der größte Verlierer war Swerve (-11,3 %).

Stand: 01. November 2020, 3:47 Uhr.

Haftungsausschluss

Alle auf unserer Website enthaltenen Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Die journalistischen Beiträge dienen nur allgemeinen Informationszwecken. Jede Handlung, die der Leser aufgrund der auf unserer Website gefundenen Informationen vornimmt, geschieht ausschließlich auf eigenes Risiko.
Share Article

VERWANDTE THEMEN

Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

MEHR ÜBER DEN AUTOR