Dennis Koray im Interview: „Bitcoin? Schonmal gehört!“

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IN KÜRZE
  • „Dann habe ich auf einmal gemerkt, das ist eine Revolution.“

  • „Ich könnte mir schon vorstellen, dass Bitcoin richtig groß wird.“

  • „Ich stehe morgens auf, gucke mir den Bitcoin-Preis an und wenn ich abends ins Bett gehe, ich bin süchtig danach.“

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Krypto-Interessierte, die sich ein wenig im Space auskennen, werden sicherlich schon auf den Bitcoin Informant Dennis Koray getroffen sein. Wir hatten die Möglichkeit mit dem BTC-Experten über sein Business und seine Gedanken zu Bitcoin zu sprechen.



Dennis ist vor allem für seine informativen und unterhaltsamen Videos über die Geschehnisse in der Krypto-Welt bekannt. Auf seinen Kanälen liefert Dennis seinen Zuschauern, Lesern und Zuhörern diversifizierte Informationen, Ansichten und Einblicke. Außerdem schreibt Dennis für das Magazin wallstreet-online.de. Wer ein wenig mehr über Dennis erfahren möchte, kann auf seiner Webseite, Instagram oder Steemit vorbeischauen.

Über Revolution und Viren

Wie bist du zu Bitcoin gekommen?



2016 hat mir ein Kollege ein Business vorgestellt. Und in diesem Business konnte man eben nur mit Bitcoin bezahlen. Da ging es um das Bitcoin Mining. Das habe ich mir angesehen, fand das Geschäft aber nicht so interessant, aber bin da eben das erste Mal mit Bitcoin in Berührung gekommen.

Dennis hatte bei seiner ersten Berührung mit dem Bitcoin-Space einige Fragen…

Was ist das? Was steckt dahinter? Dann habe ich auf einmal gemerkt, das ist eine Revolution. Ein dezentrales Geldsystem, dass nicht von einer Zentralbank oder Firma ausgegeben wird, das gab es so in dieser Form noch nicht. Dann habe ich mich mit ein bisschen Kleingeld eingekauft und Anteile von einem Bitcoin gekauft. Hinterher ist man natürlich immer schlauer und weiß, man hätte mehr investieren können. 2016, da war der Bitcoin ungefähr bei 400 USD. Auf einmal hatte ich den Bitcoin-Virus.

Er erklärt mir, dass dieser Virus einen gewaltigen Vorteil hat:

Diesen Virus zu haben, ist gut, weil man sich dann mit dem Thema Geldsystem befasst. Wie funktioniert eigentlich das Ganze mit dem Geld? Dann merkt man relativ schnell, dass unser jetziges Geldsystem gar nicht so positiv ist, wie es den Menschen verkauft wird. Bitcoin ist eine interessante Alternative, die den Menschen die Souveränität über ihr Geld zurückgibt. Diese Freiheit ermöglicht es, dass Menschen auf der ganzen Welt ohne eine dritte Instanz Geld hin und her senden können. Das hat mich von Anfang an begeistert und tut es heute noch.

Über Cashreserven und MicroStrategy

Was macht Bitcoin im Vergleich zu anderen Kryptowährungen so interessant?

Klar, Bitcoin ist die Nummer 1. Das ist die erste Kryptowährung, hat den größten Netzwerkeffekt, hat die größte Marktkapitalisierung, hat die größte Community, das ist ganz klar. Auch wenn Bitcoin technisch nicht der beste Coin ist – es ist nicht der schnellste Coin, nicht der günstigste Coin. Aber es ist der Coin, den jeder kennt. Wenn man über Kryptowährungen spricht, Bitcoin? Schonmal gehört! Wenn man dann über Ethereum oder Dash spricht, kennen die meisten Leute nicht.

Dennis erklärt mir, dass Bitcoin das Zugpferd ist:

Ob das immer so bleiben wird, ist schwierig zu sagen. Ich könnte mir schon vorstellen, dass Bitcoin richtig groß wird. Aber als tägliches Zahlungsmittel werden sich andere Kryptowährungen durchsetzen. Bitcoin wird wahrscheinlich eher das digitale Gold sein. Ob das dann wirklich funktioniert – digitales Gold – ohne einen weiteren Usecase als Währung, das wird die Zeit zeigen. Aber wir sehen ja grade, wie viele Institutionen in Bitcoin reinkommen. Das sind teilweise große Unternehmen, die ihre Cashreserven aufgrund der Corona-Krise, der Inflation und der Angst vor der Abwertung des Geldes in Bitcoin investieren.

BeInCrypto berichtete kürzlich, dass große Unternehmen wie MicroStrategy und Squre in den Bitcoin-Bereich eingestiegen sind. Dennis greift die Thematik auf:

Da haben wir jetzt in diesem Jahr ein paar Beispiele gesehen. Die Firma MicroStrategy hat 400 Millionen in Bitcoin investiert, weil sie Angst haben, dass das Geld durch die Politik der Zentralbanken entwertet wird. Das Beispiel macht grade die Runde. Und ich denke, dass wir in Zukunft immer mehr Unternehmen sehen werden, die Bitcoin als ein Asset halten, um sich ein bisschen abzusichern.

Über Emotionen und Communites

Wie sehr ist Bitcoin bereits in deinen Lebensalltag integriert?

Ich stehe morgens auf, gucke mir den Bitcoin-Preis an und wenn ich abends ins Bett gehe, ich bin süchtig danach. Es ist allgegenwärtig. Ich mache fünfmal wöchentlich die YouTube Show dazu, bin also schon ziemlich tief drin in der Szene und verdiene mein Geld auch in Krypto. Das ist eigentlich das, was es für mich so interessant macht: Ich kann in dieser Branche Geld verdienen. Dafür bin ich dankbar, das gibt mir ein Gefühl von Sicherheit. Ich habe lieber Coins als Geld auf der Bank, weil ich weiß, dass die Coins wirklich mir gehören. Bitcoin ist allgegenwärtig bei mir, ein Tag ohne Bitcoin? Ich glaube, ich hatte keinen Tag, wo ich nicht an Bitcoin gedacht habe.

Dennis erklärt, dass diese emotionale Bindung vielleicht nicht immer gesund ist:

Als der Preis im Keller war, hatte ich daran zu knabbern. Da stand der Bitcoin bei 3.000 USD – da fragst du dich, habe ich die richtige Entscheidung getroffen? Dann geht der Preis wieder hoch und du denkst, alles gut! Diese emotionale Achterbahnfahrt ist nicht leicht.

Menschen, die sich intensiv mit Fiatwährungen beschäftigen, haben sicherlich ähnliche Sorgen.

Ja, aber da geht es nur in eine Richtung. Das Geld wird weniger wert.

Dennis erklärt mir, welche Vorteile die Kryptowährungen ganz konkret in seinem Alltag haben:

Ich bin öfters auf Konferenzen im Ausland und muss Dank Krypto keine Währungen tauschen. Ich versuche mein Leben mit Krypto zu bestreiten, grade international gesehen, findet man in jeder größeren Stadt eine Krypto-Community. Die Krypto-Szene ist ziemlich cool, aber die Leute, die in Krypto drin sind, die sind noch ein Stück cooler. Das sind offene, liberale Leute, wo ich mich einfach auch wohlfühle.

Über Milliardenstrafen und Geschenke

Welchen Einfluss auf das Image von Krypto könnte der OneCoin Film haben?

OneCoin war natürlich ein richtig heftiger Scam, hatte nicht wirklich etwas mit Kryptowährungen zu tun. Aber die Story ist genial. Wenn du bedenkst, dass eine kriminelle Bande mehrere Millionen umgesetzt haben. Das wirft ein schlechtes Licht auf die Branche, weil sie es unter dem Motto „wir sind der bessere Bitcoin“ verkauft haben. Ich denke, wird ein spannender Film werden. Hollywood neigt zu Übertreibungen. Ich habe mich selbst intensiv mit der Story auseinandergesetzt, viele Artikel gelesen, kannte viele Leute, die investiert haben. Ich bin auf die Umsetzung der Story gespannt.

Dennis führt aus, dass die öffentlichen Medien Krypto häufig kriminalisieren:

In den Medien wird oft versucht Krypto in die kriminelle Ecke zu stellen: Steuerhinterziehung, Geldwäsche. Wenn wir mal gucken, wo die Kriminellen sitzen, dann sitzen die nicht in der Krypto-Branche, sondern teilweise in den Banken. Du siehst ja, was da für Milliardenstrafen da gezahlt werden. Und dann geht alles so weiter wie bisher.

Ganz andere Seite der Kriminalisierung: Ich habe letztens gelesen, dass Steuern auf Krypto gegen die Verfassung sind. Was denkst du dazu?

Über das Thema Steuern kann man sich generell streiten. Wir haben natürlich Glück, wenn man Kryptos länger als ein Jahr hält, ist alles steuerfrei. Aber es ist ein Stein, der der Adaption im Weg liegt. Wenn du in die USA blickst: Theoretisch müsstest du beim Bezahlen mit Krypto nachweisen, wann du die für welchen Preis gekauft hast. Die Differenz müsstest du versteuern. Das zu tracken, ist eine Katastrophe. Und das ist auch glaube ich einer der Gründe, warum Krypto als Währung noch keine große Anwendung findet. Im Bereich der Spekulation gibt es klare Regeln, das macht es einfacher. Grundsätzlich bin ich eh dafür, dass wir den Staat auf ein Minimum herunterfahren, Steuern abschaffen. Es funktioniert auch ohne staatliche Kontrolle. Für Viele ist Krypto natürlich auch Weg sich diesem System zu entziehen. Für mich ist es schön, dass wir eine Alternative haben. Und Alternativen bedeuten Freiheit.

Und zum Schluss…

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Krypto ist ja letztendlich eine ganz kleine Nische, grade in Deutschland. Die paar tausend Menschen, die man damit erreicht. Außerdem ist es eine sehr männerdominierte Szene. Wie kann man Frauen dieses Thema näherbringen? Die Frauen fehlen, die Frauen machen die Hälfte der Menschheit aus. Diese Hälfte müssen wir noch gewinnen. Deswegen mache ich die Show, um die Menschen zu erreichen, um aufzuklären. Außerdem verschenke ich zu Geburtstagen und Hochzeiten gerne Bücher über Krypto, es gibt ja einige gute Bücher. Ich verschenke auch gerne Paper Wallets, dann erkläre ich, wie das funktioniert – man muss es praktisch erleben, man muss Krypto praktisch nutzen, weil nur so kriegt man ein Gefühl dafür. Ich bin ein Fan davon, Krypto im Alltag einzubinden.

Danke, Dennis!

Zu einer Analyse über mögliche Bitcoin-Verbote geht es hier entlang.

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Alex hat ihren Bachelor in Orient- und Asienwissenschaften an der Friedrich-Wilhelms Universität Bonn absolviert, danach Deutsch als Fremdsprache am Goethe Institut studiert und ihren Master in Arabistik an der Freien Universität Berlin absolviert. Seit 2017 ist sie als Krypto-Journalistin tätig.

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