Am 14. März hat die Ethereum Foundation, die gemeinnützige Organisation hinter dem Blockchain-Netzwerk, bekannt gegeben, dass sie den Verkauf von 5000 ETH an BitMiner über eine außerbörsliche Transaktion abgeschlossen hat.
Auffällig ist, dass die Foundation in der Vergangenheit wegen ihrer ETH-Verkäufe unter Beobachtung des Marktes stand.
Ethereum Foundation treibt BitMiners Vorstoß auf 5%-Kontrolle voran
Die Foundation teilte mit, sie habe die Token zum Durchschnittskurs von 2042,96 USD verkauft, um ihre zentralen Aktivitäten wie Protokollforschung und Entwicklung zu finanzieren.
Die Entscheidung, BitMine als direkten Vertragspartner zu wählen, hat jedoch sofort Kritik ausgelöst.
BitMine ist derzeit der größte Unternehmens-Halter von Ethereum und kontrolliert mehr als 4,47 Millionen Token mit einem Wert von etwa 9,07 Milliarden USD.
Das liegt daran, dass das von Tom Lee geführte Unternehmen die Kryptowährung im vergangenen Jahr massiv akkumuliert hat und öffentlich erklärt hat, 5% des gesamten Umlaufs besitzen zu wollen.
In einem Proof-of-Stake-Netzwerk sind Stimmrecht und Einfluss auf die Konsensbildung direkt an die Anzahl der gehaltenen Token gebunden. Daher führt die Konzentration von Vermögenswerten bei einem einzigen Unternehmen zu einem Widerspruch mit dem bisherigen Engagement der Foundation für Dezentralisierung und Anti-Monopol-Prinzipien.
Gleichzeitig zeigt die Transaktion einen grundlegenden Strategiewandel der Foundation. Nach dem Verkauf besitzt die Organisation etwas mehr als 200.000 ETH, die etwa 424 Millionen USD wert sind.
Da der Finanzierungszeitraum des Treasury schrumpft, hat die Foundation kürzlich ihre langjährige Strategie aufgegeben, Vermögenswerte ungenutzt zu halten. Diese Policy sollte ursprünglich vermeiden, den Netzwerk-Konsens zu beeinflussen.
Im vergangenen Monat wurden 70.000 Token gestakt, um Erträge zu generieren. Die Staking-Belohnungen sollen für die Entwicklung des Ökosystems und Community-Förderungen genutzt werden.
Gleichzeitig hat die Foundation ein neues Governance-Manifest veröffentlicht, das sie an strikte ideologische Grundsätze bindet.
Das neue Mandat richtet die Foundation und ihre Mitarbeitenden auf Dezentralisierung und Open-Source-Prinzipien aus. Protokolle, die als „überwachungsfreundlich” oder „zentralisierungsabhängig” gelten, werden ausdrücklich ausgeschlossen.
Diese umfassenden finanziellen und strategischen Änderungen fallen zusammen mit einem Führungswechsel in der Organisation. Anfang dieses Monats trat der Co-Geschäftsführer Tomasz Stańczak unerwartet zurück, Bastian Aue wurde als interimistischer Nachfolger benannt.