Die Europäische Zentralbank hat gerade die Leitzinsen erhöht. Für alle, die einen Euro-Stablecoin halten, bleibt die Rendite jedoch genau gleich: null.
Am Donnerstag hat die Europäische Zentralbank alle drei Leitzinsen um 25 Basispunkte angehoben. Ab dem 16. September steigt der Einlagenzinssatz, also das, was Banken für das kurzfristige Parken von Geld bei der Eurozone bekommen, auf 2,50 %.
Grund dafür ist die Inflation. Die EZB erwartet nun eine Inflationsrate von 3,0 % in diesem Jahr, 2,5 % im Jahr 2027 und 2,1 % im Jahr 2028. Der Konflikt im Nahen Osten sorgt weiterhin für Druck auf die Energiepreise.
„Die Inflation wird voraussichtlich über einen längeren Zeitraum deutlich über dem Zielwert bleiben”, teilte die EZB mit.
BeInCrypto berichtete im Juli, dass Ökonomen mit der Erhöhung im September rechneten.
MiCA schafft eine seltsame Trennung
Nach MiCA sind Euro-Stablecoins wie Circles EURC E-Geld-Token. Artikel 50 besagt, dass Herausgeber und Krypto-Plattformen Haltern keine Zinsen zahlen dürfen. Das Verbot umfasst sogar Vorteile oder Rabatte, die davon abhängen, wie lange jemand den Token hält.
„Jegliche Vergütung oder ein anderer Vorteil, der mit der Haltezeit des Tokens zusammenhängt, kann als Zins gelten”, so MiCA.
Zudem müssen Herausgeber das Geld, das hinter diesen Token steht, absichern. Mindestens 30 % müssen als Bankeinlagen bestehen bleiben. Der Rest kann in sicheren, sehr liquiden und risikoarmen Vermögenswerten liegen.
Diese Reserven können Erträge abwerfen. Halter dürfen dennoch keine Zinsen nur für das Halten des Tokens erhalten.
Circle betreibt den EURC seit Juli 2024 mit einer französischen E-Geld-Lizenz. Der Marktwert liegt derzeit bei rund 466 Millionen USD.
Diese Lücke ist nicht neu. Als die Stablecoin-Regeln von MiCA im Juni 2024 in Kraft traten, lag der Einlagenzins der EZB bei 3,75 %. Der regulierte Krypto-Markt in Europa unterliegt seitdem dem Zinsverbot.
Mit der Erhöhung am Donnerstag beträgt die Differenz zwischen EZB-Einlagenzins und erlaubtem Ertrag für Halter wieder 250 Basispunkte.
Die EZB betont, dass sie sich nicht auf einen bestimmten Zinsweg festlegt. Halter von Euro-Stablecoins haben weniger Unsicherheit. Egal, was als nächstes passiert: Der Token selbst zahlt weiterhin null.









