Gold bleibt trotz Scheitern des Iran-Deals stabil, institutionelle Anleger kaufen gezielt

  • Spekulanten reduzieren 10.314 Gold-Long-Positionen, Hedger erhöhen um 5.121: Frühes Zeichen für Akkumulation
  • Gold-Kurs zeigt sich stabil, trotz 6,5-%-Rückgang bei Öl und gescheiterten Iran-Gesprächen
  • Der Kauf von GLD-Puts hat sich verdoppelt, aber eine Waffenruhe und sinkende Zinsen könnten den Goldpreis steigen lassen
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Der Goldpreis hat sich in dieser Woche kaum bewegt, obwohl die Gespräche zwischen den USA und Iran über eine Waffenruhe gescheitert sind und der Ölpreis stark schwankte. Einen Hinweis gibt ein wöchentlicher Bericht über die Positionen der größten Trader.

Dieser Bericht zeigt eine ruhige Übergabe bei nahezu unverändertem Preis. Große Spekulanten verlassen Gold, während kommerzielle Hedger einsteigen. Solche Verschiebungen treten oft auf, bevor sich der Preis bewegt.

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Positionsdaten zeigen: Fonds verkaufen, Hedger kaufen

Jede Woche veröffentlicht die US-Terminmarktaufsicht einen Bericht, der offiziell Commitments of Traders oder COT genannt wird. Er zeigt, wie die größten Trader im Gold-Futures-Markt positioniert sind. Es gibt zwei Gruppen. Kommerzielle Marktteilnehmer sind Hersteller und Hedger, welchen oft nachgesagt wird, die „smarten” Investoren zu sein. Nicht-kommerzielle Investoren sind die großen Spekulanten, die Goldtrends verfolgen.

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Laut dem aktuellen Bericht haben sich beide Gruppen unterschiedlich verhalten. Spekulanten haben 10.314 Long-Kontrakte verkauft, während kommerzielle Teilnehmer 5.121 Longs gekauft und 742 Shorts reduziert haben.

Das ist aussagekräftig. Wenn viele verkaufen und Hedger kaufen, werden Gold-Futures-Positionen abgebaut, während die informierte Seite leise akkumuliert.

Das gesamte Open Interest fiel zur gleichen Zeit um 25.836 Kontrakte. Das zeigt, dass veraltete Positionen abgebaut werden und keine neuen Short-Positionen hinzukommen. Ein solcher Rückgang, während Hedger kaufen, markiert häufig einen Boden, nicht ein Hoch.

Gold Trader Positionierung
Gold Trader Positionierung: Tradingster

Ein Boden ist dadurch zwar nicht garantiert. Dennoch deuten die Positionsdaten darauf hin, dass informierte Investoren auf dem aktuellen Niveau einen Wert sehen, während Spekulanten aufgeben. Diese frühe Divergenz zeigt sich oft, bevor sich der Preis dreht.

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Die Frage bleibt, warum sich diese Entwicklung vollzieht, während die Schlagzeilen das Gegenteil erwarten lassen.

Fonds steigen aus – trotz gescheiterter Iran-Gespräche

Die Rahmenbedingungen hätten den Goldpreis eigentlich antreiben sollen. Der Iran hat am 1. Juni die Gespräche über eine Waffenruhe mit den Vereinigten Staaten wegen Israels Angriffen im Libanon abgebrochen, und die Angriffe in der Region gehen weiter.

Öl hat wie ein Kriegs-Asset reagiert. Brent ist im Mai um etwa 19% gefallen, weil eine Waffenruhe erwartet wurde. Dann stieg der Kurs nach dem Scheitern der Gespräche und der erneuten Drohung einer Blockade der Straße von Hormus um mehr als 4%. Trotzdem handelt Öl auf Wochenbasis niedriger. Eigentlich hätte das die Edelmetallpreise stützen sollen.

Gold Spot Kurs
Gold Spot Kurs: Investing.com

Gold tat fast nichts. XAU/USD legte am Tag weniger als 1% zu und in der Woche um nur 0,46%, während Öl im gleichen Zeitraum 6,5% verlor. Das klassische Gold-Safe-Haven-Narrativ wurde kaum beantwortet, obwohl die Friedensverhandlungen scheiterten.

Brent Öl-Futures
Brent Öl-Futures: Investing.com

Genau diese Entwicklung ist entscheidend. Öl preist weiterhin das Iran-Drama ein, während Gold ruhig bleibt. Die Positionsdaten zeigen den Grund: Da die Spekulanten draußen sind, ist kein „schnelles Geld” mehr da, das Gold auf Kriegsnachrichten handelt. Die Optionsmärkte spiegeln dies ebenfalls wider, wenn auch aus einem anderen Blickwinkel.

GLD-Optionen signalisieren Vorsicht, keine Kapitulation

Optionen auf den SPDR Gold ETF zeigen derzeit ein vorsichtiges, aber nicht bärisches Bild. Das Put/Call-Verhältnis misst, wie viele bärische Puts im Vergleich zu bullischen Calls gehandelt werden. Steigt das Verhältnis, bedeutet das mehr Absicherungsbedarf.

Das Put/Call-Verhältnis für Gold ist nach Handelsvolumen Ende Mai von 0,26 auf 0,64 gestiegen. Vor allem gab es neue Put-Käufe, als die Waffenruhe wackelte.

GLD Put Call Verhältnis
GLD Put Call Verhältnis: Barchart

Das Open-Interest-Verhältnis fiel hingegen von 0,58 auf 0,55 und bleibt damit deutlich unter 1. Das Orderbuch ist weiterhin stärker auf Calls ausgerichtet, sodass größere Investitionen weiter bullisch bleiben, auch wenn die tägliche Absicherung gestiegen ist.

GLD Put-Call-Verhältnis Aktuelle Daten
GLD Put-Call-Verhältnis Aktuelle Daten: Barchart

Insgesamt zeigt sich ein Bild von „trockenem Pulver”. Kommerzielle Hedger kaufen Futures, das Optionsbuch bleibt bullisch ausgerichtet und nur die Anleger, die dem Trend folgen, haben sich zurückgezogen.

Für eine Preisprognose erwartet APMEX-Direktor Brett Elliott im Juni einen Goldpreis zwischen 4.300 und 4.725 USD. Er betont, dass Gold sich während des Krieges wie ein Risiko-Asset verhielt, das mit dem Ölpreis verbunden ist.

Im Moment hängt der Goldpreis von einem Faktor ab: Ob spekulative Anleger zurückkehren.

Ein Waffenstillstand, der hält und damit den Druck auf Öl und Zinsen verringert, wäre das bullische Szenario, das Spekulanten anziehen könnte. Ein erneutes Aufflammen des Krieges mit steigenden Ölpreisen und Zinsen würde den Goldpreis vermutlich begrenzen.


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