So schlagen Wale Citigroup zum 4.000-USD-Gold-Handel

  • Citigroup senkt kurzfristiges Gold-Kursziel auf 4.000 USD, während institutionelle Anleger und Wale bereits auf fallende Kurse gesetzt hatten
  • Auf Hyperliquid halten Smart Money und Wale zusammen einen Netto-Short von 18,8 Millionen USD, Top-Shorts sind im Gewinn, große Longs liegen im Minus
  • Feste Treasury-Renditen, steigende Erwartungen für Zinserhöhungen sowie schwache Gold-Silber- und Gold-Öl-Verhältnisse haben das makroökonomische Umfeld seit Wochen gegen Gold gewendet
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Citigroup hat diese Woche das kurzfristige Kursziel für Gold angepasst, und erfahrene Investoren haben bereits Long-Positionen gekauft, bevor die Analyse veröffentlicht wurde. Die größten Trader waren bereits im Markt aktiv.

Das Kursziel wurde von 4.300 USD auf 4.000 USD gesenkt. Dennoch hatten das Perpetuals-Orderbuch, der Optionsmarkt und das makroökonomische Umfeld seit Wochen eine bärische Tendenz gezeigt. Die Bank hat den Handel damit bestätigt, aber nicht als erste erkannt.

Die Revision: Citi folgt dem Markt

Hier die Überschrift: Citi hat das kurzfristige Kursziel für Gold von 4.300 USD auf 4.000 USD gesenkt. Grund dafür könnten Erwartungen höherer US-Leitzinsen im laufenden Jahr sein, ausgelöst durch die Situation in der Straße von Hormus und hohe Energiepreise.

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Das wirkt, als würde die Bank nach einer langen Rallye vorsichtiger. Das Überraschende ist das Timing, denn das große Kapital hat bereits vorher in die gleiche Richtung investiert.

Genau hier spielt die Marktpositionierung eine Rolle. Mit diesen Daten sehen Sie, wie die größten und erfolgreichsten Trader bereits vor den Schlagzeilen positioniert sind, ob long oder short.

Bei Gold zeigten diese Daten bereits seit Wochen Warnsignale, die auch Citi jetzt aufgreift. Die eigentliche Frage ist daher, wie professionelle Investoren früher als Citi ihre Position gefunden haben.

Wer war schneller, und warum ist das wichtig?

Zwei Gruppen von Tradern waren vor der Bank aktiv: die sogenannten Whales und die Smart Money-Investoren.

Wenn beide Gruppen in dieselbe Richtung investieren, ist das ein starkes Signal. Genau das war beim Goldkurs der Fall und zwar schon deutlich vor Citi.

Das zeigt sich am Perpetuals-Orderbuch. Auf Hyperliquid sind Smart Money und Whales beide netto short in Gold – gemeinsam knapp 18,8 Millionen USD. Smart Money hält rund 6,3 Millionen USD short, Whales sind mit 12,5 Millionen USD short engagiert und damit noch stärker positioniert.

Gold-Perps-Positionierung
Gold-Perps-Positionierung: Nansen Daten

Auch die Gewinnlage spricht für diese Überzeugung. Die wichtigsten Short-Positionen wurden zwischen 4.560 und 4.880 USD eröffnet und liegen aktuell alle im Gewinn. Die größten Long-Positionen wurden während des Anstiegs eröffnet und stehen daher aktuell im Verlust.

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Der Funding-Rate bestätigt das Bild: Bei etwa 5,47% pro Jahr und positiv zahlen Longs an Shorts, was typisch für einen Markt mit überwiegenden Short-Positionen ist.

Die Trader, die zuerst gehandelt haben, waren also bereits vor der Citi-Analyse auf einen Rückgang eingestellt. Der Optionsmarkt zeigt ein ähnliches Bild.

Auch der Optionsmarkt war bärisch

Dieses Signal wiederholt sich beim größten Gold-ETF. Das Put-Call-Verhältnis, das bärische gegenüber bullischen Investitionen misst, ist beim SPDR Gold Fonds in Richtung Puts verschoben.

Anfang Juni lag die Umsatzrelation bei etwa 0,64 und das Open Interest-Verhältnis bei rund 0,55. Inzwischen ist das Open Interest auf 0,59 gestiegen, während die Umsatzrelation auf 1,13 gesprungen ist.

Eine Umsatzrelation über 1 bedeutet, dass mehr Put-Kontrakte als Calls gehandelt wurden. Das ist ein klar bärisches Signal und passt zum Short-Überhang am Perpetuals-Markt.

GLD Put-Call-Verhältnis
GLD Put-Call-Verhältnis: Barchart

Zwei verschiedene Märkte, Perpetuals und ETF-Optionen, zeigten also das gleiche Muster. Auch am regulierten Markt wurde dies bestätigt.

Der COT-Bericht zeigt Rückzug der Institutionen

Das deutlichste Signal kam vom Commitments of Traders-Bericht, einer wöchentlichen CFTC-Veröffentlichung, die die Gold-Futures-Positionierung nach Trader-Typ aufschlüsselt.

Am 2. Juni lag das gesamte Open Interest um 27.437 Kontrakte niedriger bei 326.052. Sinkendes Open Interest bei fallenden Kursen deutet darauf hin, dass Trader Positionen schließen und nicht neue Longs eröffnen.

Wichtig sind die Details: Große Spekulanten haben ihre Short-Positionen reduziert, aber auch einige neue Longs aufgebaut. Kommerzielle Hedger bleiben mit 260.196 Kontrakten deutlich netto short gegenüber 53.851 Long-Kontrakten.

Diese Mischung zeigt, dass die Überzeugung auf der Long-Seite abnimmt. Der regulierte Future-Markt hat also Gold bereits vor dem Bericht von Citi weniger favorisiert.

Gold COT-Bericht
Gold COT-Bericht: Tradingster

Drei verschiedene Märkte – Krypto-Perpetuals, ETF-Optionen und regulierte Futures – waren also bereits vor der Citi-Analyse bärisch eingestellt. Die makroökonomische Lage lieferte für diese Positionierung die Gründe.

Das makroökonomische Umfeld spricht nicht mehr für Gold

Hier schließt sich der Kreis. Die Faktoren, die Gold normalerweise unterstützen, haben sich zuletzt langsam gegen Gold gewendet.

Die Treasury-Renditekurve ist stabil und steigt an, wobei die 30-jährige bei fast 5% und die 10-jährige bei 4,55% liegt. Höhere Renditen erhöhen die Opportunitätskosten, wenn Sie Gold halten, da Gold keine Erträge abwirft.

Renditekurve von Treasury-Anleihen
Renditekurve von Treasury-Anleihen: Charlie Quant Lab

Das steht direkt im Zusammenhang mit dem wahrscheinlichen Grund von Citi. Die Erwartung weiterer Zinserhöhungen steigt, da die Spannungen in der Straße von Hormus und die Energiepreise die Inflation auf einem hohen Niveau halten. Zudem wirkt ein stärkerer US-Dollar zusätzlich belastend.

Auch die Rohstoffverhältnisse zeigen das. Das Gold-Silber-Verhältnis liegt bei etwa 63,6, das Gold-Öl-Verhältnis bei etwa 48,4. Das zeigt, dass Gold weder an der Spitze der Rohstoffe steht noch eine massive Risikoaversion oder Stärke gegenüber Öl zeigt.

Rohstoffkurve
Rohstoffkurve: Charlie Quant Lab

Alle makroökonomischen Faktoren zeigten dieselbe Richtung wie die Positionierungen. Daher löste die nachfolgende Anpassung der Erwartungen bei Marktbeobachtern, die die Kapitalflüsse verfolgten, keine Überraschung aus.

Dennoch gilt diese Einschätzung nur für die kurzfristige Entwicklung und ist kein Urteil über Gold an sich. Große Banken bleiben langfristig bullisch. Zudem bedeutet die hohe Anzahl an Short-Positionen, dass plötzliche positive Nachrichten zu einem starken Short-Covering führen könnten.

Die Frage war nie, ob Citigroup bärisch wurde. Der Gold-Kurs hatte bereits allen, die die Institutionellen beobachteten, ein klares Bild gezeichnet.


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Haftungsausschluss

Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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