Investoren verkaufen 1,6 Mrd. USDC für USDT nach Tornado-Cash-Eklat

IN KÜRZE
  • Anleger transferierten 1,6 Milliarden USDC zu USDT, da US-Regulierungsbehörden gegen Krypto-Unternehmen vorgehen.
  • Rund 1 Milliarde US-Dollar wurden nach dem Verbot von Tornado Cash verschoben.
  • Für die Sicherheit der Anleger braucht der Kryptomarkt neue, wirklich dezentralisierte Stablecoins.
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Anleger haben im vergangenen Monat rund 1,6 Milliarden USDC in den konkurrierenden Stablecoin USDT verlagert. Dies geschah als Reaktion auf das Vorgehen von Regulierungsbehörden in den USA gegen Kryptowährungsunternehmen.

Nach dem Circle als Emittent von USDC am 10. August 75.000 USDC von Nutzern einfror, die mit dem Krypto-Mixer Tornado Cash in Verbindung standen, wurde eine beträchtliche Summe der Stablecoins für USDT verkauft. Der Krypto-Mixer wurde von der amerikanischen Regierung wegen Geldwäschevorwürfen sanktioniert.

Circle rechtfertigte die getroffenen Maßnahmen unter Berufung auf die US-Sanktionsgesetze, welche es einzuhalten gelte. Die Entscheidung stieß bei besorgten Krypto-Fundamentalisten jedoch auf Kritik. Derartige Handlungen seitens der Unternehmen würden das Kryptowährungsethos der Privatsphäre und Dezentralisierung untergraben.

Investoren nehmen ihr Kapital aus USDC

Laut Coinmarketcap stieg die gesamte Marktkapitalisierung von Tethers Stablecoin USDT in den fünf Tagen nach der Sanktion um etwa 1 Milliarde US-Dollar, auf einen Gesamtwert von 67,43 Milliarden US-Dollar. Dies geschah, nachdem Circle jene Wallet-Adressen, die mit Tornado Cash in Verbindung standen, auf eine Blacklist gesetzt hatte.

Daten zufolge sank der Gesamtmarktwert von USDC im selben Zeitraum um mehr als 500 Millionen US-Dollar. Dies deutet darauf hin, dass die überschüssigen Überweisungen an USDT möglicherweise von woanders stammen.

Über die letzten vier Wochen bis hin zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels sank die Marktkapitalisierung von USDC um 2,3 % oder 1,3 Mrd. US-Dollar auf einen Gesamtwert von 53,5 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich dazu stieg die Marktkapitalisierung von USDT im selben Zeitraum um 2,4 % bzw. 1,57 Milliarden US-Dollar.

“Nach dem jüngsten regulatorischen Vorstoß in den USA gegen Token und Kryptounternehmen würde es mich nicht überraschen, wenn sich Institutionen und größere Akteure mit ihrem Geld außerhalb der USA sicherer fühlen”, twitterte Gabor Gurbacs, Strategieberater beim Vermögensverwalter VanEck.

Sowohl USDC als auch USDT sind an den US-Dollar gekoppelt. Dem in Hongkong ansässigen Unternehmen Tether wird oft mangelnde Transparenz in Bezug auf die eigenen Reserven vorgeworfen, welche die USDT-Stablecoin absichern sollen. Centre ist das US-Konsortium hinter USDC und wird hingegen für seinen kritiklosen Umgang mit den Maßnahmen der Regierungsbehörden kritisiert.

Seit dem Launch von USDC im September 2018 hat Centre nun 81 Wallet-Adressen in Übereinstimmung mit den Sanktionen der US-Regierung gegen Krypto-Firmen, Einzelpersonen oder Gruppen blockiert.

Tether hatte im Mai eigene Probleme, als panische Investoren innerhalb weniger Tage nach dem spektakulären Zusammenbruch der Terra-Blockchain, USDT im Wert von etwa 7 Milliarden US-Dollar abzogen.

Krypto braucht dezentrale Stablecoins

Ego Huang, CEO der Krypto-Derivate-Handelsplattform Deepcoin, sagte gegenüber Be[In]Crypto, dass USDC durch das Akzeptieren einer “engen Abhängigkeit von den Regulierungen der US-Regierung” gelähmt sei.

“Das Unternehmen kann sehr einfach von amerikanischen Behörden kontrolliert werden. Die Anleger interessieren sich weniger für das Wohlergehen von Stablecoin-Emittenten, sondern viel mehr für die Sicherheit ihrer Gelder. Zentralisierte Behörden sollen keine Macht über ihre Anlagen haben.”

Huang fügte hinzu, dass das Fehlen von eindeutigen Regulierungen für Stablecoins “besonders schwierig ist. Denn egal wie Circle die Situation darstellt, die Anleger sind dadurch einer gewissen Willkür und möglicherweise einem Liquiditätsentzug ausgesetzt. Gelder sind demnach in USDC nicht sicher. USDT bietet in dieser Hinsicht mehr Sicherheit.”

Der CEO von Circle, Jeremy Allaire, versprach vor kurzem mehr Engagement, um die Datenschutzbedenken zu beseitigen, welche das Unternehmen belasten.

Laut Allaire war “der regulatorische Eingriff wegen der Tornado-Cash-Affäre nicht vollkommen legitim”. Der CEO verpflichtete sich, das politische Engagement zu verstärken, um die Privatsphäre der Nutzer im Einklang mit den Grundprinzipien der Kryptowährung besser zu schützen.

Iakov Levin, Gründer und CEO der Krypto-Investmentplattform Midas Investments, sagte, die “Situation mit Tornado Cash zeigt, dass niemand gegen den Einfluss der Regulierungsbehörden immun ist”.

“Wenn die US-Behörden sich in die entstehende dezentrale Wirtschaft einmischen wollen, dann kann absolut jedes Protokoll betroffen sein. Tornado ist keine Ausnahme”, so Levin gegenüber Be[In]Crypto. Weiter sagte er:

“Der Wechsel der Nutzer von USDC zu USDT ist ein Wechsel von einem zentralisierten Stablecoin zu einem anderen. Niemand kann garantieren, dass USDT nicht ähnliche Sanktionen verhängen und Wallets blockieren wird. Deshalb braucht der Kryptomarkt überbesicherte algorithmische Stablecoins wie FRAX und LUSD.”

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