Jim Cramer zu Marvells 8%-Rückgang: Das Problem ist der Kurs, nicht das Quartal

  • Jim Cramer warnt: Marvell-Aktie könnte nach 178%-Rallye bis 2026 von Gewinnmitnahmen betroffen sein
  • Marvell übertrifft Erwartungen mit 2,74 Milliarden USD Umsatz: Aktie fällt vorbörslich um 8%
  • Cramer: Überhöhte Erwartungen belasten derzeit den gesamten Handel mit Data-Center-Aktien
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Jim Cramer nannte Marvells jüngstes Quartal solide, warnte aber, dass die Marvell-Aktie einen Teil ihres Gewinns aus 2026 wieder abgeben könnte. Er sieht das gleiche Risiko bei allen Unternehmen aus dem Bereich Rechenzentren.

Der Chiphersteller übertraf am Donnerstag die Schätzungen der Wall Street. Trotzdem fiel die Aktie vor Börsenbeginn am Freitag um mehr als 8%.

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Warum Marvell-Aktie trotz guter Zahlen gefallen ist

Marvell meldete für das zweite Geschäftsquartal einen Umsatz von 2,74 Milliarden USD. Das waren 37% mehr als vor einem Jahr und lag über der Markterwartung von 2,72 Milliarden USD.

Der Bereich Rechenzentren trug das Quartal. Diese Sparte erreichte 2,17 Milliarden USD, also 46% mehr als im Vorjahr, und machte 79% des Gesamtumsatzes aus.

Auch der Gewinn stieg deutlich. Der Nettogewinn lag bei 308 Millionen USD, nach 194,8 Millionen USD im Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis betrug 94 Cent je Aktie.

Auch der Ausblick wurde angehoben. Marvell rechnet im aktuellen Quartal mit etwa 3,15 Milliarden USD, mehr als die von Analysten erwarteten 3,04 Milliarden USD. Zudem wurde das Umsatzziel für das Geschäftsjahr 2028 auf 18 Milliarden USD statt 16,5 Milliarden USD erhöht.

Trotzdem übernahmen die Verkäufer das Geschehen. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 241,45 USD und lag vorbörslich am Freitag bei rund 222 USD. Das ergibt einen Rückgang von 8,05%.

Marvell Technology Aktien-Chart
Marvell Technology Aktien-Chart. Quelle: TradingView
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Käufer hatten bereits einen Gewinn von 178% in diesem Jahr erzielt. Daher lag die Messlatte für einen weiteren Anstieg deutlich über einem knappen Übertreffen der Erwartungen.

Diese Reaktion ähnelt dem Abverkauf nach einem Rekordquartal von Broadcom im Juni. Auch dort führten starke Zahlen aus dem KI-Bereich zu einem Rückgang im zweistelligen Bereich.

Erwartungen bestimmen nun den Handel mit Rechenzentrums-Aktien

Cramer sieht den Rückgang als eine Frage der Bewertung, nicht der Umsetzung. Laut seiner Einschätzung habe Vorstandschef Matt Murphy geliefert, aber die Erwartungen waren zu hoch.

Er äußerte sich dazu kurz nach Bekanntgabe der Zahlen in einem Beitrag auf X.

Cramer beschäftigt sich das ganze Jahr mit diesen Unternehmen und benannte bereits im Juli die Gewinner des KI-Ausgabenzyklus. Chip-Hersteller dominierten diese Aufstellung.

Nach Cramers Ansicht wiederholt sich dieses Muster im gesamten Sektor. Investoren belohnen Erfolge weniger und bestrafen alles, was nicht perfekt ist.

Auch Nvidia erlebte einen ähnlichen Verlauf einen Tag zuvor. Die Gewinne im zweiten Quartal lagen über den Erwartungen, und auch der Ausblick war besser als die Prognose. Trotzdem schwankte der Aktienkurs stark, bevor er sich erholte.

Der nächste Test steht für Marvell am 6. Oktober an, wenn der Investoren-Tag stattfindet. Murphy erklärte, der Umsatz mit individuellen Chips sollte sich im nächsten Jahr mehr als verdoppeln. Zudem stellte er in Aussicht, das Umsatzziel von 10 Milliarden USD für das Geschäftsjahr 2029 übertreffen zu können.

Die Rallye ließ wenig Spielraum für Fehler. Marvell hat im vergangenen Jahr dennoch mehr als 225% zugelegt.

Das Risiko liegt auch außerhalb des Zahlenwerks. Eine politische Kritik an Rechenzentren wird im US-Wahlkampf 2026 diskutiert. Trader beobachten zudem Chart-Formationen von Halbleiter-Aktien für den nächsten Impuls.

Der Wachstumsmotor von Marvell läuft weiterhin auf Hochtouren. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob Käufer auf diesem Kursniveau zurückkehren. Andernfalls könnte der Handel mit Rechenzentrums-Aktien erst eine Korrektur benötigen.

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