Kanada hat am 4. Juni eine nationale Strategie für künstliche Intelligenz (KI) gestartet und verspricht 250.000 Arbeitsplätze. Gleichzeitig meldete die Universität Berkeley Rekordzahlen bei Durchfallquoten in Informatikkursen, die Professoren auf eine zu starke Abhängigkeit der Studierenden von KI zurückführen.
Premierminister Mark Carney stellte in Toronto gemeinsam mit KI-Minister Evan Solomon die Strategie „AI for All“ vor. Einige Tage zuvor hatten Professoren in Berkeley hohe Durchfallquoten veröffentlicht und damit gezeigt, wie KI das Lernen der Studierenden beeinflusst.
Kanada setzt stark auf seine KI-Strategie
Laut der offiziellen Mitteilung strebt die Strategie bis zu 200 Milliarden USD zusätzliches Wachstum und 250.000 neue Arbeitsplätze in den nächsten fünf Jahren an. Bis zum Jahr 2034 soll der Anteil der Unternehmen, die KI einsetzen, von etwas über zwölf auf 60% steigen.
Genau diese Lücke ist entscheidend. Kanada gehört zu den G7-Staaten, die KI am langsamsten in größerem Umfang einsetzen, obwohl der digitale Sektor schnell wächst.
Der Plan folgt auf die Pan-kanadische KI-Strategie von 2017, dem ersten nationalen KI-Plan der Welt, mit der die Forschungsinstitute Vector, Mila und Amii gegründet wurden.
Zudem verspricht die neue Strategie kostenlose KI-Schulungen für eine Million Studierende und geprüfte KI-Agenten für alle Lernenden. Diese Pläne treffen nun auf einen warnenden Hinweis aus Kalifornien.
„Die KI ist angekommen. Die Frage ist, ob sie das Leben aller Kanadier verbessert oder nur wenigen nützt… Darum brauchen wir eine ehrgeizige neue Strategie: AI for All“, sagte Carney in einer Erklärung.
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Berkeley zeigt die Auswirkungen der KI im Unterricht
An der Universität Berkeley sind im Frühjahr 2026 35,3% der Studierenden des Informatikkurses 10 durchgefallen. In den Vorjahren lag diese Quote bei unter zehn%, wie die Plattform Berkeleytime berichtet. Eigentlich rechnet die Fakultät mit höchstens sieben% Durchfallenden.
Lehrender Dan Garcia führt den Anstieg auf eine deutliche Zunahme von KI-basiertem Betrug zurück. Fast 30 Studierende wurden dabei erwischt, große Sprachmodelle (LLMs) bei Prüfungen zu nutzen.
„Ein Professor bemerkte, dass ein Studierender im Kurs Lineare Algebra eine offene KI-Regelung für Hausaufgaben und Prüfungen hatte. Dieser Studierende konnte im Folgekurs dann keine einfachen Aufgaben der Linearen Algebra mehr lösen“, berichtete Hedgie, Analyst für Finanzmärkte.
Laut Garcia sind seine Sprechzeiten, die früher gut besucht waren, inzwischen oft leer. Die Fakultät warnt, dass die Durchfaller eher auf schwache Grundkenntnisse als auf Fehlverhalten hindeuten.
Das Risiko wird größer, wenn die Automatisierung qualifizierter Arbeitsplätze auf Absolventen trifft, die die Grundlagen nie richtig gelernt haben.
„Unternehmen entlassen erfahrene Ingenieure, während der Nachwuchs durch die gleiche Technologie nicht richtig ausgebildet wird“, äußerte sich ein Nutzer.
Eine Arbeitswelt unter Druck von beiden Seiten
Der Zeitpunkt ist auffällig. Im Mai wurden in den USA 38.579 Entlassungen unter Bezug auf KI gemeldet, das sind 40% aller Kündigungen und damit dritter Monat in Folge der wichtigste Grund, so die Beratungsfirma Challenger, Gray und Christmas in ihrem Bericht.
KI war im Jahr 2026 bereits Grund für 87.714 Entlassungen und übersteigt damit die 54.836 aus dem Jahr 2025. Kritiker sehen in der Begründung oft einen Vorwand für reguläre Sparmaßnahmen.
Manche IT-Fachkräfte suchen inzwischen Zuflucht in anderen Branchen, während Arbeitgeber auf mehr Automatisierung setzen.
Das Unternehmen Block hat KI-begründete Entlassungen bestätigt. Die Wall Street eröffnet stabile Stellen im Bereich digitale Vermögenswerte für Betroffene.
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