Kioxia Holdings hat im vergangenen Jahr um 2.000% zugelegt, also fast viermal so stark wie die zweitbeste Aktie in Japan. Der Chiphersteller liegt heute jedoch fast 9% im Minus, daher sind Investoren unsicher, ob dies ein Erfolg oder ein Fehlschlag ist.
Kioxia (285A) liegt auf der Börse in Tokio deutlich an der Spitze. AIMECHATEC, der zweitbeste Wert auf Jahressicht, legte im selben Zeitraum um 540,30% zu.
Eine Rallye durch KI-Nachfrage, dann durch Prognosen geprüft
Die Kursrallye von Kioxia begann mit dem Ausbau von Künstlicher Intelligenz. Rechenzentren, die dringend NAND-Flash-Speicherchips für Telefone und Server benötigten, ließen Preise und Gewinne bis 2025 und in dieses Jahr hinein deutlich steigen. Die Aktie stieg allein im Jahr 2025 um mehr als 500% und machte Kioxia zeitweise zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen Japans.
Diese Dynamik brach Ende Juli. Kioxia stellte einen operativen Gewinn von 3,16 Billionen Yen (19,7 Mrd. USD) für das Geschäftshalbjahr in Aussicht. Diese Zahl bedeutet, dass für das laufende Quartal mit 1,89 Billionen Yen gerechnet wird, nach einem Quartal mit 1,27 Billionen Yen, das bereits die Schätzungen der Analysten verfehlte. Kioxia kombinierte die Prognose mit einem Aktiensplit im Verhältnis drei zu eins und einem Aktienrückkauf über 800 Milliarden Yen, um den Aktionärskreis zu erweitern.
Die Aktien hatten bereits ungefähr 65% von ihrem Höchststand im Juni bei 112.700 Yen verloren. Ein breiter Ausverkauf bei KI-Aktien setzte die Branche unter Druck, zudem steigerten chinesische NAND-Hersteller ihre Kapazitäten, was die Preismacht hinter dem Kioxia-Anstieg bedrohte.
Wall Street ist weiterhin gespalten
Der jüngste Rückgang um 9% folgt auf eine Phase mit starken Kursschwankungen, kein kontinuierlicher Abwärtstrend. Kioxia-Aktien stiegen in einer Fünf-Tage-Phase um mehr als 40%, drehten danach jedoch deutlich nach unten.
Auch Analysten sind geteilter Meinung. Vierzehn Unternehmen empfehlen, Kioxia zu kaufen, eines rät zum Verkauf, und die durchschnittlichen Kursziele lassen auf mehr als 100% Potenzial schließen. Daiwa, UBS und Goldman Sachs bestätigten in dieser Woche ihre Kaufempfehlungen, während Bernstein die Verkaufsempfehlung beibehielt.
Umsatz und Gewinn weisen weiterhin starke Zuwächse gegenüber dem Vorjahr auf. Die entscheidende Frage ist jedoch der Zeitpunkt. Handelt es sich um eine Pause innerhalb eines anhaltenden KI-Speicherzyklus oder beginnt jetzt eine Zeit schwindender Preismacht? Der nächste Quartalsbericht von Kioxia dürfte darauf eine klarere Antwort geben.









