Die Aktie der japanischen Kioxia Holdings Corporation (285A) ist innerhalb eines Monats um 45% eingebrochen, doch Analysten an der Wall Street erwarten dennoch, dass sie sich von diesem Niveau aus um weitere 118% erholt.
Diese Differenz wirft eine offensichtliche Frage auf: Warum unterstützen so viele Analysten weiterhin eine Aktie, die so stark gefallen ist?
Die bullische Einschätzung der Analysten
Kioxia-Aktien fielen am vergangenen Freitag auf ein Tief von 52.110 Yen. Am Dienstag, dem 21. Juli, haben sie sich zwar auf 55.860 Yen erholt, das ist ein Plus von fast 9%. Trotzdem liegt die Aktie aktuell im Monat noch 42% im Minus.
Besonders auffällig ist dies, weil Kioxia am 22. Juni mit 111.250 Yen ein Rekordhoch erreichte und zeitweise Größtes Unternehmen Japans nach Marktkapitalisierung wurde und damit Toyota überholte.
Trotz dieses schnellen Anstiegs und Abfalls hält Kazuyoshi Saito, Senior Analyst bei Iwai Cosmo Securities, weiterhin an seinem Kursziel von 132.000 Yen fest.
„Die Fundamentaldaten haben sich überhaupt nicht geändert”, sagte Saito.
Er ist überzeugt, dass die Nachfrage durch Künstliche Intelligenz weiterhin stark ist. Saito erwartet, dass die Aktie wieder steigt, sobald technische Verkäufe nachlassen.
Zudem hat Nomura Securities sein Ziel letzte Woche von 115.000 auf 126.000 Yen erhöht. Huaxing Research setzte sein Kursziel im gleichen Zeitraum auf über 100.000 Yen. Das durchschnittliche Konsensziel von rund 121.959 Yen bedeutet ein Aufwärtspotenzial von etwa 118% zum Schlusskurs am Dienstag.
Warum die bullische Sicht nicht zum Chart passt
Der Chart von Kioxia zeigt kein typisches Muster für eine Aktie, die kurz vor einer 118%-Rallye steht. Die schnelle Umkehr von Höhenflug zu Einbruch hat den Großteil der Jahresgewinne ausgelöscht.
Einige Analysten meinen, die Rallye der Speicheraktien sei nicht einfach nur abgekühlt, sondern habe ihr Ende erreicht.
Im Gegensatz dazu schätzt Ikio Mitsuishi, Portfoliomanager bei Aizu Securities, dass Kioxia bis mindestens Ende August schwach bleibt. Er meint, Investoren würden nach dem starken Einbruch nicht so schnell wieder in eine einzelne Aktie investieren, sondern eher auf günstigere und weniger volatile Titel setzen.
Ein Muster, das über Kioxia hinausgeht
Nicht nur Kioxia zeigt solche heftigen Kursbewegungen unter den asiatischen Chipherstellern. Die an der Nasdaq gelisteten Aktien von SK Hynix stiegen an einem Tag um mehr als 20%, um dann wenige Tage später zweistellig zu fallen.
Der breitere Ausverkauf bei Chip-Aktien in Japan hat im aktuellen Monat Billionen Yen an Börsenwert vernichtet.
Der eigentliche Test für Anleger, die bei Kioxia bullisch eingestellt sind, ist nicht das Kursziel, sondern ob sich die Volatilität bei asiatischen Chipaktien beruhigt, bevor die Berichtsaison beginnt.









