Wie muss ich Bitcoin Gewinne versteuern?

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Wer in Bitcoin investiert und längerfristig hält, kann ordentliche Gewinne einfahren. Wenn die erste Euphorie allerdings verflogen ist, stellt sich die Frage, wie der Fiskus die Gewinne betrachtet. Schließlich wollen Regierungen auch ein Stück vom Kuchen abhaben. Alles zur Bitcoin Steuer:



Die Besteuerung von Kryptowährungen ist ein komplexes Thema, ähnlich der Technologie selbst. So unterscheiden sich die Krypto Steuern je nach Land. Außerdem wird nicht jede Kryptowährung gleich besteuert.

So macht es einen Unterschied, ob Sie Ihre Bitcoin einfach kaufen und HODLn oder in einen Staking Token umtauschen und diesen dann anlegen.



In diesem Artikel beschäftigen wir uns vor allem mit der Bitcoin Steuer in Deutschland für Privatanleger.

In diesem Artikel:

  • Müssen Bitcoin Gewinne versteuert werden?
  • Wie werden Bitcoin versteuert?
  • Bitcoin Steuererklärung: FIFO oder LIFO?
  • Andere Kryptowährungen versteuern
  • Tools, Hilfe und weitere Quellen
  • Schlusswort

Müssen Bitcoin Gewinne versteuert werden?

Die einfache Antwort ist: “Ja, Sie müssen Bitcoin Gewinne versteuern”. Allerdings gibt es einige Dinge, die dabei zu beachten sind.

Gesetzlich gesehen sind Bitcoin weder gesetzliches Zahlungsmittel noch eine andere Form von Geld, sondern immaterielle Wirtschaftsgüter. Das bedeutet, dass Gewinne durch die Veräußerung von Bitcoin versteuert werden müssen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern der Welt, hat Deutschland einen klaren Vorteil bei der Bitcoin Steuer. Denn nach einem Jahr Haltefrist sind sämtliche Gewinne auf den Verkauf von Bitcoin steuerfrei!

Wie werden Bitcoin versteuert?

Prinzipiell errechnet sich die Steuer für Bitcoin Gewinne gemessen am Verkaufspreis minus den Anschaffungskosten in Euro. Natürlich nur, wenn Sie Ihre Bitcoins innerhalb von einem Jahr nach dem Kauf wieder veräußern.

Im Jahr gibt es einen Freibetrag von 600 EUR für private Veräußerungsgeschäfte. Das bedeutet, dass Sie, sofern Sie nur Bitcoin verkaufen, 600 EUR steuerfrei auch innerhalb eines Jahres verkaufen können.

Da sich die Investitionssummen aber schnell über die Freigrenze von 600 Euro bewegen und auch noch andere private Veräußerungsgeschäfte zu sonstige Einkünfte zählen, erleichtert dies nicht maßgeblich Ihre Steuerlast.

Jedoch können Sie bei der Bestimmung des Kauf- und Verkaufspreis Ihre Steuerlast für Bitcoin optimieren. Die beiden Alternativen heißen hier: First-in-first-out (FIFO) und Last-in-first-out (LIFO).

Sie müssen ebenfalls beachten, dass ein Verkauf auch dann stattfindet, wenn Sie Ihre erworbenen Bitcoin in Ethereum oder andere Kryptowährungen umtauschen. Selbst bei nur regem Trading kann hierbei schnell eine komplexe Liste an Kauf und Veräußerungsgeschäften entstehen.

Bitcoin Steuererklärung: FIFO oder LIFO?

Je nach dem wie sich der Bitcoin Preis nach Ihrem ersten Kauf entwickelt, können Sie Ihre Bitcoin Steuerlast optimieren.

Bei der First-in-first-out Methode geben Sie Ihre Bitcoin Verkäufe so an, dass die zuerst gekauften Bitcoin auch wieder zuerst verkauft werden.

Angenommen Sie haben am 1.1.2020 ein Bitcoin für 7000 EUR gekauft und am 1.2.2020 eine weitere Bitcoin für 9000 EUR. Gehen wir weiter davon aus, dass der aktuelle Bitcoin Preis (Juni 2020)  bei 10.000 EUR liegt.

Mit der FIFO-Methode berechnet sich Ihre Steuerlast für 3000 EUR Gewinn. Mit der LIFO-Methode könnten Sie hier sparen, denn demnach wäre der Gewinn lediglich 1000 EUR.

Bei der FIFO- oder LIFO-Methode ist es unerheblich, ob Sie tatsächlich die erst gekauften Bitcoins verkaufen. Es handelt sich hierbei lediglich um eine Abrechnungsmethode für das Finanzamt.

Wenn Sie sich allerdings einmal auf eine Methode festgelegt habe, müssen Sie diese für alle Gewinnerrechnungen nutzen. Sie dürfen also nicht willkürlich LIFO und FIFO gemischt anwenden.

Andere Kryptowährungen versteuern

Bitcoin als Privatperson zu versteuern zählt noch zu den leichten Aufgaben. Die Steuererklärung kompliziert sich allerdings zunehmend, wenn Sie öfter traden und/oder Staken.

Wie bereits erwähnt, müssen Sie immer bei dem Tausch zweier Token die Preise in Euro umrechnen und basierend darauf Ihren Krypto-Gewinn oder -Verlust berechnen.

Wie Hard Forks, ICOs oder Staking in der Steuererklärung gehandhabt werden, geht über diesen Artikel hinaus.

Allerdings finden Sie hier noch weiterführende Literatur, Tools und Hilfe:

Tools, Hilfe und weitere Quellen

Mit diesen Tipps und Werkzeugen können Sie sich die Steuererklärung vereinfachen.

CoinTracking

Wenn Sie kein Profi-Trader oder -Anleger sind, können Sie mit CoinTracking einen leichten Überblick über Ihre Gewinn- und Verlustlage bekommen.

CoinTracking bietet eine kostenlose Version mit 200 Transaktionen. Somit eignet sich CoinTracking bedingt als Bitcoin Steuer Rechner. Nichtsdestotrotz reicht die Auflistung gerade für Gelegenheitsinvestoren meistens schon.

Außerdem können Sie bei CoinTracking Ihre unterschiedlichen Exchange Accounts verbinden und somit automatisch eine Trading-Historie importieren.

CryptoTax

Wenn Ihre Sachlage etwas komplexer ist und Sie sich möglichst wenig Arbeit machen wollen, bietet CryptoTax die richtige Lösung. Das in München ansässige Start-up spezialisiert sich auf Steuerrecht in Bezug auf Kryptowährungen.

Die kostenlose Version von CryptoTax beinhaltet allerdings nur 50 Transaktionen. Für erfahrenere Trader gibt es das Pro-Paket ab 200 EUR mit bis zu 10.000 Transaktionen.

Schlusswort

Wir haben also gesehen wie man Bitcoin versteuern muss. Für HODLer gibt es ab einem Jahr Haltefrist keine Steuern auf die Gewinne mehr. Jedoch sollten Sie in Ihrer Steuererklärung die Veräußerungen trotzdem angeben und nicht versuchen die Bitcoin Steuer zu umgehen.

Bei der Versteuerung von Bitcoin können Sie FIFO oder LIFO wählen, müssen dann allerdings die gesamte Steuererklärung nach dem Prinzip abwickeln.

Für lange Steuererklärungen gibt es sowohl CoinTracking als auch CryptoTax als Hilfestellung. Gerade wenn es sich um größere Beträge halten, sollten Sie besondere Sorgfalt für ihre Bitcoin Steuer an den Tag legen.

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