Litauen: Zentralbank veröffentlicht digitalen Coin LBCOIN

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IN KÜRZE
  • Bank of Lithuania veröffentlicht weltweit ersten, digitalen Sammelcoin

  • Der LBCOIN ist zudem der erste, digitale Coin der je von einer Zentralbank ausgegeben wurde

  • Litauen sieht den LBCOIN als Experiment für CBDC

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Laut Berichten bei Finance Magnates, soll die Zentralbank von Litauen (Bank of Lithuania, kurz: BoL) nun den ersten digitalen Sammelcoin LBCOIN veröffentlicht haben. Diese Veröffentlichung folgt einer Ankündigung der Zentralbank vom Anfang dieses Monats.



Am 09. Juli 2020 fand eine Pressekonferenz der Bank of Lithuania (BoL) zum LBCOIN statt. Dieser Coin ist nicht nur digital, sondern auch der weltweit erste Sammelcoin. Aber nicht nur das: Der Coin ist auch der erste digitale Coin, der je von einer Zentralbank herausgegeben wurde. Zunächst veröffentlichte der Zentralbank 4.000 LBCOIN, was rund 24.000 Token und 4.000 Silber-Sammelmünzen entspricht.

Ein digitaler Sammelcoin, der Litauen als Fintech-Hub stärken soll

Gleich vorweg: LBCOIN ist keine Central Bank Digital Currency (CBDC). Es ist ein digitaler Sammelcoin und eine Unterstreichung der Unabhängigkeit Litauens, die 1918 im Akt der Unabhängigkeit ausgerufen wurde. Zu CBDC kommen wir aber später noch. Zunächst wollen wir uns ansehen, was Vitas Vasiliauskas, Vorsitzender der Bank of Lithuania zum Launch von LBCOIN sagte:



Der digitale Coin ist eine beeindruckende Illustration dessen, was wir in nur wenigen Jahren unter Einhaltung unserer strategischen Entscheidungen erreicht haben, auf dem Weg hin zu finanziellen und zahlungstechnischen Innovationen. Es [LBCOIN] ist eine Brücke zwischen der klassischen Münzkunde und der sich schnell entwickelnden Finanztechnologien. Ich habe keine Zweifel daran, dass der LBCOIN die Rolle Litauens als regionaler Fintech-Hub stärken wird.

In der Tat könnte dies der Fall sein. Denn während LBCOIN keine CBDC ist, ist er doch Teil eines Experiments von CBDC im alltäglichen Gebrauch, inklusive der zugrundeliegenden Blockchain-Technologie. Das ganze Rennen um CBDC wurde dabei eigentlich von Facebook und der Ankündigung des Libra Stablecoin ausgelöst, denn daraufhin schickten sich viele Nationen an eine eigene, digitale Währung zu entwickeln. Litauen ist hierbei keine Ausnahme.

Bank of Lithuania sieht in LBCOIN Testpotenzial für CBDC

Das Rennen um CBDC wird derzeit von China angeführt, innerhalb von Europa von Frankreich. Allerdings will Brüssel nichts von landeseigenen Kryptowährungen wissen und fordert die EU-Mitgliedsstaaten zu mehr Zusammenarbeit hin zu einem digitalen Euro auf. Marius Jurgilas, Vorstandsmitglied der Bank of Lithuania äußerte sich hierzu wie folgt:

Digitales Geld ist in einer digitalen Wirtschaft unvermeidlich. Ab sofort wird LBCOIN den Menschen in Litauen und weltweit erlauben, eine neue Technologie in einer sicheren Umgebung zu testen. Also mit allen Authentifizierungsprozessen (Remote),  der Eröffnung eines Wallets, das swappen digitaler Token mit anderen Sammlern oder auch Transaktionen zum öffentlichen NEM Netzwerk. Gleichzeitig erlaubt es uns das nötige Wissen über CBDC zu erlangen, was uns als Zentralbank zugute kommen wird, aber auch der Euro-Zone als Ganzes.

Die Zentralbank geht also davon aus, dass Nutzer des LBCOIN diesen Coin auch tatsächlich handeln. Denn es können sog. Sammelsets gebildet werden, die dann für eine Silbermünze eingetauscht werden können. Die HODLer des LBCOIN können die Tokens aber auch direkt bei der Zentralbank tauschen, wie Reuters berichtete.

In einer Zeit, in der Zentralbanken anfangen ihre Denkweise bezüglich digitalen Währungen zu ändern, ist der LBCOIN höchstwahrscheinlich das am weitesten entwickelte Experiment zum Test von verschiedenen Arten von CBDC.

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