Livecoin.net stellt nach dubiosen Hack seine Dienste ein

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IN KÜRZE
  • Livecoin wurde angeblich im Dezember 2020 gehacked

  • Manche Leute glaube, dass der Hack nur Tarnung für einen Exit-Scam ist.

  • Die Exchange teilte seinen Nutzern mit, dass es für sie „keine Möglichkeit mehr gibt unter diesen Voraussetzungen weiter zu arbeiten “.

  • promo

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Das Trust Project ist ein internationales Konsortium von Nachrichtenorganisationen, die Standards für Transparenz entwickeln.

Nach einem angeblichen Hackerangriff im Dezember letzten Jahres hat die russische Krypto-Exchange Livecoin nun angekündigt, dass sie „aufgrund der Umstände nicht mehr weiterarbeiten kann“



BeInCrypto hatte bereits berichtet, dass der Bitcoin-Kurs auf Livecoin im Dezember merkwürdigerweise auf 220.000 USD angestiegen ist. Der ETH-Preis hatte sich sogar versechsfacht und lag zwischenzeitlich bei 9.600 USD.

Danach hatte die Exchange Livecoin am 16. Januar 2021 auf ihrer Webseite angekündigt, dass sie ihre Dienste nicht länger anbieten wird.



Hack oder Exit Scam?

Livecoin behauptete, dass sie Opfer eines ausgeklügelten Hackerangriffs sind und jemand ihre Server mit hochprofessionellen Methoden infiltriert hat.

Tatsächlich sind über 100 Bitcoin von den Livecoin-Wallets auf das Wallet des unbekannten Hackers bewegt worden. Der gleiche unbekannte Hacker hatte zuvor ebenfalls die Exchange EXMO angegriffen und die Webseite lahmgelegt.

Heute hat jemand #Livecoin gehackt. Vor 3 Tagen hat jemand die Exchange #EXMO gehackt. Interessant, dass die BTC von beiden Hacks an dieselbe Adresse mit der Nummer 1A4PXZE5j8v7UuapYckq6fSegmY5i8uUyq gesendet wurden.
Schaut es euch an:

https://t.co/odQNVJt4km#hackers #Bitcoin #exchange pic.twitter.com/u9McY58DnK— AMLBot (@cryptoaml_bot) December 24, 2020

Zu diesem Zeitpunkt sind bereits über 106 BTC, 361 ETH und 236 BCH von Livecoin gestohlen worden.

Doch manche Livecoin-Nutzer sehen das ganz anders. Sie sagten in einem Forum, dass unmittelbar vor dem Hack Abhebungen für 24 Stunden deaktiviert waren. Außerdem ist es ziemlich verdächtig, dass der Hacker zweimal dieselbe Adresse verwendet hat.

Für viele Leute passt das Verhalten nicht zu der typischen Vorgehensweise eines professionellen Hackers. Viele der verärgerten Mitglieder glauben, dass der Hack nur Tarnung für einen Exit-Scam ist. Laut dem Forum hatten die Scammer die Preise zuvor auf der Exchange nach oben manipuliert und sich dann die Gewinne selbst ausbezahlt.

Livecoin stellt den Betrieb ein

Am 16. Januar 2021, ca. 3 Wochen nach dem Hack, verkündete die Exchange, dass sie ihre Dienstleistungen in Zukunft nicht mehr anbieten kann.

In der Nachricht auf der Homepage von Livecoin steht, dass ihr Unternehmen einen „sehr schweren Schaden erlitten hat“ und dass für die Exchange „keine Möglichkeit mehr gibt unter diesen Voraussetzungen weiter zu arbeiten

Livecoin Logo. Quelle: Livecoin.news

Der Firma teilte ihre Nutzen mit, dass sie die übrig geblieben Bestände an die Kunden auszahlen möchte. Die Kunden müssen allerdings vorher eine E-Mail an verification@livecoin.news schicken, um ihre Identitäten zu verifizieren. Ansonsten gibt es keine Auszahlung.

Die Original-Webseite ist nicht mehr aktiv. Die neue Seite livecoin.news benötigt zur Verifikation sensible Nutzer-Daten, wie z.B. einen eingescannten Reisepass, Screenshot oder Videos von früheren Transaktionen. Bis jetzt ist noch unklar, wie groß die Restbestände sind und wie diese verteilt werden.

In dem Livecoin-Telegram-Channel beschwerten sich viele der Nutzer darüber, dass Livecoin die in der E-Mail gesendeten Daten nicht anerkennt. Andere haben einfach gar keine Auszahlungen erhalten. Des Weiteren sind viele der Konten einfach gesperrt.

Möglicherweise war das nicht der erste Scam

Das ist allerdings nicht das erste Mal, das Livecoin heftige Kritik geerntet hat. Die Plattform VEROS hat den Livecoin-Nutzer empfohlen, ihr Trading auf der Exchange einzustellen, da das Balance-Sheet von Livecoin nicht zu den Tradingaktivitäten auf der Exchange gepasst hat.

Die Preise auf der Exchange sind also wahrscheinlich manipuliert worden. Laut VEROS gab es einige heftige Dumps bei manchen Pairs. Mithilfe einiger vorinstallierter Bots konnten die Token dann zu extrem günstigen Preisen aufgekauft werden.

Wir bitten alle Nutzer ihre VEROS-Token von der Exchange Livecoin.net abzuheben. Wir haben herausgefunden, dass die Anzahl der VEROS des Balance-Sheets der Exchange geringer ist, als die Anzahl der VEROS, die dort zum Verkauf angeboten werden.

VEROS beschuldigte die Börse außerdem, auf der eigenen Exchange mit gestohlenen Monero zu handeln.

Livecoin hat sich selbst als „#1 Crypto-Supplier“ bezeichnet. Die Exchange hatte seine Nutzer mehrmals auf Betrüger aufmerksam gemacht, die es auf die Kundenbestände abgesehen haben.

Wir müssen sie unbedingt vor den zahlreichen Fake-Groups, deren Mitglieder sich auf verschiedenen Messengern und anderen Plattformen bewegen, warnen. Sie behaupten fälschlicherweise, dass sie unsere Teammitglieder, Insider oder Hacker sind.

Geschrieben von Harry Leeds, übersetzt von Maximilian Mußner.

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Harry Leeds ist ein Schriftsteller, Herausgeber und Journalist, der viel Zeit in der ehemaligen UdSSR verbracht hat und sich mit Lebensmitteln, Kryptowährungen und Gesundheitswesen befasst. Er übersetzt auch Gedichte und gibt das Literaturmagazin mumbermag.me heraus.

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