Nassim Nicholas Taleb kehrt Coinbase den Rücken zu – und nun?

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IN KÜRZE
  • Nassim Nicholas Taleb schließt seinen Coinbase-Account

  • Coinbase-Kundensupport antwortete regulären Kunden nicht

  • Ausfälle bei Coinbase führen zu wilden Spekulationen im Netz

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Autor, Wissenschaftler und ehemaliger Finanzmathematiker Nassim Nicholas Taleb kehrt Coinbase den Rücken zu. Das gab Taleb vergangenen Donnerstag auf Twitter bekannt. Steht Coinbase vor erheblichen Problemen nach zahlreichen Ausfällen in den vergangenen 12 Monaten?



Nassim Nicholas Taleb ist bekannt für seine Buchveröffentlichungen und als Spezialist für komplexe Finanzderivate. Auch in der Kryptobranche ist der gebürtige Libanese kein Unbekannter. Am vergangenen Donnerstag gab Taleb nun bekannt, dass er seinen Coinbase-Account schließt. Diesen hatte er erst vor “wenigen Monaten” überhaupt eröffnet. Der Grund sind wohl die vielen Ausfälle der Handelssysteme bei Coinbase in jüngerer Vergangenheit. Aber auch der Fakt, dass der Coinbase-Kundensupport ihm antwortete, während “reguläre Kunden” keine Antwort erhalten.

Steht Coinbase vor echten Problemen?

Wie wir am 04. Juni berichteten, kam es bei Coinbase in der jüngeren Vergangenheit immer wieder zu Ausfällen der Handelssysteme. Das Ungewöhnliche daran ist nicht die Häufigkeit der Ausfälle an sich. Doch die Ausfälle scheinen mit signifikanten Preisbewegungen beim Bitcoin (BTC) zusammenzuhängen. Nun, eine einfache Erklärung ist mangelnde Serverkapazität. In volatilen Zeiten kommt es beim Trading mit dem Bitcoin durchaus zu erheblichen Belastungen für Serverinfrastrukturen. Auch andere Krypto-Börsen meldeten schon Ausfälle in der Vergangenheit. Aber bei der größten Krypto-Börse der Welt scheinen diese Kapazitäten a) nicht auszureichen und b) nicht erweitert zu werden.

Quelle: Whale (@CryptoWhale) auf Twitter

Wie Nutzer auf Twitter in nur kurzer Zeit bemerkten, decken sich die Ausfälle bei Coinbase auch mit signifikanten Preisbewegungen des Bitcoin. Alleine in den letzten 12 Monaten soll es so zu 11 Ausfällen gekommen sein. Der jüngste bekannte Ausfall fand am 01. Juni statt, als der Bitcoin einen Spurt auf 10.390 USD hinlegte. Nun da mit Taleb ein prominenter Kunde bei Coinbase geht, steht natürlich die Frage im Raum, ob die Krypto-Börse mit Sitz in den USA etwa vor echten Problemen steht.

Coinbase schweigt, während das Internet wild spekuliert

Taleb jedenfalls hat die Nase voll von Coinbase. Er findet es offenbar eine Frechheit, dass der Kundensupport ihm zwar antwortet, aber “regulären Nutzern” nicht. Hier ein Ausschnitt einer Konversation auf Twitter zwischen Taleb und dem Coinbase-Kundensupport:

Taleb antwortete weiter, dass es “zu spät” sei, da er seinen Account schließt. Selbst bei der Schließung des Accounts kam es aber zu weiteren Problemen. Offenbar soll die Webseite zur Schließung des Accounts “nicht reagiert” haben.

“Coinbase hat ein Kapitalproblem”, sagt Reddit

Zugegeben, auf Coinbase wirft das alles kein gutes Licht. Und ohne offizielle Kommentare vonseiten der Krypto-Börse selbst, stoppen die wilden Spekulationen um die Hintergründe der vielen Ausfälle im Netz gewiss nicht. Auf Reddit wurde schon vor zwei Jahren spekuliert, ob Coinbase etwa einfach zu wenig Kapital besäße, um die Nachfrage nach Kryptowährungen in volatilen Zeiten zu befriedigen. Eine absichtliche Abschaltung der Handelssysteme gibt Coinbase in einem solchen Fall genug Zeit etwaige Verluste von Kunden zu realisieren, um dann die Nachfrage mit frischen Geldern zu stillen.

Das ist natürlich reine Spekulation und wir können zu gegebenen Zeitpunkt keine solchen Geschäftspraktiken bei Coinbase erkennen. Es spielt dabei auch keine Rolle wie naheliegend diese Annahmen sind. Am Ende gelten Angeklagte so lange als unschuldig, bis ihre Schuld einwandfrei nachgewiesen ist. Im Fall von Coinbase gilt also: tut euren Kunden einen Gefallen und erweitert eure Serverkapazitäten. Denn noch mehr prominente Kunden zu verlieren sieht nach einer wirklich schlechten Geschäftsstrategie aus.

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