Nokia hat im 1. Quartal 2026 die Gewinnerwartungen übertroffen, und der Grund hat nichts mit Handys zu tun. Das Glasfasergeschäft des finnischen Unternehmens ist der stille Motor hinter dem stärksten Quartal seit Jahren.
Der vergleichbare operative Gewinn stieg um 54% auf 281 Millionen EUR, deutlich mehr als von Analysten erwartet. Die Aktie legte in Helsinki etwa 7% zu und erreichte Werte, die es seit 2010 nicht mehr gab. Der Aktienkurs des Unternehmens ist im Jahr 2026 um beeindruckende 63% gestiegen.
Das Glasfaser-Netzwerk hinter dem KI-Boom
Die Schlagzeilen besagen, „KI hat Nokia wiederbelebt“, aber die Zahlen zeigen ein genaueres Bild. Im Bereich Netzwerk-Infrastruktur wuchs bei Nokia die Sparte Optische Netzwerke im Quartal um 20%.
Diese einzelne Geschäftseinheit, die Hochgeschwindigkeits-Glasfasersysteme zur Verbindung von KI-Rechenzentren baut, sorgte für deutlich mehr Wachstum als alle anderen Bereiche des Unternehmens.
Der Rest des Portfolios zeichnet ein anderes Bild. IP-Netzwerke wuchsen um 3%. Festnetzwerke sanken um 13%. Das traditionelle Mobilfunk-Infrastrukturgeschäft, früher das Kerngeschäft von Nokia, erzielte lediglich 3% Wachstum.
Entscheidend geändert hat sich, an wen Nokia verkauft. Cloud-Giganten wie Amazon, Google und Microsoft bauen massive KI-Trainingszentren, und dafür werden Glasfaserkabel benötigt, um Daten in großem Umfang zu übertragen.
Nokia konnte im 1. Quartal von diesen Hyperscalern Aufträge über 1 Milliarde EUR (1,17 Mrd. USD) verbuchen. Verkäufe an KI- und Cloud-Kunden machen inzwischen 8% des gesamten Umsatzes aus, ein Anstieg um 49% gegenüber dem Vorjahr.
Größere Zuversicht in Glasfaser
Nokia setzt auf die Dynamik. Das Unternehmen hat seine Wachstumsprognose für den Bereich Netzwerk-Infrastruktur im Jahr 2026 auf 12 bis 14% angehoben, zuvor lag die Prognose bei 6 bis 8%.
Nokia geht jetzt davon aus, dass der Markt für KI- und Cloud-Lösungen, den das Unternehmen bedient, bis 2028 jährlich um 27% wächst – fast doppelt so viel wie die Schätzung im November.
„Wir erhöhen unsere Wachstumsannahme für Optische und IP-Netzwerke, und wir investieren, um die steigende Nachfrage von KI- & Cloud-Kunden zu bedienen“, betont Justin Hotard, Präsident und CEO.
Die Übernahme von Infinera, die Anfang 2025 abgeschlossen wurde, verschaffte Nokia eine größere Präsenz im Bereich der kohärenten optischen Transportlösungen. Dieser Deal schlägt sich nun in höheren Margen und einer besseren Auftragslage nieder.
Die Rückkehr von Nokia ist real. Sie hat aber weniger mit dem KI-Hype zu tun und mehr mit den Glasfaserkabeln, die KI erst möglich machen.





