Die Ölpreise sind am Sonntag stark gesunken, nachdem ein ranghoher iranischer Vertreter gegenüber Reuters erklärt hat, dass Teheran eigene Angriffe aussetzen wird, solange die Vereinigten Staaten ihre Bombenpause fortsetzen. Die Entscheidung milderte die fast zwei Wochen andauernden Konflikte.
Der Preis für Brent-Rohöl fiel um mehr als 7% und erreichte ein Tief von 90,9 USD je Barrel. West Texas Intermediate Rohöl gab ebenfalls um bis zu 7% nach und lag bei 84 USD.
Teheran stellt Bedingungen für Öl
Die Quelle aus dem Iran beschrieb Teherans Haltung als „Angriff für Angriff”. Der Iran werde seine Einsätze beenden, sobald die USA ebenfalls aufhören, und Teheran habe diese Botschaft bereits an Washington weitergegeben, so die Angaben des Vertreters.
„Es gibt mehr Skepsis als Zuversicht bezüglich der Aussetzung der Angriffe. Die vorherrschende Ansicht ist, dass die Pause eher taktischer Natur ist und nicht echt.”
Die Pause erfolgt, nachdem Washington beschlossen hat, seine Bombenkampagne nach 13 Nächten mit US-Angriffen zu unterbrechen. Berater sollen US-Präsident Donald Trump gewarnt haben, dass dem Militär die geeigneten Ziele ausgehen. Zudem gab es Bedenken hinsichtlich abnehmender Waffenbestände.
Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, erklärte, US-Präsident Trump habe die Pause gewählt, um der Diplomatie Raum zu geben. Iranische Vertreter äußerten allerdings mehr Zweifel als Hoffnung, dass die Ruhe lange anhält.
Fed beobachtet Inflationsrisiko
Der HSBC-US-Zinsstratege Dhiraj Narula sagte, teureres Öl habe neue Investitionen darauf ausgelöst, dass die Federal Reserve die Zinsen länger hoch halten könnte. Er betonte, die Inflationserwartungen seien bislang stabil geblieben. Narula erklärte, die klare Kommunikation der Fed zur Preisstabilität sei ein Grund für diese Stabilität, wodurch die Energie-Rallye bislang nicht auf langfristige Prognosen durchschlage.
Brent notierte am Montag weiterhin nahe 92 USD je Barrel und bestätigte damit, dass der Rückgang vom Sonntag blieb und nicht direkt wieder ausgeglichen wurde. Ob der Stillstand die gesamte Woche andauert, wird zeigen, ob Teherans Skepsis berechtigt ist oder die Pause zu einer dauerhaften Deeskalation führt.








