5 Gründe: Warum die OFAC-Blockierung von 344 Millionen USD an USDT wohl keinen Iran-Bezug hat, laut Experte

  • Nominis-CEO nennt fünf Auffälligkeiten, die vom üblichen Verhalten der IRGC-Wallets abweichen.
  • Beschlagnahmte USDT zeigen Verbindungen zu Huobi, Huione und asiatischen Handelszyklen
  • Ergebnisse deuten auf chinesische, staatlich verbundene Infrastruktur hin, nicht auf die aus Teheran.
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Fünf Auffälligkeiten in den von der OFAC sanktionierten Wallets deuten darauf hin, dass das Einfrieren von 344 Millionen USD an USDT vermutlich keinen Zusammenhang mit Iran hat. Diese Erkenntnisse stammen von der Blockchain-Analysefirma Nominis.

Snir Levi, CEO von Nominis, veröffentlichte die Analyse am Sonntag. Er erklärte die Muster bei den beschlagnahmten Adressen. Die Daten zeigen Überschneidungen mit einer chinesischen staatsnahen Infrastruktur und sprechen eher gegen einen Bezug zum Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC).

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1. Die Wallets akkumulierten, dann wurden sie inaktiv

Die betroffenen Adressen begannen Mitte 2021 damit, Tether (USDT) zu bewegen und führten bis Anfang 2023 zunehmend große Überweisungen durch. Nach Februar 2023, so Nominis, wurden die Wallets weitgehend inaktiv.

Dieses Muster aus Akkumulation und anschließendem Stillstand steht im Widerspruch zu bisherigen IRGC-Transaktionen, bei denen Gelder ständig bewegt werden, um eine Beschlagnahmung zu vermeiden.

2. Hohe konzentrierte Guthaben unterscheiden sich von bisherigen IRGC-Mustern

Frühere IRGC-Gruppen teilten ihre Mittel auf viele Wallets auf und beschränkten Einzelguthaben auf wenige Millionen USD. Zudem wechselten sie häufig die Bestände, um das Risiko eines Einfrierens zu reduzieren.

Die in der letzten Woche gesperrten Wallets wiesen dagegen über mehrere Jahre hinweg hohe und anhaltende Guthaben auf.

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3. Direkte Verbindung zu Huobi- und Huione-Infrastruktur

Eine Ursprungs-Wallet dieser Gruppe zeigte Transfers zu Huobi, jetzt HTX, und zu Strukturen der Huione Group.

Levi erklärte, diese Aktivität entspreche dem Muster chinesisch dominierter Handelsplattformen ab etwa 2021. Dazu gehören auch Entwicklungen, die Nominis bei HTX und ähnlichen Plattformen nachvollzieht.

4. Zeitliche Abläufe passen zu Asien

Eine separate HTX-Einzahlungsadresse erhielt rund 600.000 USD von Wallets, die mit der Zentralbank des Iran verbunden sind.

Die zeitliche Analyse zeigt laut Nominis, dass Handel und Transaktionen mit asiatischen Arbeitszeiten übereinstimmen. Eine Ausrichtung auf den operativen Standard in Teheran ließ sich jedoch nicht erkennen.

5. Bitfinex-Verbindungen und Überschneidungen mit Betrug im Jahr 2025

Eine sanktionierte Wallet tätigte in regelmäßigen Abständen kleine Überweisungen an Adressen, die mit Bitfinex verknüpft sind. Zudem ging eine Zahlung von 5 USD ein, die Levi als mögliches Testmuster einstufte.

Die gleiche Wallet erschien im Jahr 2025 in einem Ablauf, der mit Betrug verknüpft war. Das legt nahe, dass Retail-Nutzer indirekt mit sanktionierter Infrastruktur Kontakt hatten.

Einordnung der Erkenntnisse in „Operation Epic Fury”

Finanzminister Scott Bessent erklärte vergangene Woche, die Vereinigten Staaten hätten im Rahmen der Operation Epic Fury nahe 500 Millionen USD iranischer Kryptowährungen sichergestellt.

Die auf OFAC-Anweisung eingefrorenen 344 Millionen USD in Tether bleiben die bisher größte einzelne Aktion auf der Blockchain im Rahmen dieses Vorgehens.

Der Druck steigt angesichts der im Januar verhängten Zedcex- und Zedxion-Sanktionen, die mit mutmaßlichen IRGC-Geschäften im Umfang von nahe 1 Milliarde USD verbunden sind.

Levi argumentierte, dass statische Adresslisten nicht mehr abbilden, wie staatlich verknüpfte Gruppen Sanktionen auf der Blockchain umgehen.

Dieser Fall fällt auf, da Sanktionen gegen Stablecoins inzwischen als Standardverfahren gelten.


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Haftungsausschluss

Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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