Play-to-Earn braucht mehr Innovation

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IN KÜRZE
  • Play-to-Earn muss einige Herausforderungen bewältigen, um Massentauglich zu werden.

  • Die zugrunde liegende Infrastruktur garantiert nicht genug Sicherheit.

  • Das Spielerlebnis bietet nicht genug Anreiz für leidenschaftliche Gamer.

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Gast-Op-Ed

Aktualisiert von Nicole Buckler

Geld ist keine Motivation, um Spiele zu Spielen – es geht um Spaß. Finanzielle Anreize und fesselndes Gameplay müssen ein Gleichgewicht finden, sagt Michael Rubinelli, Chief Gaming Officer bei WAX Studios.

Beim Play-to-Earn Gaming ist der Name Programm. Dieses neue Unterhaltungsmodell ermöglicht den Nutzern, beim Spielen ein konkretes Einkommen zu erzielen. Blockchain, Kryptowährungen und NFTs machen es möglich.

Die Spieler kommen in den Genuss eines interaktiven Erlebnisses und verdienen gleichzeitig einen gewissen Betrag an nativen Vermögenswerten. Diese Vermögenswerte sind meist dezentralisiert und können von den Spielern außerhalb der Plattform gegen Geld umgetauscht werden.

Zwar ist genau dieses Konzept die Idee von Play-to-Earn, aber es gibt noch einige Haken. Viele dieser Games sind wenig innovativ und sehr simpel.

Außerdem haben viele dieser Games ein wirtschaftliches Problem: Die Einkommensmodelle der meisten Spiele regen die Nutzer dazu an, ihre Gewinne von der Plattform abzuheben. Dem System wird so dauerhaft Liquidität entzogen und es ist nicht nachhaltig. Damit das Spiel wirklich floriert, müssen die Einnahmen wieder in das Ökosystem der Plattform reinvestiert werden. Dafür gilt es, einen Anreiz zu schaffen.

Glücklicherweise kommen bereits neue Play-to-Earn Titel mit innovativen Ideen für das Gameplay und einer ausgewogenen finanziellen Infrastruktur auf den Markt. 

Play-to-Earn: Herausforderungen aktueller Blockchain-Spiele

Ob Kartenspiele, Landwirtschaftssimulationen oder Kämpfe im Pokémon-Stil, den Spielern steht ein breit gefächertes Angebot zur Verfügung. Zumindest ist das die Idee und dafür gibt es heute viele gute Ansätze. Um allerdings ein breiteres Publikum anzusprechen, gilt es Unterhaltung und die Funktionalität von Play-to-Earn zusammenzubringen.

In der Welt der dezentralen Spiele stößt man zuerst auf das Problem der Infrastruktur. Ein Großteil der aktuellen P2E-Landschaft basiert auf Ethereum, das in Bezug auf seine Skalierbarkeit erhebliche Einschränkungen aufweist. Wenn ein Spieler seinen Lieblingstitel spielt, möchte er das Spiel nicht unterbrechen müssen, um auf die Bestätigung einer Blockchain-Transaktion zu warten – sofortiger Zugriff ist entscheidend. Auf Ethereum sind einige Minuten Wartezeit jedoch durchaus normal.

Ein Bild von BeInCrypto.com

Play-to-Earn: Sicherheit

Um Ethereums Problem der Skalierbarkeit zu lösen, verwenden viele Plattformen “Bridges” zu anderen Chains. Diese Chains heißen Layer-2-Lösungen und stehen in Verbindung zur Ethereum-Blockchain. Layer-2-Lösungen ermöglichen erheblich schnellere Transaktionsprozesse und speisen anschließend nur das Ergebnis des Prozesses auf der Ethereum-Blockchain ein. Dieses Modell kann eine erfolgreiche Strategie sein, aber viel zu oft sind die Bridges zwischen den beiden Chains selbst die Schwachstelle. Sie werden häufig zum Ziel von Hacker-Angriffen.

Mit dem jüngst verübten Angriff auf die Ronin-Bridge hat der Hacker es geschafft, dem beliebten P2E-Game Axie Infinity über 620 Millionen Dollar an Vermögenswerten entwenden. Dieser Übergriff unterstreicht die zentrale Schwachstelle von Layer-2-Lösungen und ihren Bridges.

Und selbst wenn sich eine gute Lösung für Sicherheit und Skalierbarkeit findet, bleibt das Problem der Originalität und des Spaßfaktors bestehen. Wenn eine Plattform keine Unterhaltung bietet, hilft auch eine gute Infrastruktur nicht. Viel zu viele der aktuellen P2E-Games sind entweder zu simpel oder generische Kopien etablierter Gameplay-Formeln. Leidenschaftliche Gamer können in solchen Spielen nichts Neues entdecken und haben somit auch keinen Anreiz, sie zu spielen.

Für Gamer geht es nicht um das Finanzielle, sondern um die Originalität und den Spaß am Spiel. Die Play-to-Earn Spieler hingegen können in ihren Herkunftsländern einfach mehr durch P2E, als in den meisten Einstiegs-Jobs verdienen. Für eine echte Massentauglichkeit müssen finanzielle Anreize und ansprechendes Gameplay ein Gleichgewicht finden.

Ein Bild von BeInCrypto.com

Voraussetzungen für die Massentauglichkeit

In erster Linie muss es einen Zustrom von soliden, kreativen und sich ständig weiterentwickelnden Inhalten in den kommenden P2E-Spielen geben. Die Entwickler müssen sich ansehen, was in den beliebtesten Web2-Spielen traditionell funktioniert hat und diese Konzepte mit neuen Ideen verknüpfen. Blockchain-Überlegungen sollten erst dann ins Spiel kommen, wenn ein grundlegend ansprechendes Spielerlebnis ausgearbeitet wurde. Wenn der Unterhaltungswert einmal geschaffen ist, können auch finanzielle Anreize integriert werden.

Doch der Unterhaltungswert basiert nicht nur auf dem Spielerlebnis, sondern auch auf der zugrunde liegenden Infrastruktur. Die Netzwerke bilden die Grundlage für diese Angebote und müssen in der Lage sein, Tausende von Transaktionen pro Sekunde zu verarbeiten. Das ist eine Grundvoraussetzung für die Massentauglichkeit von Play-to-Earn. Es darf praktisch keine maximale Nutzerzahl geben. Jeder muss die Plattform sofort nutzen können und die Transaktionen müssen ohne Verzögerung erfolgen, sonst wird es den Anforderungen moderner Spieler nicht gerecht.

Play-to-Earn: Bridges

Diese Art von Skalierbarkeit sollte über eine Layer-1-Blockchain verfügbar sein. Layer-2-Lösungen haben zwar ihre Berechtigung, aber diese Netzwerke sind für den Durchschnittsnutzer oft viel zu kompliziert. Zudem stellen die Bridges eine potenzielle Schwachstelle dar, wenn sie nicht angemessen gesichert sind. Das hat der bereits erwähnte Ronin-Hack deutlich gezeigt. Mit einer schnellen und dezentralen Layer-1-Lösung gäbe es erheblich weniger Schwachstellen, die von Hackern ausgenutzt werden könnten. Spieler hätten so wesentlich mehr Gewissheit, dass ihre Gelder sicher sind.

Der Ronin-Hack hätte mit einer ausreichend dezentralisierten Layer-1-Lösung nicht passieren können. Mit nur neun Validatoren war die Ronin-Blockchain nicht sicher. Der Hacker brauchte lediglich die Kontrolle über 5 Validatoren zu gewinnen, um die Kontrolle über die gesamte Blockchain zu erlangen. Eine ausreichend dezentralisierte Blockchain mit Validatoren auf der ganzen Welt hingegen, macht einen solchen Übergriff sehr viel unwahrscheinlicher. Netzwerke können zudem ein Höchstmaß an Sicherheit und Funktionalität gewährleisten, wenn sie ihre Smart-Contracts noch von Dritten prüfen lassen. Jede realistische Möglichkeit für einen solchen Hack würde so ausgeschlossen. 

Wichtige Schritte in die richtige Richtung

Glücklicherweise gibt es bereits verschiedene Lösungsansätze: Blockchains wie Solana, WAX und Binance Smart Chain gehen alle ihren eigenen Weg Richtung Skalierbarkeit und Sicherheit. Jede dieser Plattformen bildet die Grundlage für bessere Web-3-Dienste und damit für bessere P2E-Games.

Während die technischen Grundlagen immer robuster werden, bleiben noch die Qualitätsmängel. Doch auch hier beginnt sich etwas zu ändern. So bietet das kürzlich gestartete P2E-Game Blockchain Brawlers digitale Wettkämpfe im Pro-Wrestling-Stil. Spieler treten in spannenden Kämpfen gegeneinander an und können Belohnungen verdienen.

Das Spiel ist jedoch kein einfaches Mittel zur Auszahlung von Gewinnen, sondern bietet eine Vielzahl von Anreizen zur Reinvestition von Vermögenswerten und zur Erweiterung von Spielerkadern sowie Zubehör. Zwar befindet sich das Play-to-Earn Spiel noch in der Entwicklung, verspricht aber abwechslungsreiche Erlebnisse wie Turniere, PvP-Kämpfe (entworfen von Richard Garfield, Schöpfer von Magic: The Gathering) und eine Vielzahl von anderen Spieltypen.

Die P2E-Branche braucht genau diese Art von Strategie und Engagement, um zu expandieren und neue Nutzer anzuziehen. 

Für ein erfolgversprechendes Projekt im Blockchain-Gaming-Sektor sind Skalierbarkeit, Sicherheit und Spaß letzten Endes gleichermaßen fundamental. Die stetige Weiterentwicklung dieses Bereichs ist nicht nur gut, sondern notwendig. Die Entwickler neuer Spiele sollten sowohl auf erfolgreiche Projekte aus der Vergangenheit schauen als auch genügend innovative Ideen sammeln, um den potenziellen Erfolg dieser vielversprechenden Branche voll auszuschöpfen.

Über den Autor

Michael Rubinelli ist der Chief Gaming Officer bei WAX Studios. Rubinelli ist eine Führungspersönlichkeit im Technologie- und Gaming-Sektor mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in den Bereichen Unternehmensführung, Produktentwicklung und kontinuierliches Umsatzwachstum. Er ist bekannt für seine Erfolge bei Top-Unternehmen wie Disney, THQ und Electronic Arts. Michael Rubinelli hat seine Aufmerksamkeit nun auf Play-to-Earn Spiele gerichtet und verbringt die meiste Zeit damit, die Gaming-Abteilung von WAX Blockchain auszubauen.

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