US-Ökonomen senken ihre Rezessionswahrscheinlichkeit auf 25% und erhöhen zugleich die Inflationsprognosen, wie eine Umfrage des Wall Street Journal zeigt. Damit bleibt der US-Notenbank Federal Reserve kaum Spielraum, die Zinsen dieses Jahr zu senken.
Diese Entwicklung ist für die Kryptomärkte wichtig. Eine länger hohe Fed nimmt Risiko-Vermögenswerten wie Aktien und Kryptowährungen die Unterstützung, auf die sie für eine Erholung in der zweiten Jahreshälfte gezählt haben.
Umfrage zeigt anhaltende Inflation und vorsichtige Fed
Die Juli-Umfrage mit 72 Ökonomen wurde vom 2. bis 7. Juli durchgeführt. Sie senkten die Rezessionswahrscheinlichkeit auf 25% nach zuvor 33%, der niedrigste Wert seit Anfang 2025.
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Auch die Erwartungen zum Arbeitsmarkt haben sich verbessert, da die Arbeitslosenquote für Dezember bei 4,3% gesehen wird. Zudem soll die Wirtschaft dieses Jahr um 2,1% wachsen, nach 2% im April.
Die Inflation zeigt jedoch ein anderes Bild. Ökonomen rechnen mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 3,4% bis Dezember, höher als die April-Schätzung von 3,2%. Der für die Fed wichtigste Wert, der sogenannte „Core PCE”, wird mit 3,2% prognostiziert.
„Wir lernen, dass es mehr Dynamik in der Wirtschaft gibt: Sie wächst weiter mit 2%, egal, was passiert, und die Inflation bleibt hoch”, sagte Robert Fry, ein unabhängiger Wirtschaftsberater aus Delaware.
Warum Zinserwartungen auf Bitcoin lasten
Zinssätze beeinflussen, wie Investoren mit Risiken umgehen. Niedrigere Sätze senken die Rendite von Bargeld und Anleihen, dadurch fließt mehr Geld in Aktien und Kryptowährungen. Bleiben die Zinsen länger hoch, passiert das Gegenteil.
Zahlen sichere Anlagen mehr Gewinn, ziehen Investoren ihre Mittel zuerst aus volatileren Anlagen ab. Der Bitcoin (BTC) steht oft weiter vorne in dieser Reihenfolge. Ein verschobener Zinsschritt entzieht also eine wichtige Stütze.
Trader zeigen sich diese Woche bärischer. Laut CME FedWatch liegt die Chance für eine Zinserhöhung bei der Juli-Sitzung bei 34,2%, nach 18,2% vor einer Woche. Neue Spannungen zwischen USA und Iran verstärken diese Erwartungen.
Auch das Protokoll der Juni-Sitzung der Fed bestätigt die unterschiedlichen Meinungen. Zwar stimmten alle Verantwortlichen für einen Zinsstopp, jedoch gehen die Erwartungen für die Zukunft auseinander. Neun von 18 Entscheidungsträgern rechnen mit mindestens einer Erhöhung bis Ende 2026.
Einige wiesen auf Inflationsrisiken durch Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) hin. Das nächste Meeting des Federal Open Market Committee (FOMC) findet am 28. und 29. Juli statt.
Angesichts der anhaltenden Inflation ist eine Zinssenkung derzeit unwahrscheinlich. Daher müssen nun schwächere Wirtschaftsdaten für mehr Risikobereitschaft sorgen.
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