Salesforce hat am 26. August die Umsatz- und Gewinnerwartungen für das zweite Quartal übertroffen. Das Unternehmen nutzte diese Ergebnisse, um Sorgen zu entkräften, dass Künstliche Intelligenz (KI) die Nachfrage nach Unternehmenssoftware verringert.
Vorstandsvorsitzender Marc Benioff verwies auf die erweiterte Partnerschaft mit Anthropic, dem KI-Labor hinter Claude. Er bezeichnete dies als das deutlichste Beispiel für seine Argumentation.
Anthropic-Partnerschaft ist das Gegenbeispiel
Salesforce und Anthropic stellten Claudeforce vor. Damit können Vertriebsmitarbeiter Salesforce-Daten direkt in Claude nutzen, um E-Mails zu verfassen und Datensätze zu aktualisieren. Es ist das erste Mal, dass Salesforce seinen „force”-Markennamen an ein Produkt eines anderen Unternehmens vergibt.
Investoren sorgten sich, dass KI-Chatbots Unternehmen ermöglichen könnten, lizenzierte Software zu umgehen. Dieses Thema sorgte in diesem Jahr für eine SaaSpocalypse-Debatte am Technologiemarkt. Benioff argumentierte jedoch, das Gegenteil geschehe.
„Dieses SaaSpocalypse-Narrativ ist absoluter Unsinn.”
Marc Benioff, CNBC
Benioff sieht die gespeicherten Kundendaten von Salesforce als Grundlage, die KI-Modelle für den Einsatz im Unternehmen benötigen. Diese Daten seien eine Schicht, die nicht übersprungen werden kann.
„Diese KI-Modelle brauchen genau dieses Maß an Intelligenz, Sicherheit und Kontrolle für Nutzer.”
Marc Benioff, CNBC
Wachstumszahlen belegen das Argument
Das Quartal liefert Benioff klare Zahlen als Beleg. Der jährlich wiederkehrende Umsatz von Agentforce überstieg 1,5 Milliarden USD, was einem Zuwachs von mehr als 240 % im Jahresvergleich entspricht.
Kombiniert erreichten die Umsätze von Agentforce und Data 360 fast 3,9 Milliarden USD, ein Plus von über 210 %. Mit einem Umsatz von 11,35 Milliarden USD übertraf Salesforce die Erwartungen, zudem stieg der Aktienkurs im nachbörslichen Handel um 14 %.
Auch der Nettogewinn erlebte einen ungewöhnlichen Anstieg. Salesforce erzielte einen Gewinn von 2,6 Milliarden USD, der auf die eigene Beteiligung an Anthropic zurückzuführen ist.
Das KI-Labor wurde kürzlich mit fast 965 Milliarden USD bewertet nach der letzten Finanzierungsrunde, sodass die finanzielle Entwicklung beider Unternehmen nun über die Produktpartnerschaft hinaus verbunden ist.
Laut Unternehmen haben sich die Buchungen für Salesforces Premium-KI-Pakete von Quartal zu Quartal mehr als verdoppelt.
Separat teilte Benioff Cramer mit, dass das Wachstum bei neuen Verträgen das stärkste seit vier Jahren sei. Außerdem liege die Kundenabwanderung nahe am niedrigsten Stand aller Zeiten. Beide Aussagen stützen die Ansicht, dass KI die Preissetzungsmacht von Salesforce nicht untergräbt.
Ob dieses Argument weiterhin Bestand hat, könnte Auswirkungen darauf haben, wie Investoren die besten KI-Aktien dieses Jahres während der Berichtssaison beurteilen. Nicht nur Chiphersteller, sondern auch Softwareanbieter stehen nun auf dem Prüfstand.









