Defensive Aktien stiegen am Montag, während sich Wall Street von Unternehmen aus dem Bereich Künstliche Intelligenz (KI) und Infrastruktur abwandte. Grund dafür war ein Essay von Anthropic-CEO Dario Amodei am Wochenende, in dem er die Branche aufforderte, die Entwicklung von KI-Modellen zu verlangsamen.
Der S&P 500 und der Nasdaq konnten frühe deutliche Verluste wieder aufholen, nachdem die Renditen von US-Staatsanleihen nach einem kurzen Anstieg über 5% nachgaben. Trader rechneten zudem mit einer möglichen Zinserhöhung der US-Notenbank in dieser Woche. Inflationssorgen hielten an, während die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung laut dem CME FedWatch Tool über 92% lag.
Investoren setzen auf Sicherheit
Johnson & Johnson und Eli Lilly konnten im Pharmabereich zulegen. Kimberly-Clark und Costco verzeichneten Zugewinne im Bereich Konsumgüter.
Diese Aktien halten sich meist besser als wachstumsstarke Technologietitel, wenn sich die Wirtschaftslage verschlechtert. Ihre Gewinne sind weniger abhängig vom Investitionszyklus, der den KI-Handel in diesem Jahr vorangetrieben hat.
Die Entwicklung setzte einen breiteren Rückzug aus KI-bezogenen Aktien fort. Die KI-Verlangsamung erschütterte die Futures bereits am Sonntagabend, einige Stunden vor Handelsbeginn am Montag.
Cybersecurity und Hyperscaler gewinnen ebenfalls
CrowdStrike und Palo Alto Networks stiegen jeweils um rund 14%. Die Kursgewinne spiegeln die Sichtweise wider, dass Sorgen um KI-Sicherheit den Bedarf an Ausgaben für Cybersicherheit erhöhen.
Interessanterweise legten auch Meta Platforms, Alphabet und Microsoft zu. Investoren setzen darauf, dass eine langsamere Entwicklung bei KI den Druck senkt, immer weiter Investitionen zu erhöhen oder Schulden aufzunehmen.
So könnte der freie Cashflow mehr Zeit gewinnen, um die Investitionen in KI einzuholen.
Die KI-Entwicklung bleibt durch das Angebot begrenzt. Eine temporäre Pause bei der Modell-Entwicklung könnte es ermöglichen, dass Hardware-Ausbau und Rechenzentren mit der Nachfrage aufholen.
Auch Amazon hätte vermutlich profitiert, aber das große Retail-Geschäft setzte die Aktie unter Druck.
Die Ölpreise gaben einen Teil ihrer frühen Gewinne wieder ab. Dennoch lag West Texas Intermediate Rohöl weiter über 100 USD pro Barrel.
Die Kehrtwende am Anleihemarkt am Nachmittag minderte die Verluste am Montag. Bis zur Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwoch stehen keine wichtigen US-Konjunkturdaten an.
Das zweitägige Meeting der US-Notenbank, das am Dienstag beginnt, könnte sowohl für defensive als auch für KI-bezogene Aktien neue Impulse geben.









