Zwei der bekanntesten Namen im Finanzbereich setzen auf die gleiche Krypto-Investition. Sowohl Standard Chartered als auch Grayscale erwarten deutliche Kursgewinne für Aave (AAVE), dem Anbieter für dezentrale Finanzdienstleistungen (DeFi), obwohl der Token ein schwieriges Jahr hinter sich hat.
Beide Unternehmen äußern sich dabei positiv zu AAVE, nachdem der Altcoin derzeit bei etwa 82,69 USD notiert und damit rund 0,3% am Tag sowie 12% in der vergangenen Woche gewonnen hat. Die beiden Unternehmen verbinden die positiven Aussichten unter anderem mit der Entwicklung, dass immer mehr tokenisierte Vermögenswerte auf der Blockchain übertragen werden.
Zwei Schwergewichte: Ein DeFi-Favorit
Wie viele andere Kryptowährungen musste auch AAVE im Jahr 2026 deutliche Verluste verzeichnen und liegt seit Jahresbeginn rund 43% im Minus. Der Verkaufsdruck nahm im April zu, nachdem es einen KelpDAO-Hack gab.
Dennoch ist das Urteil der Analysten derzeit klar bullisch. Bereits Anfang dieser Woche hat Standard Chartered ein Kursziel von 3.500 USD für Ende 2030 veröffentlicht. Diese Prognose würde einen Gewinn von etwa dem 50-fachen bedeuten.
„Wir erwarten bis Jahresende deutliches Kurspotenzial für digitale Vermögenswerte und sind überzeugt, dass Aave das April-Ereignis überwunden hat. Langfristig rechnen wir damit, dass der Wert der tokenisierten Vermögenswerte, die im DeFi-Bereich aktiv sind, zwischen jetzt und Ende 2030 um das 37-fache steigt. Dies wird zu mehr Einlagen auf der Plattform führen”, sagte Geoff Kendrick, globaler Leiter Digital Asset Research bei der Bank.
Auch Grayscale zählt AAVE zu 15 Protokollen, die „attraktiv bewertet” sind. Das Unternehmen sieht einen Basiskurs für ein Jahr bei 179 USD und schätzt das Aufwärtspotenzial auf über 100%. Im positiven Szenario ist sogar ein Ziel von etwa 271 USD möglich.
Grayscale hebt zudem das vorgeschlagene CLARITY-Gesetz als möglichen Impuls hervor, der für zusätzlichen Wert sorgen könnte.
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Aaves Fundamentaldaten stärken die Überzeugung
Daten von DefiLlama unterstützen diese Einschätzung. Aktuell verwaltet Aave etwa 12,2 Milliarden USD an Einlagen und liegt damit vor Morpho mit 7,06 Milliarden USD und Spark mit 5,3 Milliarden USD.
Der Abstand ist bei den aktiven Krediten noch größer: Aaves Kreditportfolio liegt bei rund 10,9 Milliarden USD, also etwa dreimal so hoch wie Morpho mit 3,7 Milliarden USD und deutlich über Spark mit 1,6 Milliarden USD.
Dieser Vorsprung bleibt bestehen, obwohl sich der Sektor insgesamt zurückzieht. Daten von CryptoRank zeigen, dass die aktiven Kredite bei den wichtigsten Kreditplattformen dieses Jahr um 42,3% von 35,3 Milliarden USD auf 20,4 Milliarden USD gesunken sind. Dennoch hat Aave seine Führungsposition gehalten.
Auch neue technische Lösungen werden stärker genutzt. Aave V4 hat innerhalb von drei Monaten nach dem Start über 200 Millionen USD Einlagen erreicht, wobei sich das Volumen etwa jeden Monat verdoppelt hat.
Obwohl Aave seine Wettbewerber weiterhin übertrifft, kann sich die Plattform dem rückläufigen Gesamtmarkt nicht entziehen. Der gesamte auf der Plattform gesperrte Wert (TVL) ist nach dem KelpDAO-Hack stark zurückgegangen.
Der DeFi-Gesamtmarkt verzeichnet laut den Daten für 2026 einen Rückgang des TVL um 39%. Ob sich tokenisierte Vermögenswerte, wie von Analysten erwartet, tatsächlich durchsetzen, wird den weiteren Kurs von AAVE bestimmen.
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