Etwa 50% der britischen Vermögensberater haben keinen Einblick in die meisten Krypto-Bestände ihrer Kunden

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Mehr als die Hälfte der britischen Vermögensberater gibt an, dass sich der Großteil der Krypto-Bestände ihrer Kunden außerhalb ihrer Aufsicht befindet. Eine neue CoinShares-Umfrage macht dafür die Unternehmenspolitik verantwortlich, nicht die Nachfrage der Investoren oder das Wissen der Berater.

In einer Umfrage unter 261 Vermögensprofis aus Frankreich, Deutschland, Italien, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich berichten 52% der britischen Berater von einer Management-Lücke von mehr als 50%. Europaweit trifft dieses Problem jeden vierten Berater.

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Unternehmenspolitik ist Ursache für die Krypto-Lücke

Die Umfrage definiert die Management-Lücke als den Anteil der digitalen Vermögenswerte eines Kunden, den ein Berater nicht einsehen kann. Vermögenswerte auf persönlichen Börsen oder selbst verwalteten Wallets liegen außerhalb der Beratung.

Der Bericht führt die Lücke auf einen zentralen Faktor zurück. Etwa 61% der Berater arbeiten in Unternehmen, die digitale Vermögenswerte einschränken oder keine interne Anleitung geben. In diesen Unternehmen liegt die aktive Empfehlung bei nur 1%, während sie bei Unternehmen mit klarer Unterstützung bei 48% liegt.

Auch bei der Management-Lücke gibt es Unterschiede: Sie liegt bei unterstützenden Unternehmen bei 4%, bei restriktiven Unternehmen bei 34%. CoinShares gibt an, dass bei blockierenden Unternehmen die nicht verwaltete Exponierung 8,5-mal größer ist, was das Risiko erhöht.

Auch das Wissensdefizit verläuft ähnlich. Über drei Viertel der Berater, die sich selbst als schlecht informiert sehen, arbeiten in blockierenden Unternehmen. Das zeigt, dass Fortbildung meist von der Unternehmenspolitik abhängt und nicht umgekehrt.

Das Muster zeigt sich am deutlichsten im Vereinigten Königreich, wo die Lücke am größten ist, obwohl die Reformen der Krypto-Regulierung im Land voranschreiten.

„Das ist kein Wissensproblem. Es ist keine Frage der Nachfrage. Es ist ein Problem der Unternehmenspolitik, das ein falsches Risiko entstehen lässt”, sagte Jean-Marie Mognetti, Mitgründer und CEO von CoinShares, im Bericht.

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Berater wünschen Zugang, nicht Schulungen

Auf die Frage, was ihr Vertrauen stärken würde, nannten Berater vor allem strukturelle Veränderungen. Die regulatorische Anerkennung digitaler Vermögenswerte als Mainstream-Anlageklasse rangierte mit 45% an erster Stelle. Der Zugang zu börsengehandelten Produkten (ETPs) kam mit 43% direkt danach.

CoinShares hat die Umfrage über Citywire in Auftrag gegeben. Das Unternehmen selbst ist ein an der Nasdaq gelisteter Emittent von Krypto-ETPs, also genau die Produkte, die bei Beratern an zweiter Stelle stehen.

Schulungsangebote für Kunden belegten mit 9% den letzten Platz. Die Aufteilung zeigt, dass das Hindernis auf institutioneller Ebene liegt, denn weder regulatorische Anerkennung noch Produktzugang kann ein Berater alleine schaffen. Eine umfassendere Überprüfung der EU-Krypto-Regeln prüft derzeit, wie das Regelwerk funktioniert.

Regulierung könnte die Lücke schließen

Die Haltung Großbritanniens hat sich schnell geändert. Die Financial Conduct Authority hat im Januar 2021 den Verkauf von Krypto-Exchange Traded Notes an Retail-Kunden verboten. Im Oktober 2025 wurde der Zugang für Retail zu Krypto-ETNs wieder geöffnet. Die Behörde hat vorgeschlagen, dass registrierte Fonds künftig bis zu 10% ihres Kapitals in solche Produkte investieren dürfen.

In Europa läuft der Übergang zur Markets in Crypto-Assets-Verordnung (MiCA) am 1. Juli aus. Damit entsteht ein einheitlicher europäischer Kryptomarkt für regulierte Produkte. Die französische Finanzaufsicht AMF prüft, welche Vermögenswerte sich für UCITS-Fonds eignen. Digitale Vermögenswerte machen jedoch weiterhin nur einen kleinen Teil des rund 15 Billionen EUR umfassenden regulierten Retail-Fondsmarktes in Europa aus.

Italien bildet einen Gegenpol. Dort verzeichnet das beratergesteuerte Retail-Modell mit 12% im Vergleich die geringste Lücke laut Umfrage. Mit der MiCA-Frist im Juli verwandelt das Engagement der Berater die Nachfrage vor Ort in geprüfte Exponierung.

Für Vermögensverwaltungen steigen die Kosten des Wartens. In den nächsten zehn Jahren werden Schätzungen zufolge 1 Billion Pfund (1,3 Billionen USD) an die nächste Generation im Vereinigten Königreich übertragen. Können Berater die Krypto-Bestände eines Kunden nicht sehen, verlieren sie mit hoher Wahrscheinlichkeit das Mandat beim Generationenwechsel.

Bis zu 8% berichten bereits von wachsendem Interesse der Kunden bei einer gleichzeitig mehrheitlich nicht gemanagten Exponierung, ein Zeichen dafür, dass Kunden nicht abwarten. Die kommende Phase der regulatorischen Reformen könnte entscheidend sein, wer künftig diese Vermögen betreuen kann.


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Haftungsausschluss

Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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