UST: Wenn die “Terra” unter deinen Füßen nicht so stabil ist

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IN KÜRZE
  • Terra hat erneut seine Dollar-Anbindung verloren. Wie sicher ist die Preisstabilität von Stablecoins?

  • Viele nutzen Stablecoins als Store-of-Value, um sich vor der Volatilität der Kryptowährungen zu schützen.

  • Bereits zuvor äußerten einige ihre Bedenken zum algorithmischen Mechanismus von UST.

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Das Versprechen, das uns zum MOON führen sollte, ist zu einer Lektion in Sachen Demut geworden, sagt Lorena Ortiz.

Am 7. Mai gab es einen kleinen Schock für UST (Terra USD), als er begann, seine Anbindung zum US-Dollar (Peg) zu verlieren. Vier Tage später erreichte UST einen Tiefstand von 0,26 US-Dollar. Die erste Kursbewegung war das erste Anzeichen für den bevorstehenden Zusammenbruch des Terra-Projekts, das viele seit seinem Start im April 2019 für vielversprechend hielten.

Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass der UST seine Dollar-Anbindung verliert. Der Stablecoin wurde Ende 2020 veröffentlicht und erreichte einen Monat nach dem Launch einen Preis von 0,85 US-Dollar. Allerdings war die Weltwirtschaftslage damals eine ganz andere als heute. Im Jahr 2022 kommen einige neue Faktoren hinzu, wie Inflationsprobleme und die Volatilität der traditionellen Märkte.

Stablecoins und ihre Anreize

Einer der Hauptanreize der sogenannten Stablecoins war immer, dass sie gegenüber Preisschwankungen auf den volatilen Kryptomärkten stabil bleiben. Viele Stablecoins waren eine sicherer “Store-of-Value”, wenn die Preise wieder am Fallen waren. Was zurzeit passiert, wirft aber wieder die Frage auf, wie nützlich Stablecoins für diesen Zweck wirklich sind.

Ein wichtiger Punkt, der zu berücksichtigen ist, ist, dass andere Stablecoins andere Mechanismen haben und die Parität auf andere Art und Weise wie UST erreichen. Das kann mit Fiatgeld oder Kryptowährungen wie Ether oder Bitcoin geschehen. Bei UST ist dies nicht der Fall, da es sich um einen algorithmischen Stablecoin handelt.

Kann der Algorithmus des TerraUSD (UST) die Dollar-Anbindung halten?

UST hält seine US-Dollar-Kopplung mithilfe eines Mechanismus, bei dem die Zahl der Luna – der Token von Terra – je nach Bedarf erhöht oder gesenkt wird. Außerdem werden Token “geburnt”. Sie werden also aus dem Umlauf genommen, um die Dollar-Anbindung unter Kontrolle zu halten. Fällt der Preis von UST unter die 1 US-Dollar-Marke, wird dann wird UST im Austausch gegen den Gegenwert in Luna verbrannt. Steigt der Wert von UST über 1 US-Dollar, wird eine bestimmte Menge Luna verbrannt, um mehr UST zu generieren.

UST: Die Zweifel

Viele wichtige Personen im Ökosystem äußerten ihre Bedenken bezüglich der Ineffizienz des Mechanismus. Und über die möglichen Risiken in einem Bärenmarkt und über den letzten Kauf von Bitcoin als Reserve. Dies geschah für den Fall eines Notfalls, wie er sich kürzlich bei der LFG (Luna Foundation Guard) ereignet hat. Zu den Personen, die alarmiert waren, gehört auch Adam Back. Er teilte seine Sorgen vor weniger als zwei Monaten dem Gründer von UST, Do Kwon, direkt mit.

Der massive Verkauf des “Backup-Bitcoin” durch die LFG hat bisher nur wenig genutzt. Es beeinflusste den Preis von Bitcoin allerdings sehr stark, und das auf eine negative Weise. Viele Bitcoiner ärgern sich über das Terra-Projekt. Es ist ein klares Beispiel für das Desaster, das Shitcoins für die Community im Allgemeinen bedeutet können. Aktuell beobachten wir sogar Veränderungen bei anderen Stablecoins wie Tether, die wahrscheinlich auf die gleiche Situation zurückzuführen sind.

Das Versprechen, das uns zum MOON führen sollte, ist zu einer Lektion in Demut geworden.

Ein Bild von BeInCrypto.com

UST: Der Zusammenbruch

Mit dem Zusammenbruch von UST und Luna hat Krypto-Twitter Feuer gefangen und Tausende von Tweets haben das soziale Netzwerk bisher überflutet. Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich. Von Besorgnis über Erstaunen bis hin zu Spott über den Absturz.

Leider waren viele Investoren in den oben genannten Kryptowährungen gefangen, weil sie ihre Token nicht rechtzeitig verkaufen oder umtauschen konnten. Dadurch verloren sie Hunderte, Tausende oder sogar Millionen von US-Dollar.

Wir dürfen allerdings nicht die menschliche Seite des Ganzen außer Acht lassen. Viele derjenigen, die auf die vermeintliche Stabilität des UST vertraut haben, befinden sich jetzt in einer prekären Situation. Auf Twitter gibt es Fälle, bei denen sogar Suizid in Betracht gezogen wird. Das ist sehr besorgniserregend.

Einige von uns haben die Bärenmärkte früherer Zyklen wie 2018 – 2020 erlebt. Wir wissen, wie hart der Kryptomarkt sein kann. Projekte die keine solide Basis haben verschwinden dann einfach. Dies war während des genannten Zeitraums bei allen ICOs der Fall.

Die aktuelle Situation fühlt sich wie ein Deja Vú an. Sie führt ins zurück in schwierige Zeiten, in denen wir wertvolle Erfahrungen gesammelt haben. Viele von uns haben verstanden, dass Vorsicht extrem wichtig ist, wenn man den Impuls hat, in eine aufstrebende Kryptowährung zu investieren. Auf den ersten Blick erscheint es vielleicht sehr innovativ. Aber das Versprechen, uns zum Mond zu führen?!

Über die Autorin

Lorena Ortiz

Lorena Ortiz ist eine Unternehmerin und Gründungspartner der Bitcoin Embassy Bar in Mexico City. Es war die erste Krypto-Themen-Bar in Lateinamerika. Sie ist außerdem als Beraterin, Workshop-Leiterin, Dozentin und Content Creator zu den Themen Blockchain und Bitcoin tätig.

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