Warum Donald Trump gut für Bitcoin und Krypto ist

IN KÜRZE
  • Der umstrittene Präsident Donald Trump tritt womöglich erneut für das Amt des US-Präsidenten an.
  • Eine weitere Amtsperiode von Trump wirkt sich möglicherweise positiv auf den Bitcoin Kurs und Krypto-Markt aus.
  • Während seiner letzten Amtszeit blühten sowohl der Krypto- als auch der Aktienmarkt auf.
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Donald Trump scheint sich noch einmal für die amerikanische Präsidentschaft zu bewerben. Letzten Monat machte er die bisher stärksten Andeutungen darauf. Bitcoin (BTC) und Krypto befinden sich Experten zufolge möglicherweise in einer guten Position, falls einer der umstrittensten amerikanischen Präsidenten seine Wiederwahl gewinnt.

In einer Rede während einer Wahlkampfveranstaltung in Sioux City, Iowa sagte Donald Trump:

“Um unser Land wieder erfolgreich, sicher und glorreich zu machen, werde ich es wahrscheinlich wieder tun müssen.”

Die US-Bürger stimmten am 8. November 2022 in Zwischenwahlen ab. Sie wählen dabei neue Mitglieder des Kongresses, welche die Bürger bis 2024 führen werden. Einige Umfragen sagen einen Sieg der Republikaner voraus. Nach der Wahl soll dann die Ankündigung für die Präsidentschaftswahl von Trump enthüllt werden. Laut mehreren Mainstream-Medien, welche sich auf Vertraute des Präsidenten berufen, findet diese Ankündigung am 14. November 2022 statt.

Insidern zufolge ist Trump außerdem in der republikanischen Partei nach wie vor recht populär. Die Auswirkungen einer möglichen Kandidatur von Trump sind jedoch möglicherweise noch nicht klar.

Donald Trump
Donald Trump

Donald Trump: Ein unkonventioneller Präsident beeinflusst die Märkte – Auch Bitcoin?

Trump war von 2017 bis 2021 der 45. Präsident der USA – mit einer ereignisreichen Amtszeit. Der Immobilienmilliardär brach fast alle Konventionen einer sonst eher nüchternen US-amerikanischen Präsidentschaft. Er nutzte beispielsweise Twitter, um politische Positionen zu kommunizieren.

Barack Obama verließ das Amt mit dem Iran-Atomabkommen als eine seiner diplomatischen Meisterleistungen und einem Friedensangebot in seiner ansonsten recht kriegsmüden Amtszeit. Trump wollte das Abkommen jedoch nicht übernehmen und erneuerte die Sanktionen gegen Teheran – mit einem zustimmenden Nicken aus Tel Aviv.

Trump machte außerdem wichtige Klimaabkommen wie das Pariser Abkommen von 2015 rückgängig. Er konfrontierte diejenigen, mit denen er nicht einverstanden war, direkt. Viele kritisierten diese von der Norm abweichende Vorgehensweise des ehemaligen Präsidenten.

Außer vielleicht jene, die sich mit Krypto und den traditionellen Finanzmärkten beschäftigen. Während seiner Amtszeit schien der Bitcoin-Markt zu florieren. Der Bitcoin Kurs legte in den vier Jahren von Trumps Amtszeit um über 2.600 % zu. In dieser Zeit stieg der Bitcoin von etwa 1.100 auf knapp unter 30.000 US-Dollar an und eroberte den Mainstream.

Bessere Märkte unter Donald Trump?

Gleichzeitig erreichten die US-Aktienmärkte in diesem Zeitraum Rekordhöhen, was zum Teil auf die damaligen Konjunkturprogramme zurückzuführen sind, die aufgrund der Coronavirus-Pandemie beschlossen wurden. Allerdings verzeichnete der S&P 500 schon direkt nach Trumps unerwartetem Wahlsieg im November 2016 einen Anstieg von 20 %.

Auch danach stiegen die Kurse auf den Aktienmärkten weiter – und das trotz “all der Befürchtungen vor der Wahl, welche sich bewahrheiteten”, wie Professor Bryan Lim von der Fakultät für “Business and Economics” der Melbourne Universität argumentierte:

“Er war unberechenbar und hat die Autarkie gefördert”

Doch auch wenn Trump unberechenbar war, hat der Markt einen Weg gefunden, in diesem sensiblen Umfeld Gewinne zu erzielen, so Lim. Die Ursache ist Lim zufolge ein Ergebnis der zweiten Lesart der Markteffizienz, die vom Kapital angewandt wird. In einem Blogbeitrag erklärte Lim dazu:

“Laut der ersten Interpretation spiegeln bei effizienten Märkten die Preise auf den Märkten alle verfügbaren Informationen genau wider. Die zweite Interpretation besagt, dass Anleger bei effizienten Märkten keine anormalen Gewinne erzielen können, indem sie mit den verfügbaren Informationen handeln.”

Trumps komplizierte Beziehung zu Bitcoin

Trump waren derartige Interpretationen gleich. In einer Rede vor dem Kongress betonte Trump, welche positive Auswirken die steigenden Aktienkurse auf die US-Bürger hatten:

“All diesen Millionen von Menschen mit 401(k)s-Rentensparplänen und Pensionen geht es viel besser als je zuvor, mit Steigerungen von 60, 70, 80, 90 und 100 % und noch mehr.”

Er bezog sich dabei auf die Effekte, die die steigenden Aktienkurse während seiner Präsidentschaft auf die Renten- und Pensionsfonds hatten. Experten zufolge ist sein Einfluss auf die allgemeinen Finanzmärkte und insbesondere Krypto in Zukunft womöglich noch größer. Ben Sharon, CEO der mit Gold unterlegten Krypto-Plattform Illumishare, sagte gegenüber BeInCrypto:

“In Anbetracht seiner Vorgeschichte bei der Einführung von geld-basierten Linderungsmaßnahmen könnte das Krypto-Ökosystem unter dem ehemaligen Präsidenten langfristig eine bessere Chance auf ein gezieltes Wachstum haben.”

Dennoch hat Trump eine komplizierte Beziehung zu Krypto. Auch wenn er dazu neigte, die Märkte zu beeinflussen, gab er nie vor, Bitcoin zu mögen. Trump twitterte 2019:

“Ich bin kein Fan von Bitcoin und anderen Kryptowährungen, die kein Geld sind und deren Wert sehr volatil ist und auf dünner Luft basiert. (…) Unregulierte Krypto-Vermögenswerte können ungesetzliches Verhalten, einschließlich Drogenhandel und andere illegale Aktivitäten, erleichtern.”

Der Tweet wurde zusammen mit Donald Trumps Twitter-Acount im Januar 2021 gelöscht. Nach der Löschung bezeichnete er Bitcoin außerdem als “gefährlich.”

Trump: Ein Katalysator für Bitcoin?

In jüngster Zeit hat Trump an mehreren politischen Debatten teilgenommen und den prominenten Arzt Mehmet Oz bei seiner Kampagne unterstützt, indem er an seiner Seite Wahlkampf führte. Oz vertritt wie Donald Trump ein Wahlkampfkonzept, bei dem die Vorherrschaft Amerikas im Mittelpunkt steht.

Der Republikaner konkurriert gegen John Fetterman um den Senatssitz in Pennsylvania. Oz musste dafür auf Ad-hominem-Angriffe (ein Angriff auf die Persönlichkeit) zurückgreifen. Ein Trick, der direkt aus dem Spielbuch von Trump stammt. Das mag auf vieles hindeuten, unter anderem darauf, dass sich der ehemalige Präsident immer noch exzentrisch zeigt.

Daher könnte ein Sieg von Trump im Jahr 2024 eine Rückkehr der unvorhersehbaren separatistischen Politik bedeuten, die sich während seiner ersten Ära positiv auf Bitcoin und traditionelle Finanzmärkte auszuwirken schien. Es gibt jedoch anscheinend keine eindeutigen Antworten auf die Frage, warum sich die Märkte so verhalten haben.

Bryan Lim, der Experte der Melbourne University, fragt sich:

“In Anbetracht der ersten Interpretation, waren die Märkte ineffizient, als sie sich vor der Präsidentschaft von Trump fürchteten, aber sie kurz danach mit offenen Armen empfingen?

Vielleicht ja, vielleicht nein, je nachdem, ob man der Meinung ist, dass die Überzeugungen der Anleger konsistent sein müssen, wenn man ‘genau’ ist. Die Präsidentschaft von Trump zeigt jedoch: Die zweite Interpretation der Markteffizienz ist mit ziemlicher Sicherheit richtig.”

Bitcoin
Bitcoin: Ein Bild von BeInCrypto.com

Trump gewinnt, Bitcoin gewinnt

Lim erklärte weiter:

“Präsidenten haben angesichts der Grenzen des Amtes selten viel Einfluss auf die Aktienkurse gehabt. (…) Aber Donald Trump ist im Guten wie im Schlechten kein gewöhnlicher Präsident.”

In der Tat verzeichnete Bitcoin während der Trump-Präsidentschaft ein beeindruckendes Wachstum. Allerdings erreichte der Bitcoin Kurs erst während der Amtsperiode des Nachfolgers Joe Biden das letzte Allzeithoch von 69.000 US-Dollar (November 2019).

Der Illumishare CEO Ben Sharon sagte gegenüber BeInCrypto, dass Prognosen zufolge die Wähler einen Krypto-affinen Politiker bevorzugen werden – und zwar unabhängig von der Parteizugehörigkeit:

“Wenn Investoren das Potenzial für eine Rückkehr von Trump erkennen, spiegeln die Preise digitaler Vermögenswerte diese Nachricht möglicherweise mittelfristig wider. Das könnte einige der wichtigsten Kryptowährungen dazu zwingen, dieses Jahr etwas positiver abzuschließen als bisher angenommen. (…) Falls diese Prognosen wahr werden sollten, schließt der Bitcoin Kurs dieses Jahr möglicherweise über 30.000 und Ethereum über 2.000 US-Dollar”

Krypto-Politik: Republikaner vs. Demokraten

Trotz der politischen Differenzen finden sich sowohl bei den Demokraten als auch bei den Republikanern mehrere Krypto-Enthusiasten. Abgeordnete wie Ritchie Torres und Jim Himes aus den Reihen der Demokraten äußerten sich beispielsweise bereits häufig zu Kryptowährungen. Torres schrieb in einem Meinungsartikel vom März 2022:

“Krypto ist die Zukunft. (…) Es könnte den Armen ermöglichen, Zahlungen und Überweisungen ohne lange Verzögerungen und hohe Gebühren zu tätigen. Künstler und Musiker könnten damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Krypto könnte möglicherweise die geballte Macht von Big Tech und Wall Street herausfordern.”

Allerdings finden sich bei den Demokraten auch einige Krypto-Kritiker wie Elzabeth Warren wieder. Warren bemängelte die Volatilität von Bitcoin, “die durch die Anfälligkeit für die Launen einer Handvoll von Beeinflussern verstärkt wird”. Sie bezog sich dabei auf eine Entscheidung von Fidelity, Pensionäre einen Teil ihres Geldes in Krypto investieren zu lassen.

Generell gelten die Demokraten als Bitcoin-Gegner. Das zeigt, in welche Richtung sich die Krypto-Politik unter den Demokraten wohl entwickeln würde, nämlich in Richtung Polarisierung.

Sind die Republikaner Krypto-freundlicher?

Die Republikaner werden in den USA als generell als Krypto-freundlicher wahrgenommen. Im April kritisierten die Abgeordneten Patrick McHenry und Bill Huizenga die US-Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (SEC) dafür, dass sie ihr Aufgabenfeld überschritten hat. In einem offenen Brief an den SEC-Vorsitzenden Gensler schrieben sie:

“Wir sind insbesondere über eine mögliche Interpretation der vorgeschlagenen Regelungen besorgt, die die Zuständigkeit der SEC über deren eigentliche Macht hinaus ausweitet und die Markteilnehmer im digitalen Asset-Ökosystem, inklusive des DeFi-Ökosystems, reguliert.”

Am 8. November werden die Amerikaner 435 Abgeordnete des Repräsentantenhauses und nur 35 Senatoren aus den insgesamt 100 zur Verfügung stehenden Sitzen wählen.

Die Demokraten verfügen derzeit über eine knappe Mehrheit von acht Sitzen im Repräsentantenhaus. Der Senat hingegen ist entlang der Parteigrenzen gespalten: Die Demokraten verfügen im Senat derzeit über eine knappe Mehrheit. Umfragen zufolge werden die Republikaner wohl jedoch die Wahl gewinnen.

55 % sind gegen Joe Biden
Ein Bild von: Reuters

Während die Inflation mit 8,2 % einen 40-Jahres-Höchststand erreicht hat, sind die Werte von Präsident Joe Biden stark gesunken. Laut einer Reuters-Umfrage sind inzwischen rund 55 % der Amerikaner gegen den Präsidenten. Es sieht so aus, als würde Biden das Repräsentantenhaus unter der Last des wachsenden wirtschaftlichen Drucks verlieren.

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