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Interview

Wie der Ethereum Merge deine Steuern betrifft? Ein Profi schafft Klarheit

2 min
Von Marc
Aktualisiert von Toni Lukic

IN KÜRZE

  • Der 15. September war ein historischer Tag für die Ethereum-Community: Die Ethereum Mainchain wurde mit der Beacon Chain verschmolzen und dabei auf das Proof of Stake (PoS)-Verfahren umgestellt.
  • Dabei war ein Ziel vorrangig: Den Energiebedarf der Ethereum-Blockchain durch den Merge deutlich zu senken.
  • Doch mit dem Ethereum Merge gehen auch steuerliche Erneuerungen einher.
  • promo

Als Ethereum am 15. September mit dem Merge von Proof of Work (PoW) auf Proof of Stake (PoS) umstellte, kamen grundlegende Fragen zu der Besteuerung des nativen Token Ether (ETH) auf. Bobby Chadha, Vice President of Product von Koinly, zeigt die Veränderungen durch den Merge auf und bringt Licht ins Dunkel der Steuerzahler.

Das Thema “Steuern” macht vielen Krypto-Investoren zu schaffen. Und zwar nicht erst seit dem Merge von Ethereum und dem damit einhergehenden Wechsel des Konsensmechanismus von PoW auf PoS. Doch mit dem aufsehenerregende Merge tauchten neue Fragen zur zukünftigen Besteuerung in den Köpfen der ETH-Anleger auf. Bobby Chadha von Koinly, einem Steuertool für Krypto-Trades, behält den Überblick und klärt auf.

Welche steuerlichen Änderungen brachte der Ethereum Merge?

Während die Kryptobesteuerung in jedem Land unterschiedlich ist, bleiben einige technische Grundlagen unabhängig vom Standort gleich. Proof of Work (Krypto-Mining) stützt sich hauptsächlich auf die Verwendung von Hardware, während Proof of Stake (Krypto-Staking) hauptsächlich Kapital für seinen Konsens verwendet.

Die meisten Finanzämter setzen das Mining (PoW) mit dem Einkommen durch Arbeit gleich. Eine klare Klassifizierung, die eine sofortige Steuerpflicht nach dem Erhalt von Belohnungen nach sich zieht.

Beim Staking ist es jedoch nicht so klar, da dieser Prozess oft in zwei Parteien aufgeteilt ist – den „Validator“ und den „Delegator“: Auf der einen Seite führt ein Validator die Berechnungen durch, die erforderlich sind, um Transaktionen zu verifizieren und einen Konsens sicherzustellen. Der Delegator hingegen weist einem Validator nur sein Vermögen zu.

Bei einigen Blockchains gibt es eine klare Trennung von Validator und Delegator direkt innerhalb der Blockchain Architektur, aber nicht so bei Ethereum. Da Ethereum einen hohen Grad an Dezentralisierung anstrebt, steht nur die Validator-Rolle zur Verfügung. Investoren, die “nur staken” und nicht zur Validierung von Transaktionen beitragen, greifen auf Drittanbieter zurück.

Die Staking Einnahmen zählen grundsätzlich zu den sonstigen Einkünften nach § 22 Nr. 3 EStG. Überschreiten die sonstigen Einkünfte insgesamt 255 Euro, müssen die Einnahmen versteuert werden. Wer über diesem Freibetrag liegt, muss die gesamten Einnahmen mit dem persönlichen Steuersatz versteuern. Als Referenzwert gilt hier der Wert am Tag, an dem du die Rewards erhältst.

Nimmt der Merge Einfluss auf die Haltefrist von Ether?

Laut Bobby Chadha gab das Bundesfinanzminesterium (BMF) nicht viele Hinweise für den Ethereum Merge.

“Da 100 % der ETH auf ETH 2.0 verschoben werden, scheint es, dass die Übertragung der Steuerbasis auf ETH 2.0 die richtige Antwort ist, ohne steuerpflichtigen Gewinn oder Verlust. Danach würde die Steuer nur dann anfallen, wenn du den ETH innerhalb eines Jahres nach deinem ursprünglichen Erwerbsdatum verkaufst”, erschließt sich Bobby.

Hier gilt der Grundsatz: Weil Kryptowährungen in Deutschland als sonstige Wirtschaftsgüter gelten, zählt der Verkauf als privates Veräußerungsgeschäft. Demnach müssen Gewinne zum persönlichen Einkommensteuersatz versteuert werden. Allerdings bleiben Gewinne bis zur Freigrenze von 600 Euro oder beim Verkauf nach der Spekulationsfrist von einem Jahr steuerfrei.

Bei Gewinnen über 600 € ist es für Anleger möglicherweise besser, die Kryptos zu halten und erst ab einem Jahr nach dem Kauf zu verkaufen, um von der langfristigen Gewinnsteuerbefreiung zu profitieren.

Wie steht es nach dem Merge um Ethereum?

Die Kursentwicklung sieht nach dem Merge nicht sonderlich berauschend aus. Doch das ist wohl auf den Bärenmarkt zurückzuführen, in dem nicht nur der Kryptosektor steckt. Die Gesamtmarktlage lässt zu wünschen übrig und so hoffen wir, dass der Bullrun im Zuge der Erneuerungen durch den Merge zu einem späteren Zeitpunkt eintrifft.

Zum Abschluss schauen wir uns einmal die Zahlen zum Ethereum Staking an: Über 15.600.000 Eth sind nach Ethereum gestaked. Das entspricht einem Wert von fast 25 Milliarden US-Dollar. Der Zinssatz (APR = Annual Percentage Rate) steht bei 4,4 %.

https://ethereum.org/en/staking/

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