Warum der jüngste Bitcoin-Ausbruchsversuch an fehlender US-Nachfrage scheitern könnte

  • Bitcoin-RSI zeigt bärische Divergenz vom 14. bis 27. April vor dem Ausbruchs-Test
  • Coinbase Premium sinkt von 0,038 auf 0,020: Muster wie vom 14. bis 17. April
  • Open Interest sinkt auf 32,89 Milliarden USD, Funding bei -0,002%, weniger Potenzial für Short Squeeze
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Der Bitcoin-Kurs nähert sich erneut der Ausbruchsmarke von 79.510 USD, an der er am 22. April gescheitert ist. Drei On-Chain-Signale zeigen jedoch, dass die Nachfrage von US-Institutionen nachlässt, obwohl der Chart einen Ausbruch andeutet.

Bitcoin (BTC) notiert im 8-Stunden-Chart bei 79.098 USD, das entspricht einem Anstieg von 0,54 %. Der Kurs liegt direkt unter der oberen Begrenzung eines steigenden Kanals, welcher seit Ende Februar besteht. Diese Konstellation wirkt auf den ersten Blick bullisch. Im Hintergrund sorgen jedoch eine Divergenz im Momentum, ein schrittweiser Rückgang der US-Käufe und ein Rückgang des Short-Squeeze-Potenzials für Gegenwind.

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Bärische Divergenz warnt: Ausbruch könnte wie am 22. April scheitern

Seit Ende Februar bewegt sich Bitcoin innerhalb eines steigenden Kanals. In diesem Muster steigen die Tiefpunkte an und verlaufen parallel zum Widerstand, was auf eine stetige Akkumulation hindeutet. Am 22. April erreichte BTC die obere Begrenzung des Kanals, schaffte jedoch keinen Ausbruch und korrigierte danach. Nun ist der Bitcoin-Kurs erneut in diese Zone zurückgekehrt, um einen neuen Versuch zu starten.

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Analyse des 8-Stunden-Kanals
Analyse des 8-Stunden-Kanals: TradingView

Das Bild im Momentum zeigt, dass dieser Versuch schwächer ausfällt. Zwischen dem 14. April und 27. April hat BTC neue Hochs beim Kurs erreicht, während der Relative Strength Index (RSI) – ein Indikator, der die Geschwindigkeit von Kursbewegungen auf einer Skala von null bis 100 misst – kurz davor steht, ein niedrigeres Hoch zu bestätigen.

Dies ist eine klassische bärische Divergenz: Der Kurs steigt, aber das Momentum kann nicht mithalten. Solche Divergenzen gehen oft einer Trendumkehr voraus. Sollte die nächste 8-Stunden-Kerze unterhalb der aktuellen schließen, ist die Divergenz bestätigt und das lokale Hoch markiert.

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Coinbase Premium-Rückgang: Gleiches Muster wie beim Rücksetzer am 17. April

Das zweite Warnsignal kommt vom Coinbase Premium Index, einem On-Chain-Indikator, der den Bitcoin-Kurs auf Coinbase mit anderen Börsen vergleicht und als Maß für die US-Nachfrage gilt. Am 22. April, als BTC den letzten Ausbruch versuchte, lag der Premium Index bei 0,038. Bis zum 27. April ist er trotz steigender Kurse auf 0,020 gefallen. US-Käufer ziehen sich also zurück, obwohl der Chart bullisch wirkt.

Die Historie zeigt: Diese Divergenz wird meist durch eine Anpassung des Kurses an die niedrigere Nachfrage aufgelöst. Zwischen 14. und 16. April sank das Coinbase Premium von 0,064 auf 0,011, während BTC weiter anstieg. Der Kurs konnte sich noch einen Tag halten, fiel dann aber am 17. April von 77.089 USD auf 73.820 USD in der nächsten Session.

Bitcoin Coinbase Premium Index
Bitcoin Coinbase Premium Index: CryptoQuant

Der Premium Index ist ein vorlaufender Indikator. Lässt die US-Nachfrage nach, folgt der Bitcoin-Kurs in der Regel innerhalb weniger Tage. Das aktuelle Setup ähnelt diesem Ablauf: Das Premium sinkt in eine Kursrallye, die ihren Trend noch nicht gebrochen hat.

Open Interest und Funding Rates zeigen: Short-Squeeze-Potenzial versiegt

Ein Ausbruch braucht nicht immer starke Nachfrage. Liegen viele Shorts im Markt, kann ein Squeeze den Kurs auch ohne Käufer durch den Widerstand treiben. Dieses Potenzial schwindet jetzt. Das Open Interest (OI), also der US-Dollar-Wert aller offenen Futures-Kontrakte, lag am 22. April bei 34,02 Milliarden USD. Die Funding Rate – eine periodische Zahlung, mit der Long- und Short-Positionen ihre Ausrichtung ausgleichen – war mit -0,021 % stark negativ.

Die hohe Short-Positionierung konnte trotzdem am genannten Tag keinen Squeeze auslösen, der Ausbruch ist gescheitert.

Das heutige Szenario ist strukturell schwächer. Das Open Interest ist auf 32,89 Milliarden USD gefallen, 1,13 Milliarden USD an Positionen wurden geschlossen. Die Funding Rate hat sich auf -0,002 % zusammengedrückt, sie ist zehnmal kleiner als am 22. April.

Bitcoin Open Interest und Funding
Bitcoin Open Interest und Funding: Santiment

Weniger Shorts bei BTC bedeuten weniger Potenzial für einen Squeeze. Ein Ausbruch, der Short-Deckungen über 79.510 USD benötigt, hat somit seinen wichtigsten Treiber verloren.

Bitcoin-Kursmarken: 79.510 USD als Entscheidungspunkt, 76.074 USD als erste Unterstützungszone

Ein sauberer 8-Stunden-Schluss über 79.510 USD bestätigt den Ausbruch. Das eröffnet Chancen in Richtung 80.000 USD und würde das auf Divergenz basierende bärische Szenario entkräften. Schafft es Bitcoin nicht und bleibt unter dem Widerstand, auch bei einer langen Lunte oder bei Kerzenschluss unterhalb des Widerstands, bleibt die Struktur für eine Korrektur bestehen.

Sollte das Signal des Coinbase Premium wie zwischen dem 14. und 17. April wirken, liegt die erste Unterstützungszone bei 76.074 USD. Ein Durchbruch darunter öffnet Raum für 73.948 USD und 72.230 USD.

Bitcoin-Kursanalyse
Bitcoin-Kursanalyse: TradingView

Die entscheidende Unterstützung liegt bei 70.512 USD, also beim 0,618-Fibonacci-Level und dem stärksten Unterstützungsbereich im Tages-Chart. Ein Verlust von 70.512 USD schwächt die Struktur des aufsteigenden Kanals deutlich. Aktuell machen die Divergenz, der Rückgang der Nachfrage und das ausbleibende Short-Squeeze-Potenzial einen Ausbruch schwierig.


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