Bitcoin fällt: 1,17 Milliarden USD an Shorts über dem Kurs deuten auf Bärenfalle hin

  • Bitcoin fällt um rund 5 %, Nasdaq verliert 4 %: Zinssorgen treiben Renditen
  • Der Coinbase Premium Index fällt auf -0,14: US-Spot-Nachfrage nach BTC kühlt ab
  • Diese Bitcoin-Kursprognose basiert auf 1,17 Milliarden USD an Short-Positionen, mögliche Kursrallye in Sicht
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Der Bitcoin-Kurs (BTC) ist in der vergangenen Woche um rund 5% gefallen, weil ein schwächerer Nasdaq den Markt für Risiko-Anlagen belastet hat. Eine positive Bitcoin-Kursprognose hängt nun davon ab, ob sich die abgekühlte Nachfrage aus den USA wieder erholen kann.

Der Rückgang hat beim BTC einen bestätigten bärischen Chart gezeigt. Allerdings deuten eine unausgewogene Situation am Derivatemarkt sowie wenig Verkaufsvolumen darauf hin, dass der Ausbruch nach unten vielleicht nicht von Dauer ist. Den entscheidenden Impuls liefert der Standort Washington, nicht nur der Kryptomarkt.

Bitcoin folgt aktuell dem Nasdaq: Zinserhöhungsängste belasten beide

Der Nasdaq war heute schwach. Der Nasdaq Composite schloss am 23. Juni bei 25.587, das entspricht einem Rückgang von rund 2% an diesem Handelstag und etwa 4% innerhalb von fünf Sitzungen. Alphabet verlor 6%, und auch Chiphersteller wie Micron gaben um mehr als 10% nach.

Zwei Faktoren haben diesen starken Rückgang verursacht: Investoren haben hohe Investitionen in KI hinterfragt, außerdem wird vermehrt auf steigende Zinsen spekuliert. Die Federal Reserve beließ den Leitzins am 17. Juni zwar bei 3,50% bis 3,75%, doch die neuen Prognosen deuten mindestens eine Zinserhöhung im Jahr 2026 an.

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Diese straffere Haltung trieb die Rendite der US-10-jährigen Treasury, also den wichtigsten Referenzzins für viele Risiko-Anlagen, auf etwa 4,5%. Steigende Renditen führen dazu, dass Anleger aus Risiko-Anlagen Geld abziehen.

Diese Entwicklung betrifft den Bitcoin direkt. BTC und die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen weisen aktuell eine 30-Tage-Korrelationsrate von etwa -0,315 auf, was auf einen moderaten negativen Zusammenhang hindeutet. Steigende Renditen belasten daher den Bitcoin-Kurs.

BTC-Rendite-Korrelation
BTC-Rendite-Korrelation: Charlie Quant Lab

Bitcoin bewegt sich auch meist wie Technologiewerte. BTC und der Nasdaq haben eine positive 30-Tage-Korrelation von rund 0,451 – das bedeutet, sie steigen und fallen häufig gemeinsam. Daher folgt Bitcoin dem Abwärtstrend der Tech-Werte infolge steigender Renditen.

Korrelations-Snapshot
Bitcoin Korrelations-Snapshot: Charlie Quant Lab

Dieser Zusammenhang erklärt die aktuelle Schwäche. Bitcoin fiel etwa 5%, während der Nasdaq etwa 4% verlor. BTC hinkt dem Abverkauf also hinterher und leitet keine Erholung ein.

Der gleiche Rückzug aus Risiko-Anlagen, der Käufer aus Tech-Werten drängt, wirkt sich daher nun auch auf Bitcoin aus. Diese breite Schwäche ist inzwischen deutlich im Chart sichtbar.

Im 12-Stunden-Chart hat Bitcoin eine Kopf-Schulter-Formation durchbrochen. Dabei liegt der höchste Gipfel zwischen zwei niedrigeren Hochpunkten. Der Bruch erfolgte allerdings bei abnehmenden Verkaufsvolumen, sodass Hoffnung auf eine Erholung bleibt.

Bärisches Muster bestätigt
Bärisches Muster bestätigt: TradingView

Ob sich US-Käufer tatsächlich speziell bei BTC zurückziehen und nicht nur aus dem Tech-Sektor, erfordert allerdings einen direkten Indikator für die BTC-Nachfrage.

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US-Nachfrage kühlt ab: Coinbase Premium Index sinkt

Der Coinbase Premium Index, der misst, wie viel Anleger in den USA auf Coinbase im Vergleich zu Offshore-Börsen zahlen, sank am 23. Juni auf etwa -0,14. Das ist ein deutlicher Rückgang von -0,04 am 13. Juni – der Abschlag hat sich innerhalb von weniger als zwei Wochen stark vergrößert.

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Ein negativer Wert zeigt, dass US-Käufer an Kassa-Börsen derzeit zurückhaltender sind, wahrscheinlich als Reaktion auf das Risiko, das auch den Tech-Sektor belastet.

Der Index nähert sich seinem lokalen Tief von Ende Mai bei etwa -0,17. Bei den letzten Besuchen dieser lokalen Tiefs, um den 27. Mai und Anfang Februar, markierte der Abschlag jeweils den Tiefpunkt der Nachfrage. Jedes Mal fiel der BTC-Kurs etwa 14% bis 18% bis zum lokalen Tief, bevor wieder Käufer einstiegen.

Coinbase Premium Index
Coinbase Premium Index: CryptoQuant

Stark negative Nachfragesignale haben in der Vergangenheit oft neue Tiefs und Bärenfallen bestätigt, häufig ausgelöst durch Short-Squeezes. Allerdings spricht der längerfristige Trend weiterhin gegen die Bullen.

Death Cross hält: Ein neuer Boden wird gebildet

Der allgemeine Trend bleibt bärisch. Bitcoin handelt seit dem 16. November, also seit 220 Tagen, unter einem sogenannten „Death Cross” bei Bitcoin. Hierbei liegt der 50-Tage-Simple Moving Average (SMA), das ist der Durchschnitt der Schlusskurse der letzten 50 Tage, unter dem langsameren 200-Tage-SMA. Ein Simple Moving Average (SMA) ist der Durchschnitt der Schlusskurse über eine bestimmte Anzahl von Tagen.

Beide Durchschnitte liegen weiterhin über dem aktuellen Kurs, zudem hat BTC die 200-Tage-Linie während des gesamten Zeitraums nicht zurückerobert. Der Kurs bleibt also unter dem Death Cross.

Jedes Mal, wenn Bitcoin den 50-Tage-SMA verloren hat, folgten Rückgänge. Der Coin konnte die Linie Anfang Januar zurückgewinnen, verlor sie jedoch wieder und fiel daraufhin um etwa 33%. Ein Verlust Ende März war mit rund 6% schwächer. Der Verlust Ende Mai führte zu einem Rückgang von ungefähr 23%.

Bitcoin Death Cross
Bitcoin Death Cross: TradingView

Dieser Rückgang Ende Mai hat nun einen lokalen Boden gebildet. Ein solcher Versuch einer Bodenbildung führt oft zu einem Anstieg in Richtung des 50-Tage-SMA, was zum aktuell aufgebauten Bear-Trap-Szenario im Derivatemarkt passt.

Wird Bitcoin wieder steigen? Short-Positionen nehmen zu und könnten einen Squeeze auslösen

Das Argument für eine Erholung zeigt sich in den Derivatedaten. Die Binance-Liquidationskarte zeigt, dass Short-Liquidationshebel im Wert von etwa 1,17 Milliarden USD knapp über dem aktuellen Kurs gestapelt sind, während sich Long-Hebelung bei etwa 649 Millionen USD darunter befindet.

Dieses Ungleichgewicht ist deutlich ausgeprägt. Ein Anstieg könnte Short-Positionen zwingen, ihre Positionen zurückzukaufen, was einen Bitcoin-Short-Squeeze auslösen und den Kurs weiter antreiben könnte.

Der Ausbruch aus der Kopf-Schulter-Formation erfolgte zudem bei geringem Volumen. Schwacher Verkaufsdruck deutet häufig auf eine Bear Trap hin, bei der ein falscher Durchbruch Verkäufer anlockt, bevor der Kurs sich wieder erholt.

Bitcoin-Liquidationskarte
Bitcoin-Liquidationskarte: Coinglass

Wenn die Nachfrage aus den USA durch einen Impuls, der auch Tech-Werte hebt, zurückkehrt, könnte Bitcoin die verlorenen Bereiche schnell zurückgewinnen. Das Potenzial für eine starke Gegenbewegung ist daher vorhanden. Der Bitcoin-Chart zeigt genau, welche Marken zwischen Bear Trap und weiterem Rücksetzer entscheiden.

Bitcoin-Kursprognose: Diese Marken sind jetzt entscheidend

Bitcoin muss 62.448 USD verteidigen, diese Marke hält der Coin seit dem 23. Juni. Ein klarer Rutsch darunter würde die restlichen Long-Positionen liquidieren.

Unter dieser Marke liegt die nächste Unterstützung bei 60.519 USD, gefolgt vom Ziel der Formation bei etwa 57.871 USD, mit dem tiefsten Level bei 57.397 USD.

Auf der Oberseite würde ein Zurückerobern von 63.640 USD und 64.377 USD den Spielraum in Richtung 65.569 USD eröffnen, wenn Shorts covern müssen. Weitere Stärke bis zu 67.323 USD würde die Struktur komplett reparieren, wobei das aktuell noch weit entfernt erscheint.

Bitcoin-Kursanalyse
Bitcoin-Kursanalyse: TradingView

Diese Bitcoin-Kursprognose bleibt zweigeteilt, solange die US-Nachfrage nicht belegt ist und das Death Cross weiter besteht. Das bärische Muster ist bestätigt, daher brauchen die Bullen nun eine Rückeroberung, nicht nur eine Gegenbewegung.

Die Marke bei 62.448 USD entscheidet, ob eine Short-Squeeze in Richtung 65.569 USD einsetzt oder ein Rückgang zum nächsten Ziel bei 57.871 USD droht.


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