Der Bitcoin-Kurs (BTC) ist in den letzten 24 Stunden um etwa 3 % gestiegen und liegt nahe bei 64.500 USD, nachdem eine niedrigere US-Inflationsrate den Kurs über ein Niveau gehoben hat, das ihn seit Mitte Juni begrenzt hatte.
Diese Entwicklung hält den zweiwöchigen Aufwärtstrend am Leben. Allerdings nimmt das Kaufvolumen ab, und eine Angebotszone in der Nähe wirft die Frage auf, wie lange die Rallye noch weitergehen kann.
Krypto-Trader sind verunsichert, während das Kapital ruhig bleibt
Das Sentiment zeichnet ein ungewöhnliches Bild. Der erste von zwei speziellen Indikatoren für diese Analyse, die Crypto-Equity Fear Gap, vergleicht den Krypto Fear and Greed Index mit der Angst im Aktienmarkt auf einer Skala. Krypto liegt aktuell bei 25, also „extreme Angst”, während die Angst im Aktienmarkt gering ist (hohes Sentiment).
Diese Lücke ist das Signal. Wenn Krypto so ängstlich ist und Aktienmärkte ruhig bleiben, ist die Angst meist krypto-spezifisch und kein Zeichen einer größeren Krise. Solch eine isolierte Panik deutet häufiger auf einen möglichen Bitcoin-Boden hin, statt auf den Beginn eines stärkeren Einbruchs.
Eine weitere Zahl bestätigt die Ruhe. Die High-Yield-Kreditspreads, ein einfacher Indikator für Stress im Finanzsystem, liegen bei nur 2,69 %. Enge Spreads deuten auf keine versteckten makroökonomischen Probleme hin, daher wirkt die Angst übertrieben und nicht begründet.
Der zweite spezielle Indikator, der Liquidity Siphon Index, prüft, ob Kapital aus Krypto in das traditionelle Finanzsystem abfließt. Das Ergebnis weist auf „steigenden Abflussdruck” hin, da das Angebot an Stablecoins, also das Geld, das abwartet, in einer Woche um 0,35 % gesunken ist, während Schlagzeilen zu Tokenisierung und IPOs die Aufmerksamkeit auf die Wall Street gelenkt haben.
Normalerweise ist dieses Signal am stärksten, wenn Stablecoins sinken und Aktien gleichzeitig steigen, da in diesem Fall das Kapital klar dem wachsenden Markt folgt. Diesmal sind jedoch auch die Aktien etwa 1,2 % gefallen, daher fließt das Kapital offenbar nicht gezielt in Aktien.
Da die Kreditspreads weiterhin ruhig bleiben, handelt es sich also auch nicht um einen panikgetriebenen Kapitalabzug. Es wirkt eher wie eine leichte, ruhige Bewegung (mehr Unentschlossenheit) und nicht wie ein echter Ausstieg, der meist schnell wieder umkehrt. Hohes Angstniveau und geringe Kapitalflüsse deuten auf eine mögliche Erholung, doch es ist unklar, ob die großen Marktteilnehmer dafür bereit sind.
Große Trader setzen bullisch, während Bitcoin einen Aufwärtskanal hält
Die Positionierung ist bullisch. Ein Indikator, der Bitcoin-Wale mit kleinen Tradern vergleicht, zeigt, dass die größten Konten etwa 28 % mehr Long-Positionen halten als der Retail, wobei beide Gruppen insgesamt ähnlich positioniert sind und nicht gegeneinander handeln. Größere Marktteilnehmer positionieren sich Long, was das bullische Bild unterstützt, und es passt zu Signalen, dass langfristige Bitcoin-Halter weiter akkumulieren.
Das bestätigen auch die Charts. Seit Anfang Juli steigt Bitcoin in einem Aufwärtskanal mit höheren Hochs und höheren Tiefs. Nach der niedrigeren Inflationsrate erreichte Bitcoin ein früheres Verlaufshoch, mit dem er zuvor zu kämpfen hatte. Das deutet darauf hin, dass die Käufer die Kontrolle behalten.
Es gibt jedoch einen Schwachpunkt in dieser Entwicklung. Das Kaufvolumen hinter dem Kursanstieg ist seit Anfang des Monats zurückgegangen, obwohl der Kurs gestiegen ist. Dieses Auseinanderlaufen zwischen steigendem Kurs und sinkendem Volumen signalisiert, dass der Rallye vielleicht das Momentum fehlt. Der Chart zeigt, wo sich der Kurs als stark beweisen muss.
Bitcoin-Kurs: Wichtige Marken, da die 66.000-USD-Grenze näher rückt
Der erste wichtige Test steht bald an. Um Stärke zu zeigen, muss der tägliche Bitcoin-Kurs-Chart über dem 0,618-Fibonacci-Level von Bitcoin schließen, einer bedeutenden technischen Zone, die Trader bei möglichen Kurswenden beobachten. Dieses Level liegt bei 66.086 USD und damit rund 2,45 % über dem aktuellen Kurs.
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On-Chain-Daten zeigen einen ähnlichen Bereich. Die UTXO Realized Price Distribution (URPD), ein Wert, der die Preise abbildet, zu denen Coins zuletzt bewegt wurden, weist auf eine starke Angebotszone bei 66.898 USD hin, die etwa 2,04 % aller Bitcoin umfasst. Viele Halter haben dort gekauft; einige könnten verkaufen, um ihren Einstandskurs auszugleichen. Das spricht für zusätzlichen Widerstand beim Bitcoin-Kurs. Chart und Blockchain deuten also beide auf einen wichtigen Bereich um 66.000 USD hin.
Ein täglicher Schlusskurs über diesem Band würde den Weg zu 67.264 USD und danach zu 68.764 USD eröffnen. Auf der Unterseite beginnen die Bitcoin-Unterstützungsniveaus an der Unterkante des Kanals und beim Zwischentief von 61.752 USD. Wenn der Kanal verloren geht, könnte der Bitcoin-Kurs in Richtung 57.716 USD rutschen.
Ein Punkt ist hier wichtig: Das meiste Angebot auf der Blockchain liegt nicht genau am Fibonacci-Level von 66.086 USD, sondern etwas höher, in der Nähe von 66.898 USD. Selbst wenn der Bitcoin-Kurs also 66.086 USD erreicht, wartet direkt darüber ein stärkeres Band an Coins. Nur eine starke Nachfrage könnte den Kurs durch beide Zonen führen. Da das Handelsvolumen nachlässt, trennt das Level bei 66.086 USD einen deutlichen Anstieg in Richtung 68.764 USD von einer möglichen Rückkehr tiefer in den Kanal.









