Bitcoin-Talk mit Marc Fuchs: „The FOMO is going to be real!”

Artikel teilen
IN KÜRZE
  • „Marktplätze, auf denen schädigende oder gefährliche Dinge ge- und verkauft werden können, gab es schon immer und wird es auch immer geben.“

  • „Wenn ich anfangen würde, Kryptowährungen zu verbieten, weil damit Illegales getan werden kann, dann müsste ich auch Geld allgemein, Telefone und was weiß ich alles verbieten.“

  • „Die Möglichkeit, Dinge anonym tun zu können, ist ein wichtigerer Bestandteil unserer Gesellschaft.“

  • promo

    Weitere Nachrichten und Updates teilen wir in unserer Telegram Gruppe. Trete uns bei und erhalte täglich Handelsideen und Analysen zu Kryptowährungen!

Das Trust Project ist ein internationales Konsortium von Nachrichtenorganisationen, die Standards für Transparenz entwickeln.

Wir unterhalten uns jede Woche mit dem Wirtschaftspsychologen Marc Fuchs über Geschehnisse rund um Bitcoin und den Krypto-Raum.



Marc Fuchs ist Wirtschaftspsychologe, Podcaster und Bitcoin-Enthusiast. Und er nimmt sich einmal wöchentlich Zeit, um unsere (und vor allem eure!) Fragen zu beantworten. Marc ist seit einigen Jahren im Bereich Investment und Krypto aktiv. Sein Fokus liegt darauf, dem Bitcoin zu ein wenig mehr Bekanntheit durch besseres Verständnis zu verhelfen.

Was hältst du von der Entwicklung der Darknet-Marktplätze? Scheinbar steigen das Interesse und die Nachfrage nach „illegalen“ Gütern, da spielen einige Kryptowährungen dann wieder eine wichtige Rolle.



Marktplätze, auf denen schädigende oder gefährliche Dinge ge- und verkauft werden können, gab es schon immer und wird es auch immer geben. Sei es online oder in der Vergangenheit auch ausschließlich offline. Ich sehe das so: Jeder, der etwas Illegales tun möchte, wird dies tun. Dabei spielt es keine Rolle, ob dies mit Kryptowährung oder z.B. Bargeld geschieht.

Kontrolle und Gesetzesänderungen

Marc merkt an, dass die kürzlich aufgetauchten FinCen Files gezeigt haben, dass aus der US-Dollar für illegale Zwecke genutzt wird.

Außerdem hielte ich es nicht nur für falsch, sondern für höchst bedenklich, wenn Staaten sich anmaßen würden, über alles die Kontrolle haben zu wollen! Wir können diesen Gedanken ja auch noch einmal weiterspielen: Wenn ich anfangen würde, Kryptowährungen zu verbieten, weil damit Illegales getan werden kann, dann müsste ich auch Geld allgemein, Telefone und was weiß ich alles verbieten. Warum? Weil ich mit all diesen Sachen theoretisch auch Illegales veranstalten könnte.

Er erklärt weiter, dass die Eigenschaft von Kryptowährungen diesbezüglich ein Zugewinn sein könnte. Schließlich geht es dabei um den Schutz vor übermäßiger Kontrolle.

Erst kürzlich wurde das Verfassungsschutzgesetzt geändert, was ich by the way für äußerst fragwürdig halte. Die Gesetzesänderung erlaubt es u.a. nun auf Endgeräte des Nutzers zuzugreifen, damit verschlüsselte Informationen dann dort entschlüsselt abgegriffen werden können. Außerdem werden Telekommunikationsanbieter dazu verpflichtet, in bestimmten Fällen bei der Implementierung von Spionagesoftware zu helfen. Wo soll das hinführen?

Marc merkt an, dass das Argument, man habe nichts zu verbergen, in diesem Falle häufig Anwendung findet.

Dennoch öffnen solche Mechanismen Tür und Tor für schädliche und absoluter Kontrolle unterliegender Eingriffe. Die Möglichkeit, Dinge anonym tun zu können, ist ein wichtigerer Bestandteil unserer Gesellschaft. Von daher bin ich der Meinung, dass nicht die Technologie unterdrückt werden sollte, sondern vielmehr geschaut werden muss, wie man den neuen Herausforderungen begegnet.

Moon und PayPal

Wo geht es für den Bitcoin hin, momentan gibt es ganz gemischte Signale von der ältesten Kryptowährung.

Kurze Antwort: Moon. Lange Antwort: Wenn ich mir den Chart und die Fundamentals ansehe, spricht alles für den Start des nächsten bullischen Zyklus. Der Abstand zum Halving, Unternehmen, die ihre Reserven in Bitcoin halten und z.B. PayPals Integration sind alles verdammt positive Faktoren. Und nicht zu vergessen die ganze Promotion durch die Zentralbanken, die mit ihrem völlig außer Kontrolle geratenen Gelddrucken wie verrückt Werbung für Bitcoin machen.

Ferner erklärt Marc, dass sich für ihn gefühlt das übergeordnete Sentiment sich immer positiver entwickelt.

So wie ich den Markt aktuell überblicken kann, tummeln sich vorrangig erfahrene Bitcoiner und Kryptoer im Space, die in ihrer Einstellung eh nicht umzustimmen sind. Langsam beginnt der Inflow von neuem oder wiederauflebendem Interesse, was uns Stück für Stück einen höheren Preis bringen wird. Wirklich interessant wird es, wenn wir das ATH bei rund $20k rausnehmen. The FOMO is going to be real!

Er erläutert, dass er nicht mehr auf kurzfristige Schwankungen achtet.

Ich glaube an Bitcoin, wofür es unzählige Gründe gibt! Und eher früher als später wird meiner Meinung nach der Preis von Bitcoin steigen. Bis dahin heißt es cool bleiben und Sats staken.

Coinbase und Dezentralität

Brad Garlinghouse kritisiert Coinbase für seine unpolitische Unternehmenshaltung und meint, dass viele Tech-Unternehmen Teil der Verschärfung der Krise sind und ihre Verantwortung nicht wahrnehmen. Welches Potenzial haben Krypto-Unternehmen?

Also grundlegend sehe ich das erstmal so, dass jedes Unternehmen bei solchen Thematiken seine eigenen Entscheidungen treffen kann. Und diese Entscheidungen sollten meiner Meinung nach wertfrei bleiben. Man muss sich eben bewusst machen, dass Entscheidungen und Handlungen immer gewisse Folgen mit sich bringen. Das ist weder positiv noch negativ zu sehen. Coinbase hat für sich entschieden, diese Themen zu „verbieten“, was Coinbase gutes Recht ist. Macht es Coinbase als Arbeitgeber interessanter? Das bezweifle ich. Auf der anderen Seite gibt es vielleicht Mitarbeiter, die sich genau so etwas wünschen.

Für Marc ist diese Thematik in Bezug auf die Konstellation „Krypto-Unternehmen“ etwas paradox.

Krypto steht für trustless Mechanismen und Dezentralität, was bei Unternehmen so nicht anwendbar ist. Was ich hingegen ok finde ist, wenn Projekte durch Akteure angeschoben werden und über die Zeit in Dezentralität aufgehen. Und genau das sollte auch das Ziel sein, da es – zumindest für mich – das Sinnbild von Kryptowährungen ist. Erreiche ich dieses Ziel dann, stellt sich die Frage noch aufgezwungener politischer oder unpolitischer Haltung nicht mehr.

Danke, Marc! Wir freuen uns auf „Bitcoin-Talk mit Marc Fuchs“ in der nächsten Woche: Fragen an Marc gerne in unserer Telegramm-Gruppe teilen.

Und zum letzten „Bitcoin-Talk mit Marc Fuchs“ geht es hier entlang.

 

Alle auf unserer Website enthaltenen Informationen werden in gutem Glauben und nur zu allgemeinen Informationszwecken veröffentlicht. Alle Maßnahmen, die der Leser in Bezug auf die auf unserer Website enthaltenen Informationen ergreift, erfolgen ausschließlich auf eigenes Risiko.
Share Article

Alex hat ihren Bachelor in Orient- und Asienwissenschaften an der Friedrich-Wilhelms Universität Bonn absolviert, danach Deutsch als Fremdsprache am Goethe Institut studiert und ihren Master in Arabistik an der Freien Universität Berlin absolviert. Seit 2017 ist sie als Krypto-Journalistin tätig.

MEHR ÜBER DEN AUTOR