Die Commodity Futures Trading Commission hat den US-Bundesstaat New York verklagt, um zu verhindern, dass dieser seine Glücksspielgesetze gegen föderal registrierte Prognosebörsen durchsetzt.
Die Klage beim Bezirksgericht des Southern District of New York fordert eine gerichtliche Feststellung zur Bestätigung des Vorrangs des Bundesrechts, zudem eine dauerhafte einstweilige Verfügung, die Maßnahmen des Bundesstaates gegen CFTC-registrierte, zugelassene Börsen dauerhaft untersagt.
Vierter Bundesstaat im Rechtsstreit der CFTC um Prognosebörsen
New York steht nun gemeinsam mit Arizona, Connecticut und Illinois auf der Liste der Bundesbehörde. Die CFTC hat die anderen drei Bundesstaaten bereits Anfang des Monats wegen ähnlicher Verfahren gegen registrierte Plattformen für Prognosemärkte verklagt.
Ein Bundesrichter in Arizona hat der Behörde eine einstweilige Verfügung erteilt, wodurch das Strafverfahren des Bundesstaates gegen CFTC-regulierte Plattformen vorläufig gestoppt wurde. Die CFTC hat außerdem vor dem Berufungsgericht des neunten Bezirks einen Amicus-Brief eingereicht, um ihre Argumentation zum Vorrang des Bundesrechts zu untermauern.
Regulierungsbehörden in New York hatten zuvor registrierte Plattformen mit Unterlassungsverfügungen und Zivilklagen belangt. CFTC-Vorsitzender Michael Selig warf dem Bundesstaat vor, bestehende Bundesvorgaben zu missachten, indem er CFTC-gelistete Ereigniskontrakte als illegale Glücksspielprodukte behandelt und damit den staatlichen Lizenzregeln unterstellt.
Massachusetts Amicus am selben Tag eingereicht
Die Behörde reichte gleichzeitig beim höchsten Gericht von Massachusetts (Supreme Judicial Court) einen Amicus-Brief in der Rechtssache Commonwealth of Massachusetts vs. KalshiEx LLC ein. Generalstaatsanwältin Andrea Campbell hatte zuvor eine einstweilige Verfügung erwirkt, die Kalshi daran hindert, Verträge zu Sportereignissen an Kunden in Massachusetts anzubieten.
Im Brief wird argumentiert, dass das Commodity Exchange Act die Anwendung staatlicher Gesetze auf CFTC-regulierte Märkte ausschließt. Selig betonte, dass der Kongress der Behörde die alleinige Zuständigkeit für den Handel mit Rohstoffderivaten übertragen hat und Prognosemärkte ausdrücklich dazugehören.
Kalshi hat kürzlich am Third Circuit Court of Appeals in einem parallelen Verfahren in New Jersey einen Erfolg erzielt und dadurch das Argument des Vorrangs des Bundes weiter gestärkt. Gegen Kalshi und Polymarket laufen weiterhin mehr als ein Dutzend Verfahren von US-Bundesstaaten und indigenen Gruppen im Zusammenhang mit Verträgen zu Sport- und politischen Ereignissen.
Handel steigt, Prognosebörsen werden zum Mainstream
Das Handelsvolumen auf beiden Plattformen ist bis Anfang 2026 gestiegen, während Verträge zu Sportereignissen zum zentralen Streitpunkt zwischen den Behörden der Bundesstaaten und der Bundesregierung wurden. Google Finance hat kürzlich die Quoten von Kalshi und Polymarket integriert und so die Preise von Prognosemärkten weiter in die Berichterstattung etablierter Finanzmedien gebracht.
Gerichte in New York und Massachusetts werden nun darüber entscheiden, ob der Exchange Act die Ansprüche der Bundesstaaten nach Glücksspielrecht ausschließt. Diese Urteile, zusammen mit dem Amicus-Brief der CFTC beim Ninth Circuit und der einstweiligen Verfügung in Arizona, könnten neue nationale Regelungen für eine wachsende Branche festlegen, die in jedem Bundesstaat tätig ist.





