Die Abgeordnete Anna Paulina Luna beschuldigte die ehemalige Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, Insiderhandel betrieben zu haben. Luna argumentiert, dass die gemeldete Rendite von 17.000 % auf Pelosis Portfolio seit ihrem Einzug in den Kongress statistisch unmöglich ohne Zugang zu nicht-öffentlichen Regierungsinformationen sei.
Die Republikanerin aus Florida veröffentlichte diesen Vorwurf auf X. Sie stellte die Börsengewinne der Pelosis dem Strafverfahren gegen einen Soldaten der Special Forces gegenüber, der wegen Investitionen auf sogenannte Prediction Markets im Zusammenhang mit einer geheimen Mission vor Jahrzehnten Haft steht.
Pelosis 280-Millionen-USD-Portfolio und die 17.000-%-Behauptung
Das Portfolio der Familie Pelosi liegt aktuell bei etwa 280 Millionen USD. Seit 1987 wird die Gesamtrendite auf rund 17.000 % geschätzt. Diese Entwicklung schlägt den Dow Jones Industrial Average, der im gleichen Zeitraum um ungefähr 2.300 % gestiegen ist, deutlich und übertrifft sogar jede Benchmark von Warren Buffetts Berkshire Hathaway im selben Zeitraum.
Paul Pelosi geriet immer wieder in die Kritik, da er Technologie-Optionen gehandelt hat, kurz bevor entsprechende Gesetzesvorlagen im Kongress beraten wurden. Die Familie stellte ihr Portfolio im Januar 2026 neu auf, indem sie Positionen in Nvidia, Apple, Amazon und Alphabet verkaufte und später erneut über langlaufende Optionen in dieselben Unternehmen einstieg.
STOCK-Act-Strafen: 200-USD-Bußgeld vs. 50 Jahre Haft
Die zivilrechtlichen Strafen nach dem STOCK Act von 2012 liegen weiterhin bei 200 USD je Verstoß gegen die Offenlegungspflicht. Überprüfungen durch Aufsichtsbehörden zeigen, dass eine Mehrheit der verspäteten Meldungen gar nicht erst geahndet wird.
Finanzminister Scott Bessent hat öffentlich gefordert, den Aktienhandel für Kongressmitglieder komplett zu verbieten, eine Forderung, die inzwischen parteiübergreifend von Senatoren unterstützt wird. Kritiker argumentieren, dass das bestehende System ohne wirkliche Strafandrohung weiterhin solche Renditen wie von Luna kritisiert ermögliche.
Der Master Sergeant Gannon Van Dyke, auf den sich Luna bezieht, wurde letzte Woche angeklagt, weil er durch Gewinne in Höhe von etwa 409.000 USD auf dem Polymarket-Markt im Zusammenhang mit einer Aktion zur Festnahme von Maduro profitiert haben soll.
Er muss mit bis zu 50 Jahren Haft wegen Rohstoffbetrugs, Überweisungsbetrugs und verbotener Geldgeschäfte rechnen.
Erneuter Druck auf ein Handelsverbot für Kongressmitglieder
Lunas Beitrag erscheint zudem in einer Phase, in der sich parteiübergreifend Unterstützung für gesetzliche Regelungen bildet. Diese sollen verlangen, dass Abgeordnete und ihre engen Familienangehörigen innerhalb von 180 Tagen einzelne Aktienbestände verkaufen müssen.
Ob die Anklage von Van Dyke diesen Prozess beschleunigt oder die parteipolitischen Gräben vertieft, könnte entscheiden, wie der Kongress die Probleme mit Interessenkonflikten in den kommenden Monaten angeht.
Mit dem Start der Wahlkampagnen stehen beide Kammern zudem unter wachsendem Druck, Maßnahmen durchzusetzen, die über die 200-USD-Grenze des STOCK Acts hinausgehen.





