Coronavirus: China verschiebt Pläne für CBDC

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China plant die Einführung eines digitalen Yuan. Aufgrund der Krise um das Coronavirus verzögern sich diese Pläne jetzt.



Eine digitale Zentralbankwährung (engl. Central Bank Digital Currency – CBDC) könnte den Zahlungsverkehr, sowohl innerhalb der Grenzen eines Landes, als auch für länderübergreifende Zahlungen, erheblich vereinfachen. Rund 80% der Zentralbanken weltweit haben daher feste Pläne, eine solche Digitalwährung einzuführen.

Dadurch ist ein Rennen auf den Markt entstanden. Diejenigen Länder, die eine CBDC vor allen anderen einführen, könnten ihre wirtschaftliche Position erheblich stärken.



Coronavirus verzögert Chinas CBDC-Pläne

Das Coronavirus hat Auswirkungen auf die weltweite Wirtschaft. Neben den europäischen Märkten, die erst kürzlich aufgrund der ersten Ausbreitung in Europa abgerutscht sind, ist China natürlich am stärksten betroffen. Das Land zählt derzeit rund 48000 Infizierte. Über 2700 Menschen sind der Krankheit bereits erlegen.

Nun vermeldet die Chinesische Volksbank, dass auch ihre Pläne zur Einführung einer CBDC durch die Krise um das Coronavirus verzögert werden. [Global Times] Im Vorfeld sind noch einige Forschungsanstrengungen fällig, da die genaue technische Umsetzung einer CBDC noch sehr im Umklaren liegt. In einer kürzlichen Veröffentlichung vermeldete die Volksbank beispielsweise, auf die Einführung von Blockchain-Technologie verzichten zu wollen.

Trotz dieser Verzögerung hält China an den Plänen fest, einen Pilottest für den digitalen Yuan noch in diesem Jahr durchzuführen.

EZB bekommt mehr Zeit

Durch die Pläne Chinas stehen andere große Zentralbanken wie die Europäische Zentralbank (EZB) unter einem hohen Druck. Diese könnten durch die Einführung eines digitalen Yuan erheblich geschwächt werden. Gleichzeitig müssen sie sich der Konkurrenz durch private Stablecoins, wie Facebooks Libra, erwehren. Im Fall der EZB kommt noch dazu, dass einige nationale Zentralbanken im Euroraum bereits an der Umsetzung einer eigenen CBDC arbeiten.

Die EZB hat kürzlich eine Kooperation mit fünf anderen Zentralbanken, sowie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ins Leben gerufen. Diese soll dem Austausch von Erfahrung, sowie Forschungserkenntnissen dienen. Mit den Verzögerungen in China dürfte die EZB etwas Zeit gewonnen haben, um selbst mit ihren Plänen für eine CBDC fortzuschreiten.

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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