CryptoQuant hat MicroStrategy aufgefordert, keine weiteren Bitcoin (BTC) mehr zu kaufen und stattdessen die eigene Cash-Reserve wieder aufzufüllen. Das Forschungsunternehmen veröffentlichte diesen Aufruf am 23. Juni, etwa zwei Wochen nachdem die von Michael Saylor geführte Bitcoin-Treasury bereits damit begonnen hatte.
Zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen bereits zwei Wochen lang den Großteil seines frischen Kapitals nicht mehr in Bitcoin, sondern als Bargeld gehalten. Dadurch verliert die Empfehlung an Wirkung.
Einblick in die Warnung von CryptoQuant an MicroStrategy
In seinem Bericht vom 23. Juni erklärte CryptoQuant, dass sich die jährliche Dividendenverpflichtung von MicroStrategy bis 2026 fast vervierfacht hat und auf 1,2 Milliarden USD gestiegen ist.
Die USD-Reserve, die als Puffer für diese Zahlungen dient, ist im gleichen Zeitraum um 38 % gesunken.
STRC, die variable Vorzugsaktie, die Strategy als stabiles Instrument mit einem Wert nahe 100 USD vermarktet, fiel letzte Woche jedoch auf 82,50 USD. Das bedeutete einen neuen Rekordtiefstand und lag etwa 17,5 % unter dem Nennwert.
Durch diese Differenz sank die Dividendenabdeckung laut CryptoQuant von über sieben Jahren auf rund 14 Monate. Die Reserve lag vor Mai bei etwa 2 Milliarden USD, bevor MicroStrategy rund 1,5 Milliarden USD zurückzahlte, um Wandelanleihen für 2029 zurückzukaufen.
Ein Verkauf von Bitcoin zur Auffüllung der Reserve würde jedoch nach Einschätzung des Unternehmens nach hinten losgehen. MicroStrategy hat derzeit einen nicht realisierten Verlust von 10,6 Milliarden USD, weil der Bitcoin-Kurs deutlich unter ihrem Durchschnittspreis von rund 75.000 USD liegt.
„Die strategische Priorität des Unternehmens sollte sein, den Kauf von Bitcoin zu pausieren und die Cash-Reserve wieder aufzubauen”, erklärte der CryptoQuant-Analyst Julio Moreno.
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MicroStrategy hat bereits umgesteuert
Strategy zeigt mit den wöchentlichen Kaufberichten, dass die Umstellung schon vor der Warnung begonnen hat. In der Woche bis zum 22. Juni kaufte das Unternehmen lediglich 520 Bitcoin für rund 35 Millionen USD.
In derselben Woche nahm Strategy 335,5 Millionen USD durch den Verkauf von Stammaktien ein. Davon wurden 300 Millionen USD in die Reserve eingezahlt, wodurch sie auf 1,4 Milliarden USD anstieg.
In der Woche davor kaufte das Unternehmen 1.587 BTC, leitete aber dennoch den Großteil der Einnahmen in Bargeld um. In beiden Wochen verkaufte Strategy mehr Aktien, als für Bitcoin ausgegeben wurde.
MicroStrategy präsentiert den Aufbau der Bargeldreserve als Maßnahme zum Schutz der Bonität der eigenen Vorzugsaktien. Dieser Schritt bedeutet einen Kurswechsel weg von der bisherigen Strategie, ausschließlich Bitcoin zu kaufen.
Die zentrale Frage jetzt
Der Spot-Kurs von Bitcoin lag bei etwa 62.534 USD, rund 2,5 % niedriger als am Vortag, wodurch die Treasury weiterhin im Minus bleibt.
Laut CryptoQuant muss die Reserve auf etwa 2,8 Milliarden USD steigen, was einer Deckung für 24 Monate entspricht, bevor sich STRC erholen kann. Mit 1,4 Milliarden USD ist Strategy erst auf halbem Weg.
Strategy ist nicht verpflichtet, Bitcoin zu verkaufen, um STRC zu schützen. Das Unternehmen kann stattdessen die Dividende von 11,5 % erhöhen oder weitere MSTR-Aktien ausgeben, was bereits umgesetzt wurde.
Deshalb stellt sich nun nicht mehr die Frage, ob die Reserve wieder aufgebaut werden soll, sondern vielmehr, ob MicroStrategy es schnell genug schafft, um STRC zu stabilisieren.
Das nächste Kauf-Update wird zeigen, ob weiterhin Bargeld bevorzugt wird — statt Bitcoin zu kaufen.









