Nach drei Jahren Entwicklungszeit soll Filecoin endlich an der Start gehen. Über einen dezentralen Datenspeicher sollen die Nutzer von Filecoin mit ihren FIL Tokens Cloud-Speicherplatz erwerben können, oder können Speicherplatz bereitstellen, um FIL Tokens zu erhalten.

Das auf der Technologie des InterPanetary File Systems (IPFS) beruhende Netzwerk wurde durch eine ICO finanziert. Im Jahr 2017 nahm das Projekt dadurch eine Rekordsumme von 257 Millionen USD ein.

Filecoin startet in wenigen Tagen

Der Launch des Filecoin Mainnets ist für den 15. Oktober geplant. Um den Start zu feiern will das Netzwerk eine Reihe von Veranstaltungen für Nutzer und Entwickler abhalten.

Bereits für das Testnet, genannt Space Race, konnten die Nutzer Auszahlungen in echten FIL Tokens erhalten. Insgesamt werden dafür 3,5 Mio. FIL (~83,2 Mio. USD) ausgeschüttet. Ähnlich wie bei Polkadot soll das Testnet schrittweise in ein Mainnet überführt und dezentralisiert werden.

Der Blockexplorer Filfox berichtet zur Stunde eine Gesamtspeicherkapazität von etwas mehr als 500,000 TB. Da Miner, ähnlich wie bei Bitcoin, Elektrizität aufwenden müssen, um die Speicherplatz bereitzustellen, ist auch in diesem Fall die Mehrheit der Miner (~62 %) in China ansässig.

Kommt nach dem Pump der Dump?

Um die Preisentwicklung für FIL zu verstehen müssen wir uns zunächst die verschiedenen Versionen des Tokens ansehen, die im Umlauf sind. In der ICO wurden verschiedene Tokens herausgegeben, die eine Sperrfrist von 6, 12, oder 36 Monaten haben können, beginnend ab dem Mainnet Launch.

Marktpaare für die verschiedenen FIL Tokens. Quelle: CoinMarketCap.

Tokens mit einer längeren Sperrfrist werden naturgemäß mit niedrigeren Kursen gehandelt, als die erst kürzlich freigesetzten XFIL Tokens. Daher sind für XFIL auch keine langfristigen Kursbewegungen verfügbar.

FIL Tokens mit einer 6-monatigen Sperrfrist brachen nach ihrer ICO, wie fast alle Tokens des ICO-Hypes von 2017/18, stark ein und hielten sich dann auf einem stabilen Niveau unter ihrem Verkaufspreis  von 5 USD. Seit Ende Mai stieg der Kurs wieder sprunghaft an und steht derzeit auf einem Allzeithoch bei 28,00 USD.

Allzeit-Kursverlauf von FIL6. Quelle: CoinMarketCap.

Der Kurs der freien XFIL erreichte am 1. September einen lokalen Höhepunkt und fiel daraufhin stark ab. Seit einigen Tagen ist XFIL wieder bullisch und erzeugte am gestrigen Tag einen lange bullische Kerze. Zur Stunde steht er bei 47,55 USD.

Kursverlauf von XFIL. Quelle: Tradingview.

Viele aus der Twitter-Community wittern jedoch einen Pump and Dump. In Hinblick darauf, dass dies bei Tokens häufig kurz vor dem Start ihres Mainnets passiert, ist dies nicht sehr weit hergeholt.

Auch dass Sam Bankman-Fried das Projekt shillt, scheint für viele aus der Community eine rote Flagge zu sein:

Sammelklage gegen Andre Cronje?

Im September bewarb der Yearn Finane Gründer Andre Cronje ein neues Projekt namens Eminence, welches er als “Gaming Multiverse Economy” ankündigte. Nur kurz nach seiner Ankündigung wurden die bereits auf dem Ethereum Mainnet laufenden Smart Contracts von Eminence gehackt, nachdem sie bereits Einlagen in Höhe von 15 Mio. USD erhalten haben. Die gesamte Summe wurde entwendet und Cronje erhielt aus bislang noch unbekannten Gründen von dem Angreifer eine Zahlung in Höhe von 8 Mio. USD.

Einige der geschädigten Investoren rufen nun zu einer Revolution gegen Cronje und Yearn auf. Auf Medium starteten sie eine Crowdfunding-Kampagne, um juristisch gegen Cronje vorzugehen. Gleichzeitig bereiten sie einen Fork von Yearn Finance vor. Dabei gehen 50 % der Governance Tokens an die Spender. Die Geschädigten des Hacks erhalten die andere Hälfte.

Die Initiatoren der Kampagne werfen Cronje vor, über Twitter einen Hype für Eminence gestartet zu haben, ohne die Community darüber zu unterrichten, dass das Projekt noch nicht fertig ist:

Warum hat er das Yearn Finance Team nicht zumindest gewarnt, dass sie einen wertlosen Test-Token kaufen und verkaufen? Sollten die Entwickler eines anderen Projekts einen Test-Token hypen und verkaufen, würde man sie des Betrugs bezichtigen und das gesamte Team würde an Legitimität verlieren.

Neben Cronje wollen die Initiatoren noch gegen zwei weitere Mitarbeiter von Yearn, BlueKirby und Banteg, vorgehen, welche ebenfalls das Projekt shillten und ihre Tokens über Uniswap verkauften.

TRON wird zum Las Vegas auf der Blockchain

Laut einem Bericht von DAppradar verzeichnete TRON im dritten Quartal 2020 das drittgrößte DApp-Transaktionsvolumen aller Smart Contract Plattformen. Vor TRON lagen nur noch EOS und natürlich Ethereum. Hauptverantwortlich für diesen Aufstieg war die DeFi-Plattform SUN (benannt nach dem TRON-Chef Justin Sun).

Allerdings ist nach wie vor nicht wirklich bekannt, wofür SUN eigentlich gut sein soll. Neben einigen Liquidity Mining Pools gibt es auf der Webseite des “sozialen Experiments”, welches die “Entwicklung von TRONs DeFi-Community” fördern soll, nichts zu sehen.

Auch die DApps, welche auf TRON gehostet sind, lassen meist wenig Seriosität vermuten. Laut DAppradar handelt es sich bei der überwiegenden Mehrheit der DApps auf TRON um Glücksspielplattformen und Hochrisiko-DApps. “Hochrisiko” ist dabei als Euphemismus zu verstehen, welcher Investmentplattformen mit einem unklaren Geschäftsmodell, Schneeballsysteme und Betrugsmaschen mit einschließt.

Marktbericht

DeFiPulse berichtet derzeit ein Total Value Locked (TVL) von 11,09 Mrd. USD (+1,5 %). Der DeFiPulse Index steht bei 92,92 (+0,6 %). Die größten DeFi-Plattformen sind derzeit Uniswap (2,63 Mrd., +0,2 %), Maker DAO (1,97 Mrd., +1,8 %), Aave (1,15 Mrd., 1,9 %) und Curve Finance (1,06 Mrd., -0,3 %).

Laut Messari haben DeFi Tokens im gewichteten Schnitt +3,0 % verloren. Der größte Gewinner war Bancor (+24,9 %).

Stand: 13. Oktober 2020, 2:21 Uhr.