Die DeFi-Sagas 2020

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IN KÜRZE
  • 2020 gab es eine gehörige Portion an DeFi-Skandalen, Sagen und Seifenopern.

  • DeFi hat im Jahr 2020 in kurzer Zeit einen langen Weg zurückgelegt.

  • 2021 werden wahrscheinlich viel neuere und „intelligentere“ Protokolle auftauchen.

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Das Trust Project ist ein internationales Konsortium von Nachrichtenorganisationen, die Standards für Transparenz entwickeln.

DeFi war der Katalysator für die Dynamik des Kryptomarktes im Jahr 2020. Aber hier verlief längst nicht alles reibungslos. Mit unzähligen neuen Produkt- und Token-Einführungen, weitgehend ungetesteten Smart Contracts und Code gab es, gelinde gesagt, einige turbulente Zwischenfälle.

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Von Flash-Kredit-Exploits über Rug Pulls bis hin zu Betrug, Hacks und Krypto-Tribalismus hat 2020 eine gehörige Portion DeFi-Skandalen, Sagen und Seifenopern geboten. Wir schauen uns nun die bemerkenswertesten Zwischenfälle an und werfen einen Blick darauf, was uns im Jahr 2021 erwarten könnte.

DeFi: Wie alles begann

Zu Beginn des Jahres 2020 betrug der Gesamtwert (TVL) für alle DeFi-Protokolle laut DeFi Pulse lediglich 680 Millionen USD. Bis Ende des Jahres gab es neun Einzelprotokolle mit mehr als dieser Menge an Einlagen, von denen fünf eine Milliarde USD an TVL überstiegen.

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Der Gesamtbetrag in den DeFi-Projekten gelagerten Werte belief sich im Jahr 2020 auf 15 Milliarden USD, was einer enormen Steigerung von 2.100 Prozent seit Anfang Januar entspricht. DeFi-Token haben in diesem Jahr beste Leistungen erbracht, obwohl viele in den letzten Monaten stark korrigierten.

Wie beim Altcoin-Boom von 2017 bis 2018 werden einige überleben und weiter wachsen, während die Mehrheit langsam in Vergessenheit geraten wird. Schließlich benötigt der Markt nur eine bestimmte Anzahl von Farming Pools mit Lebensmittelgeschmack…

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Der erste große DeFi-Zwischenfall ereignete sich im Februar, als das Kredit- und Margenhandelsprotokoll bZx das erste ernsthafte Opfer des Jahres 2020 wurde. Zwei Flash-Kredit-Exploits führten zu einem Verlust von fast 1 Million USD an Benutzergeldern.

Die Exploits lösten damals ein Crescendo der Kritik aus: zu viel Scam, zu viel Zentralität.

März, Markt und Chaos

Das DeFi-Ökosystem litt im März schwer, als die globalen Finanzmärkte nach der Covid-19-Pandemie zusammenbrachen. Kryptowährungen brachen ein und die Einlagen in DeFi sanken um 50 Prozent, als die Anleger in Panik gerieten, ihre Kredite liquidierten und ihre Bestände verkauften.

Das zu dieser Zeit führende Protokoll, Maker, litt schwer unter dem Black Swan-Ereignis, das zur Massenliquidation der überwiegenden Mehrheit seiner Tresore führte. Was wiederum dazu führte, dass DAI Absicherung in Höhe von rund 4 Mio. USD fehlte und viele Anleger ihr Geld verloren.

Ein paar weitere Hacks folgten im April und Mai: imBTC und dForce. Im Juni erlitt Bancor einen Smart Contract-Exploit.

Im Rausch des Food-Farmings

Die DeFi-Marktdynamik wurde durch Compound Finance katalysiert. Dies war das erste Protokoll, das den Liquiditätszuchtrausch auslöste. Dieser Boom sollte den DeFi-Markt drei Monate dominieren. Spätestens hier entstanden jede Menge verrückte Anekdoten.

Am ersten Handelstag wurde der COMP-Token des Protokolls zum wertvollsten DeFi-Vermögenswert, was ihn zu einem „Unicorn“ mit Marktkapitalisierung machte, da er eine Milliarde Dollar erreichte. Allerdings hagelte es auch Kritik – Vorwürfe der Marktmanipulation. Während sich die Börsen darum bemühten diesen DeFi Token zu listen, hatte Coinbase, mit einer Investition in Compound Finance im Jahr 2018, einen großen Einfluss auf die preisliche Entwicklung.

Bis zum Jahresende war der Token jedoch um über 50 Prozent gesunken, da andere Geschmacksrichtungen Trend wurden.

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Die nächste Episode DeFi ist durch Klonkrieger geprägt. Anonyme Programmierer begannen, Open-Source-Smart-Verträge zu duplizieren, um ihre eigenen DeFi-Farming Protokolle zu starten.

Yam Finance startete den DeFi-Doppelgänger-Wahnsinn im Food-Farming. Das führte zu einer Wanderung von Krypto-Sicherheiten von Protokoll zu Protokoll. Die Jagd auf das große Geld hatte begonnen.

Die gesamte Szene wurde im dritten Quartal des Jahres zu einem Schauplatz. Engagierte Bitcoiner und Branchenkenner traten einen Schritt zurück, um die Entfaltung des Krypto-Gemetzels zu beobachten.

Einige Tage, nachdem Degens Millionen von Dollar in das Yam-Protokoll gesteckt hatte, wurde in seinen ungeprüften Smart-Verträgen ein Code-Fehler gefunden. Das Team hinter dem Projekt rief nun die Wale zur Rettung und versprach Governance-Token für den Neustart.

Dies verursachte natürlich erneut Angst bei Branchenexperten, von denen einige wie Erik Voorhees, CEO von ShapeShift, Yam als Betrug bezeichneten.

Vampire Mining und die Sushi-Saga

Yam Finance war nur der Anfang. Als nächstes lernten wir den Begriff „Vampire Mining“ kennen, geprägt von einem Protokoll namens SushiSwap von Uniswap gabelte, um bessere Belohnungen und eigene SUSHI-Token anzubieten. Die dezentrale Börse Uniswap hatte zu diesem Zeitpunkt kein eigenes Token und bot nur Liquiditätsanbietern eine Senkung der Handelsgebühren an.

Natürlich flossen innerhalb weniger Tage über eine Milliarde Dollar durch Uniswap in SushiSwap und die Preise für SUSHI-Token stiegen. Die eigentliche Story fand am 6. September statt, als der anonyme Gründer, der nur als Chef Nomi bekannt ist, SUSHI-Token im Wert von 8 Millionen Dollar verkaufte, wodurch der Token-Preis zusammenbrach. Ein weiterer Grund den DeFi-Bereich im kritischen Licht zu sehen.

Das geklonte Protokoll wurde schließlich von Sam Bankman-Fried (SBF), CEO der FTX-Derivatbörse, übernommen, der mit einem Konsortium von DeFi-Walen einstieg. Das Rettungsprogramm bestand aus Schadensbegrenzung. Allerdings fielen die SUSHI-Preise dann innerhalb von zwei Monaten um 94 Prozent von fast 9 USD auf unter 0,50 USD.

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Eine Reihe von DeFi-Doppelgängern folgte mit dem Ziel, den Erfolg von SushiSwap über Nacht zu wiederholen. Allerdings lernten auch die Anleger dazu.

Fast täglich erschienen neue Protokollklone im Zusammenhang mit Lebensmitteln, darunter Pizza, Hotdog, Kimchi, Pancake, Bakery, Pickle, Burger, Cream und Harvest. Einige waren offensichtliche Pump- und Dump-Systeme oder Rug Pulls – andere bestehen noch heute.

Der automatisierte Market Maker Uniswap sah die Zeichen der Zeit und baute einen eigenen Governance-Token namens UNI auf. Über zwei Monate konnten die Interessierten in Liquiditätspools farmen. Zwischen September und November stiegen die Sicherheiten von Uniswap auf über 3 Milliarden USD. Damit war dies das größte DeFi-Protokoll weltweit.

Die Gaspreis-Seifenoper

Der Nachteil all dieser DeFi-Food farms und Yield Hopping war ein Anstieg der Nachfrage im Ethereum-Netzwerk (ETH). Das führte zu Gaspreisen auf Rekordniveau. Anfang September stiegen die durchschnittlichen Ethereum-Preise auf ein Allzeithoch von über 15 USD pro Transaktion (viel mehr für diejenigen, die nicht warten wollten).

Dieser unglückliche Nebeneffekt war Musik für die Ohren der Maximalisten, die die Gelegenheit nutzten, um das Ethereum zu verprügeln und die Tugenden ihres geliebten Bitcoins zu preisen. Der Krypto-Tribalismus kam voll zum Tragen, die Schlammschlacht zwischen BTC und ETH war auf sozialen Medien in vollem Gange.

Die Gaskrise führte auch dazu, dass eine Reihe von „Ethereum-Killern“ wie Binances Smart Chain, NEOs Flamingo Finance, Solana und Polkadot auftauchten. Die Transaktionspreise normalisierten sich wieder und der Start der Phase 0 der ETH 2.0 rückte schnell näher, obwohl die Skalierung noch in der Zukunft lag.

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Smart Contract-Exploits: Wiederkehrendes DeFi-Problem?

Der Gründer von Yearn Finance, Andre Cronje, sorgte für ein wenig Brouhaha, als er einige Teaser zu einem Projekt veröffentlichte, das er für eine „Gaming Multiverse“ -Wirtschaft namens Eminence Finance entwickelte. Der ungeprüfte EMN-Smart-Vertrag war live und wurde von FOMO mit 15 Millionen USD finanziert, die anschließend von einem Hacker gestohlen wurden.

Weitere DeFi-Hacks und Smart Contrac-Exploits fanden später im Jahr bei Harvest FinancePickle Finance und SushiSwap statt. Ein gefälschter FEW Token-Drop, die von einem der prominenten Mitglieder der DeFi-Community als Scherz gedacht waren, sorgten im September in den sozialen Medien für große Gegenreaktionen.

Uniswap sorgte im Oktober mit seiner ersten Governance-Abstimmung für Aufregung, als zwei Walkonten von Dharma und Gauntlet versuchten, die Dezentralisierungseigenschaften des Protokolls zu verwässern, indem sie sich mehr Kontrolle darüber gaben.

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In ähnlicher Weise lief eine Maker-Governance-Abstimmung, als ein Beteiligter ein Flash-Darlehen aufnahm, um seine Token- und Stimmenzahl zu erhöhen. Wieder fielen die Kritiker über DeFi her: zu viel Zentralisierung.

Ein turbulentes DeFi-Jahr geht zu Ende

Abgesehen von Sagen und Seifenopern wird es immer Misanthropen und Kritiker neuer Technologien und Methoden geben. Jeder hat die Wahl den Fokus auf die Schwächen oder das Potenzial zu setzen.

DeFi hat im Jahr 2020 in kurzer Zeit einen langen Weg zurückgelegt. Und für diese neue Finanzlandschaft der Zukunft stehen die Dinge erst am Anfang. 2021 werden wahrscheinlich viel neuere und „intelligentere“ Protokolle auftauchen, wenn die DeFi-Sagen aus diesem Jahr in ferne Erinnerung geraten.

HINWEIS: Die hier geäußerten Ansichten sind die des Autors und geben nicht unbedingt die Ansichten von BeInCrypto wieder.

Auf Englisch geschrieben von Martin Young, übersetzt von Alexandra Kons.

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