Gemini hat seit Januar etwa 30% seiner Belegschaft abgebaut und beschäftigte am 1. März noch ungefähr 445 Mitarbeiter. Die von Tyler und Cameron Winklevoss gegründete Kryptobörse bestätigte diese Kürzungen, gleichzeitig zeigten die Zahlen für das vierte Quartal wachsende Verluste.
Die Reduzierungen gingen über die Anfang des Jahres angekündigten 25% hinaus.
Verluste steigen trotz Umsatzwachstum
Die Börse meldete im vierten Quartal einen Nettoverlust von 140,8 Millionen USD, im Vergleich zu 27 Millionen USD im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um fast 40% auf 60,3 Millionen USD, damit wurden die Erwartungen der Analysten von rund 50 Millionen USD übertroffen. Für das Gesamtjahr im Jahr 2025 lag der Gesamtverlust von Gemini bei 585 Millionen USD, inklusive nicht realisierter Verluste aus Kryptowährungs-Beständen.
Die Entlassungen haben sowohl die Führung als auch die Mitarbeiterstruktur bei Gemini verändert. Das Unternehmen trennte sich in den letzten Monaten von seinem Chief Operating Officer, Chief Financial Officer und Chief Legal Officer. Zudem gab Gemini bekannt, dass es sich vollständig aus dem Vereinigten Königreich, der Europäischen Union und Australien zurückziehen wird, da die Kosten für die regulatorische Einhaltung den Betrieb belastet hatten.
Der Rückgang des Bitcoin-Kurses ist ein zentraler Faktor für den aktuellen Druck in der Branche. Die führende Kryptowährung ist um mehr als 40% von ihrem Allzeithoch im Oktober im Jahr 2025 gefallen, daher bleiben viele institutionelle und Retail-Trader abwartend. Da Gemini weniger als 1% des globalen Kryptomarktes abdeckt, ist das Unternehmen besonders anfällig für umsatzabhängige Schwankungen.
Wettbewerbsvorsprung wächst, während Wall Street vorsichtiger wird
Der Unterschied zu größeren Konkurrenten ist nach wie vor deutlich. Coinbase Global beschäftigt etwa 4.951 Menschen, also ungefähr elfmal so viele wie Gemini heute. Auch das tägliche Handelsvolumen lag in aktuellen Daten fast 42-mal höher als bei Gemini. Analysten warnen, dass kleinere Börsen ohne klare Alleinstellungsmerkmale strukturelle Nachteile haben, da Netzwerkeffekte die Aktivität auf die führenden Plattformen lenken.
Die Stimmung an der Wall Street ist vorsichtig. Citigroup hat Gemini diese Woche auf verkaufen herabgestuft, Analysten stellen infrage, ob das Unternehmen in einem für Investoren akzeptablen Zeitraum profitabel werden kann. Gemini gab in seinem Aktionärsbrief keinen Ausblick auf das operative Geschäft im Jahr 2026. Die Aktie von Gemini stieg nach Börsenschluss zeitweise um bis zu 11%, obwohl sie seit Jahresbeginn fast 40% eingebüßt hat.