Ausländische Investoren haben laut Angaben des US-Finanzministeriums im Jahr 2025 einen Rekordwert von 1,55 Bio. USD in US-Finanzvermögenswerte investiert. Dieser Wert blieb auch bestehen, als Iran am 21. April erneut erklärte, die Straße von Hormus sei geschlossen.
Der Gegensatz zwischen steigenden Kapitalzuflüssen und einer sich verschärfenden Situation im Nahen Osten zeigt aktuell zwei Kräfte, die globale Märkte in verschiedene Richtungen bewegen.
Rekord-Kapitalzuflüsse trotz geopolitischer Risiken
Die sogenannten Triple-Decline-Tage, an denen US-Aktien, der US-Dollar und Anleihen gleichzeitig fallen, gab es im Jahr 2026 bisher nur neunmal. Damit könnte dieses Jahr den niedrigsten Jahreswert seit 11 Jahren erreichen.
Zum Vergleich: In den 1990er Jahren gab es im Durchschnitt 30 bis 60 solcher Tage pro Jahr, am meisten 62 im Jahr 1994. Auch ausländische Bestände an US-Aktien haben mit fast 21 Billionen USD ein Allzeithoch erreicht.
Die Daten zeigen, dass globales Kapital die USA weiterhin als sicheren Ort einschätzt, trotz steigender Konflikte anderswo.
Iran schließt erneut die Straße von Hormus
Die halboffizielle Nachrichtenagentur Tasnim, die mit den Islamischen Revolutionsgarden in Verbindung steht, meldete, die Straße von Hormus sei bis auf Weiteres geschlossen.
Die Agentur verwies auf einen aktuellen Angriff und laufende US-Beschlagnahmungen von Iran-nahen Schiffen, darunter der Tanker M/T Tifani.
Normalerweise werden durch die Straße etwa 21 Millionen Barrel Öl pro Tag transportiert, das sind rund 20 % des globalen Angebots. Die Schließung hat bereits zur Ausrufung von Force Majeure und zu einem Anstieg des Brent-Ölpreises in Richtung 95 USD je Barrel geführt.
Teheran erklärte, das Verbot bleibe bestehen, bis es Garantien für die Aufhebung der US-Seeblockade gebe.
Gescheiterte Gespräche erhöhen Druck auf US-China-Gipfel
Unterdessen folgt die erneute Schließung der Straße von Hormus auf gescheiterte Friedensgespräche in Islamabad. Nach 21 Stunden Verhandlungen teilte Vizepräsident JD Vance mit, dass Iran US-Bedingungen zu seinem Atomprogramm und der Schifffahrtsstraße abgelehnt habe.
AgResource warnte, dass das diplomatische Scheitern den anvisierten US-China-Gipfel Mitte Mai verzögern könnte.
„Ein mögliches Scheitern der US-Iran Friedensgespräche in Pakistan könnte den US-China-Gipfel Mitte Mai verzögern… Das Unternehmen [AgResource] sagt, chinesische Sojaexporte werden bald nachlassen, was zu einer Pause im US-Handel führt. Neue chinesische Käufe könnten den Soja-Terminmarkt aber wieder antreiben. Der Sojabohnenpreis liegt derzeit um 0,5 % höher bei rund 11,88 USD je Scheffel”, berichtete Deaton unter Berufung auf AgResource.
China ist stark auf den Öltransport durch die Straße von Hormus angewiesen und setzt sich für regionale Stabilität ein. Da der fragile, zweiwöchige Waffenstillstand um den 22. April ausläuft, haben die Märkte nur ein kleines Zeitfenster, bis sich die Lage erneut zuspitzen könnte.





