Der Krieg im Nahen Osten hat die Luftfahrtbranche stark getroffen. Fast acht Wochen nach US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf Iran, die zur Schließung der Straße von Hormus geführt haben, haben sich die Preise für Flugbenzin mehr als verdoppelt.
Die ersten Probleme werden bereits sichtbar, obwohl die Hauptreisezeit im Sommer nur noch etwa einen Monat entfernt ist.
So wirkt sich der Jet-Fuel-Schock auf den Sommer 2026 aus
Fluggesellschaften rund um die Welt reduzieren ihren Flugplan gemeinsam, um die steigenden Treibstoffkosten einzudämmen. Besonders Europa und Asien sind betroffen.
Am Donnerstag hat sich die Lufthansa Group als jüngstes Beispiel angeschlossen und bekannt gegeben, dass sie bis Oktober 20.000 Kurzstreckenflüge streichen wird. Die Kürzungen betreffen alle wichtigen Luftfahrtmärkte:
- Die niederländische Fluggesellschaft KLM streicht 80 Flüge aus dem Flugplan und nennt die gestiegenen Treibstoffpreise als Grund.
- Der skandinavische Anbieter SAS wird in diesem Monat rund 1.000 Flüge absagen.
- Cathay Pacific reduziert von 16. Mai bis 30. Juni etwa 2 % der geplanten Passagierflüge.
- HK Express, die Billigfluggesellschaft von Cathay, kürzt ab 11. Mai etwa 6 % der Flüge.
- WestJet reduziert die Kapazität gestaffelt, um 1 % im April, 3 % im Mai und 6 % bis Juni.
- Vietnam Airlines hat deutlich gewarnt, dass möglicherweise bis zu 18 % der internationalen Strecken und bis zu 26 % der Inlandsverbindungen wegfallen könnten.
Die finanzielle Belastung zeigt sich klar in den Bilanzen der Fluggesellschaften. Ein Bericht von Forbes hebt hervor, dass die „Big Four” (American, Delta, United und Southwest) jeweils einen Rekordumsatz im ersten Quartal erzielt haben. Die massiv gestiegenen Treibstoffkosten haben jedoch große Gewinne zunichtegemacht, wodurch American und Delta für diesen Zeitraum Verluste verzeichneten.
Der Druck führte dazu, dass United und American diese Woche ihre Prognosen für 2026 angepasst haben, da die Preise für Flugbenzin weiter steigen. Zudem entschied sich Southwest, keine aktualisierte Prognose für das Gesamtjahr zu geben. American warnte Investoren, dass die Treibstoffkosten im Jahr 2026 um 4 Milliarden USD höher ausfallen könnten, und Delta rechnet allein im zweiten Quartal mit zusätzlichen 2 Milliarden USD an Kosten.
Sommerreiseboom in Gefahr: Treibstoffmangel erschüttert die Luftfahrtwirtschaft
Die Belastung betrifft nicht nur die Gesellschaften. Mit weniger verfügbaren Sitzplätzen und steigenden Treibstoffrechnungen müssen Passagiere durch deutlich höhere Ticketpreise den Anstieg mittragen.
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Fatih Birol, Direktor der IEA, warnte vergangene Woche, dass Europa nur noch etwa sechs Wochen an Treibstoffbeständen für Flugzeuge hat. Er sprach von der größten Energiekrise, der die globale Wirtschaft je gegenüberstand. Außerdem sagte Kpler-Analyst Matt Smith, Fluggesellschaften und Passagiere sollten nicht mit schneller Entspannung rechnen.
„Es wird mindestens bis Juli dauern. Und sogar das könnte noch zu optimistisch sein”, sagte Smith.
Für viele europäische Länder sind die Sommerreisen ein wichtiger wirtschaftlicher Rettungsanker. Nach Angaben von ACI Europe bringt der Luftverkehr 851 Milliarden Euro für die Wirtschaft, fast 1 Billion USD, und sorgt für 14 Millionen Arbeitsplätze in der Region.
Wenn die Kürzungen während der Hochsaison zunehmen, könnten die Folgen weit über die Bilanzen der Fluggesellschaften hinausreichen und auch die tourismusabhängigen Volkswirtschaften bedrohen, die von einem vollen Himmel im Sommer leben.
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